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Will beim Lokalrivalen SV Rot-Weiß Hadamar den nächsten Schritt wagen: Jason Schäfer - hier noch im roten Dress des TuS Dietkirchen.

Fußball-Hessenliga

Stefan Kühne: "Schlechte Tradition brechen"

Der Kader des Fußball-Hessenligisten SV Rot-Weiß Hadamar hat - trotz Corona - einmal mehr eine recht große Fluktuation erlebt. Chef-Trainer Stefan Kühne ist mit seinen Neuzugängen, auch aber mit seinem bestehenden Personal, bisher sehr zufrieden.

VON PATRICK JAHN

Seit dem 15. Juli stecken die Fürstenstädter in der Vorbereitung auf die Saison 2020/2021, die in dieser Form sicherlich ein Novum ist. Wenn mit dem Auswärtsspiel beim VfB Ginsheim am Sonntag, 6. September, der Startschuss für die neue Spielzeit fällt, stehen bis Mitte Dezember satte 19 Punktspiele auf dem Programm, hinzu kommen die Pokalspiele. "Das ist ein mehr als knackiges Unterfangen. Wir müssen, auch um Verletzungen vorzubeugen, die Trainingssteuerung entsprechend anpassen", meint Stefan Kühne. Zwar hat der Übungsleiter seinen Männern in dieser Woche "trainingsfrei" gegeben, mit dem geplanten Auswärts-Testspiel am Samstagabend, 1. August, 18 Uhr, bei A-Ligist SG Heringen/Mensfelden geht die Vorbereitung aber so richtig in die Vollen.

"Wir sind weiter als im Vorjahr", sagt Kühne, der damit sowohl auf die Kaderplanung, als auch auf das Niveau der Trainingseindrücke anspielt. Grund dafür sind einige Neuzugänge, die den Hadamarern wieder einmal frischen Wind verpassen. Klar, nach den Abgängen von Mirko Dimter, Torjäger Leon Burggraf (beide SC Hessen Dreieich), David Sembene, Michael Gschwender (beide SV Zeilsheim), Christian Makana, Dennis Orania, Raymond Aschenkewitz (alle VfB Ginsheim), Florian Kröner (FC Dorndorf) und Filip Pandza (Wormatia Worms) war die Lücke im Gesamtkader groß. Vor allem durch die Abgänge der Stammspieler Dimter, Gschwender, Kröner und Burggraf bestand Bedarf in allen Mannschaftsteilen. Stefan Kühne, der noch zwei freie Plätze in seinem Kader angibt, ist aber mit den Neuzugängen mehr als zufrieden. Durchaus interessante Personalien werden in Zukunft das Dress der Rot-Weißen tragen. Mit Jason Schäfer (TuS Dietkirchen) hat der SVH nicht nur dem Konkurrenten vom Reckenforst einen tollen Spieler weggeschnappt, sondern auch dafür gesorgt, dass die Qualität im Offensivspiel weiter steigt. Stefan Kühne sagt: "Er hat sich trotz Angeboten aus der Regionalliga für uns entschieden. Darüber freuen wir uns. Ich denke aber auch, dass das Jahr Hessenliga seiner Entwicklung gut tun wird." Schäfer soll entweder auf dem Flügel oder im Sturmzentrum eingesetzt werden.

Sammy Kittel auf Sonnys Spuren

Vom FC Gießen 2 stößt Sammy Kittel zum Kader. Der Bruder von HSV-Profi Sonny hatte in der vergangenen Runde zumindest ins Training der ersten Mannschaft reingeschnuppert, gilt aber dennoch als talentiert und könnte den etablierten Spielern durchaus Dampf machen. "Sammy hat zusammen mit seinem Bruder auf Mallorca mit einem Fitnesstrainer zusammengearbeitet. Er hat Potenzial", weiß Kühne, der Kittel auf der Sechser- oder Achter-Position sieht. Mit Philipp Basmaci freuen sich die Rot-Weißen auf einen Vollblutstürmer, der von Eintracht Stadtallendorf an die Faulbacher Straße gewechselt ist. Der 1,91-Meter-Hüne ist für Stefan Kühne kein Unbekannter, hat er doch bereits in der U19 des SV Wehen Wiesbaden mit ihm zusammengearbeitet.

