Gefühlt einer gegen alle: Der Hadamarer Jann Bangert (am Ball) kann sich aber gegen Patrick Schur behaupten.
+
Gefühlt einer gegen alle: Der Hadamarer Jann Bangert (am Ball) kann sich aber gegen Patrick Schur behaupten.

Fußball-Hessenliga, Gruppe B

Stefan Kühne: „Wir wurden gejagt und wurden gefressen“

Der SV Rot-Weiß Hadamar hat in der Fußball-Hessenliga, Gruppe B, einen seiner ganz schlechten Tage erwischt und verlor gegen den bärenstarken FC Eddersheim deutlich mit 1:4 – die Tabellenführung wandert damit zum Gegner.

SV Rot-Weiß Hadamar – FC Eddersheim 1:4 (0:2). Von der ersten Minute an war zu sehen, dass den Hadamarern an diesem Nachmittag nichts gelingen sollte. Eddersheim war sofort tonangebend, wirkte sehr kompakt, zweikampfstark und wach bei zweiten Bällen. Nach vier Minuten stand es 0:1, als Jonas Kummer von der rechten Seite flankte und Nils Kohlbacher aus fünf Metern in die Maschen traf. Auch danach hatten die Rot-Weißen kaum Ballbesitz vorzuweisen, während das Team von Trainer Christian Lüllig mit vielen Seitenwechseln nach vorne spielte. Jonas Kummer schoss nach Matondo-Vorarbeit freistehend drüber (9.), dann war Torwart Christopher Strauch gegen einen Schuss von Nils Kohlbacher aus spitzem Winkel zur Stelle (17.). Hadamars einzig nennenswerte Torannäherung resultierte aus einem zu kurz abgewehrten Eckball, den Marco Koch Richtung Tor brachte, die Kugel jedoch noch von der Linie gekratzt wurde (22.).

Die Kühne-Elf wirkte trotz vier Pflichtspielsiegen in Folge alles andere als selbstbewusst, stattdessen irgendwie gehemmt. Glück hatten Dimter & Co., als Brooklyn Wölfinger einen Kopfball von Luki Matondo vor der Linie klärte (29.). Doch der zweite Treffer folgte vier Minuten vor der Pause: Ferdinand Scholl bereitete von rechts vor, Christopher Strauch versuchte zu klären, fand den Abnehmer aber in Nils Kohlbacher – 0:2. Zu allem Überfluss handelte sich Jerome Zey in der Nachspielzeit nach seinem zweiten Foulspiel die Gelb-Rote Karte ein. Der ohnehin sehr kleinliche Schiedsrichter Joschka Pfeifer unterband durch viele nicht zwingend notwendige Pfiffe einen ordentlichen Spielfluss – damit haderten aber beide Teams.

Nach Wiederbeginn keimte im Rot-Weiß-Lager Hoffnung auf, als Torhüter Daniel Zeaiter nach einem Rückpass den heranstürmenden Jann Bangert nicht so richtig ernstgenommen hatte, ihn anschoss und die Kugel im Netz landete – 2:1 (55.). Und plötzlich wirkte der FCE einige Minuten verunsichert, doch den Platzherren fehlte es in Unterzahl an zündenden Ideen, um die starke Defensive ernsthaft zu gefährden. Nachdem Christopher Krause im Eins-gegen-Eins an Christopher Strauch gescheitert war (74.), bedeutete ein genialer Pass des überragenden Hendrik Dechert die Entscheidung: Der ebenfalls bockstarke Nils Kohlbacher vollstreckte zum 1:3 (80.). Dass der eingewechselte Vasilios Mantzafleris in der Schlussminute einen Querpass Ferdinand Scholls zum 1:4 über die Linie schoss, hatte nur noch statistischen Wert. An der Gerechtigkeit dieses Resultats – auch in dieser Höhe – durfte es am Ende keine zwei Meinungen geben, denn Eddersheim war die mit Abstand stärkste Mannschaft, die in dieser Saison in der Fürstenstadt vorstellig geworden ist. Das hatte auch SVH-Coach Stefan Kühne so gesehen: „Das kann man so stehen lassen, sie haben aber leider auch gegen einen heute schwachen Gegner gespielt. Wir waren nicht im Spiel, in jedem Zweikampf zu spät, die Körpersprache hat gefehlt. Trotzdem werden wir nicht alles Schwarzmalen, wir stehen zurecht auf Platz zwei. Aber in diesen 90 Minuten wurden wir gejagt und gefressen. Wir mussten am Ende noch froh sein, dass Eddersheim in der zweiten Halbzeit zwei Gänge zurückgeschaltet hat.“ PATRICK JAHN

Hadamar: Strauch, Paul, Wölfinger, Dimter, Zey, Velemir, Dillmann, Burggraf (68. Kittel), Bangert, Neugebauer (75. Kern), Koch (46. Teller) – Eddersheim: Zeaiter, Schmitt, Bernhardt, Dechert, Matondo (90. Herrmann), Schur, Scholl, Finger, Krause (85. Mantzafleris), Kohlbacher, Kummer – SR: Pfeifer (Rimbach) – Tore: 0:1 (4.), 0:2 (41.) beide Nils Kohlbacher, 1:2 Jann Bangert (55.), 1:3 Nils Kohlbacher (80.), 1:4 Vasilios Mantzafleris (90.) – Gelb-Rot: Jerome Zey (H./45.+1, wdh. Foulspiel) – Zuschauer: 360.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare