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Stefan Grüssinger: 57 Jahre an der Vereinsspitze sind genug

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Funktionär im Trikot des TTC Offheim: Stefan Grüssinger.
Funktionär im Trikot des TTC Offheim: Stefan Grüssinger. © Ulrich Hadaschick

57 Jahre lang war er Vorsitzender des TTC Offheim. Das ist genug, meint Stefan Grüssinger, der auf sein „Lebenswerk“ zurückblickt.

Der 26. Januar 1949 steht als Startpunkt in den Annalen des TTC Offheim. An diesem Tag, kurz nach dem Zweiten Weltkrieg, wurde einer der ältesten Tischtennisclubs im Bezirk gegründet. Und noch im gleichen Jahr fand am 1. Dezember mit Stefan Grüssinger ein Zwölfjähriger den Zugang zum Verein; zunächst als Mitglied einer Theatergruppe, die den Verein finanziell unterstützte. Schon bald begann er aktiv Tischtennis zu spielen, bereits 1955 engagierte er sich im Vorstand als 2. Schriftführer.

Stefan Grüssinger unterstützte den Verein beim Bau der eigenen Tischtennishalle im Jahre 1960 und betätigte sich als Trainer und Betreuer. Er war auch dabei, als die 1. Mannschaft des TTC in der Saison 1970/71 erstmals in die damalige Gruppenliga aufstieg – ein Team, das in der Folgezeit von Namen wie Walter Egenolf, Winfried Schaaf sowie den viel zu früh verstorbenen Brüdern Dietmar und Georg Reitz geprägt wurde. Stefan Grüssinger war gut sieben Jahrzehnte aktiv an der Platte und spielte bis vor Kurzem, ehe Corona alles veränderte, noch regelmäßig als „Methusalem“ in den Offheimer Kreisklassen-Teams. Doch fast unglaublich ist, dass er inzwischen auf eine Spanne von 57 Jahren als 1. Vorsitzender des Vereins zurückblicken kann, dem er seit Anfang 1965 zuverlässig vorstand. Sein Name ist und bleibt untrennbar mit dem TTC Offheim verbunden, der seinen Präsidenten nach dessen jetzigem Verzicht bei der Neuwahl nun zum Ehrenvorsitzenden ernannte.

Viel Verständnis von seiner Familie

Nach solch einer langen Zeit des Engagements blickt Stefan Grüssinger mit Stolz, aber auch mit ein wenig Wehmut zurück. Dass er seinem Hobby derart frönen konnte, ist natürlich in erster Linie dem Verständnis seiner Familie, speziell seiner Frau Anne zu verdanken. Seinen Geburtsort Offheim hatte er durch die Heirat in Richtung Frickhofen verlassen. Stefan Grüssinger erinnert sich noch an die ersten Jahrzehnte im Verein, als er noch als Verkaufschef für Arzneimittel halb Deutschland bereiste: „Dienstagmorgens war alles gepackt und im Auto verladen, dann ging es noch mit meiner Frau zur Kirche, ehe die Reise, in erster Linie nach Süddeutschland, losging.“ Mittwochs war er pünktlich zum Training zurück und düste zur Offheimer Tischtennishalle.

Ähnlich gingen die nächsten beiden Tage über die Bühne. Seine Reiseroute verlegte er freitags nach Möglichkeit in die nähere Umgebung, denn schließlich standen am Wochenende neben Training auch Verbandsspiele auf dem Programm, bei denen er stets fleißig punktete. Und als Vorsitzender musste er sich zudem um vereinsinterne Angelegenheiten kümmern und bei den Sitzungen anwesend sein.

Stefan Grüssinger hatte den Verein übernommen, als die beiden Offheimer Vereine TV und TTC nach anfänglich gemeinsamem „Tischtennis-Start“ auseinandergedriftet und zu Rivalen im Ortsbild geworden waren. Erst 2015 sollten die Clubs wieder zusammenfinden. Davor war der TTC nicht nur sportlich zu einer Institution im Dorf erblüht.

Vereinsfeiern und unvergessliche Reisen

Auch der gesellige Teil kam nicht zu kurz. Vereinsfeiern und Veranstaltungen wurden ergänzt durch unvergessliche Ausflüge, deren Organisation Stefan Grüssinger übernahm. „Wir haben viele ein- und mehrtägige Ausflüge, hauptsächlich ins Badische, unternommen. Da fuhren meistens komplette Familien mit, was zu viel Harmonie im Verein führte“, schwärmt er noch heute von diesen jährlichen Höhepunkten.

Für sein Engagement – man kann es schon „Lebenswerk“ nennen – wurden ihm zahlreiche Ehrungen von Seiten des Verbandes, aber auch von der Kommune zuteil. Verdient hat er sich diese allemal. ULRICH HADASCHICK

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