Ähnlich sieht es bei Jacob Pistor aus, der vor seinem Engagement bei den Sportfreunden Siegen in Wehen Wiesbadens A-Junioren aktiv war. Der offensiv ausgerichtete 21-Jährige genießt beim Coach schon nach kurzer Zeit hohes Ansehen: "Er ist gut gebaut, schnell, ein Spieler, der 90 Minuten rackert und weiß, wo das Tor steht. Er bringt absoluten Siegeswillen mit und wird uns weiterhelfen, davon bin ich überzeugt." Über ein Probetraining bei den Fürstenstädtern hat sich Brooklyn Wölfinger einen Kaderplatz gesichert. Der 19-Jährige, voraussichtlich als Innenverteidiger eingeplant, kommt aus der Jugend des SV Darmstadt 98. "Er ist sehr athletisch gebaut, kopfballstark und hat einige Nachwuchsleistungszentren durchlaufen. Das merkt man ihm auch an, dennoch müssen wir ihn behutsam aufbauen", sagt Kühne.

Auch in puncto Erfahrung haben die Hadamarer zugelegt. Mit Velibor Velimir kann das Trainerteam auf einen sehr erfahrenen zentralen Mittelfeldspieler bauen, der einst beim 1. FC Eschborn in der Regionalliga gekickt hat. Stefan Kühne weiß: "Er ist technisch sehr stark, hat ein gutes Auge und ist ein super Charakter." Interessant: Unter Thomas Tuchel wurde der Bosnier in Mainz Deutscher Meister der U19-Bundesliga (2009). Mit Marian Dillmann und Leon Hasselbach haben die Rot-Weiß-Verantwortlichen auch zwei Akteure aus der eigenen 2. Mannschaft "hochgezogen. "Beide haben sich das absolut verdient. Sie sollen Gas geben, sich nie ausruhen", macht Kühne den beiden Akteuren Mut.

Was das Saisonziel angeht, gibt sich der Ex-Profi mutiger als noch im Vorjahr: "Wir haben die letzte Runde als Tabellensechster abgeschlossen und wollen uns verbessern. Ich möchte Spieler, die jedes Match gewinnen wollen. Da sprechen wir im Verein alle dieselbe Sprache." Auf eine weitere Tatsache legt er aber auch noch wert: "Wir müssen endlich die Tradition brechen, immer einen schlechten Saisonstart hinzulegen. Darauf arbeiten wir hin, damit wir vom Start weg in der Lage sind, jeden Gegner vor Probleme zu stellen."

Und wen sieht Kühne in der Endabrechnung ganz vorne? "Ich denke, dass Hessen Dreieich, Barockstadt Fulda-Lehnerz und Eddersheim die besten Chancen haben." 

Der Kader des SV Rot-Weiß Hadamar

Abgänge: Mirco Dimter, Leon Burggraf (beide SC Hessen Dreieich), David Sembene, Michael Gschwender (beide SV Zeilsheim), Christian Makana, Dennis Orania, Raymond Aschenkewitz (alle VfB Ginsheim), Florian Kröner (FC Dorndorf), Philip Pandza (Wormatia Worms).

Zugänge: Jason Schäfer (TuS Dietkirchen), Sammy Kittel (FC Gießen), Philip Basmaci (Eintracht Stadtallendorf), Jacob Pistor (Sportfreunde Siegen), Brooklyn Wölfinger (U19 SV Darmstadt 98), Velibor Velimir (TG Frankfurt), Marian Dillmann, Leon Hasselbach (beide eigene 2.Mannschaft).

Tor: Christopher Strauch, Leon Hasselbach, Leon Kröller.

Defensiv: Christian Jindra, Mirko Paul, Marian Dillmann, Brooklyn Wölfinger, Luca Teller, Steffen Rücker, Markus Neugebauer.

Offensiv: Jonas Herdering, Matthias Neugebauer, Idris Seddy, Jerome Zey, Velibor Velimir, Sammy Kittel, Jason Schäfer, Philip Basmaci, Jacob Pistor.

Trainer: Stefan Kühne.

Co.-Trainer: Ralf Schuchardt, Maxi Reitz.

Torwart-Trainer: Ralf Schuchardt.

Saisonziel: einstelliger Tabellenplatz.

Meister-Tipp: SG Barockstadt Fulda-Lehnerz, FC Eddersheim.Stand: 29. Juli 2020

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