Ein Blick in das Gesicht von Marco Koch (Hadamar, links) sagt alles: „Ich will hier und heute an dir vorbei!“. In dieser Szene bekommt das Marco Speck (Dreieich) zu spüren.
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Ein Blick in das Gesicht von Marco Koch (Hadamar, links) sagt alles: „Ich will hier und heute an dir vorbei!“. In dieser Szene bekommt das Marco Speck (Dreieich) zu spüren.

Fußball-Hessenliga, Gruppe B

Stefan Kühnes Jungs hauen den Top-Favoriten weg

In der Fußball-Hessenliga hat der SV Rot-Weiß Hadamar für eine faustdicke Überraschung gesorgt. Gegen den schwachen Top-Favoriten SC Hessen Dreieich gewannen die Rot-Weißen verdient mit 3:1. Die Gründe: eine großartige Willensleistung und eine taktische Meisterleistung von Trainer Stefan Kühne.

SV Rot-Weiß Hadamar – SC Hessen Dreieich 3:1 (1:1). Zwar kam Dreieich – ohne echten Stürmer angereist – besser ins Spiel und hatte durch Marc Wachs nach nicht einmal 180 Sekunden eine dicke Chance, ansonsten aber gelang den Gästen wenig. Der spielstarke Favorit hatte große Probleme mit dem Untergrund, zeigte viele Stockfehler und Fehlpässe. Noch dazu arbeitete Hadamar fantastisch gegen den Ball. Das 4-1-3-2-System Stefan Kühnes mit dem vorgezogenen Mirco Paul bereite dem SC Hessen zweifelsfrei Schwierigkeiten. Brooklyn Wölfingers Freistoß, den Keeper Pero Miletic parierte (20.), und Mirco Pauls Großchance nach starker Vorarbeit von Marco Koch (24.) waren erste Indikatoren, wohin die Reise gehen könnte. Dann aber der Schock aus Hadamarer Sicht: Nach einer Hereingabe agierten sowohl Matthias Neugebauer als auch Mirko Dimter zu inkonsequent, so dass Marc Wachs artig „danke“ sagte – 0:1 (28.). Drei Minuten danach war der Spielstand wieder egalisiert: Nach toller Kombination lupfte Jann Bangert den Ball in die Gefahrenzone, wo Marco Koch einen Schritt schneller als alle Dreieicher war und Torwart Miletic überlistete – 1:1 (31.). Chancen Dreieich? – Fehlanzeige. Stattdessen gefühlte 37 Abseitsstellungen, auch bedingt durch das clevere Spiel des SVH.

Nach Wiederbeginn sollte der SC noch genau einmal gefährlich werden: Bei Marco Specks Heber hatte Torwart Christopher Strauch so seine Probleme, bereinigte die Situation aber (53.). Dann folgte eine Spezialität der Platzherren: Ecke Jerome Zey, Kopfball Jason Schäfer – Tor, 2:1 (63.). Wütende Angriff der Elf von Trainer Taner Yalcin folgten nicht, stattdessen ungewohnt viele lange Bälle. Kein Problem für die Fürstenstädter. Gegenüber fiel die Entscheidung, als Marco Koch dem stolpernden Ljubisa Gavric enteilte, mustergültig für Mirco Paul querlegte, der auf 3:1 erhöhte (71.). In der Endphase hatten die Dreieicher den kompromisslosen und ebenso willensstarken Hadamarern nichts mehr entgegenzusetzen. Die Serie der Fürstenstädter von nunmehr fünf Spielen ohne Niederlage hält.

Rein gar nichts zu meckern hatte natürlich SVH-Coach Stefan Kühne: „Trotz englischer Woche war ich sehr zufrieden, wie stark wir sowohl läuferisch als auch kämpferisch überzeugt haben. Dreieich konnte sein Spiel nicht durchziehen, weil unsere Jungs super gegen den Ball gearbeitet haben. Ich hatte heute keine Bauchschmerzen, dass wir die Führung noch abgeben könnten. Vor dem Spiel habe ich den Jungs schon gesagt, dass die Mannschaft, die Herz und Leidenschaft zeigt, gegen elf gute Einzelspieler gewinnen wird.“ Er hatte Recht behalten. PATRICK JAHN

Hadamar: Strauch, Paul, Wölfinger, Dimter, Schäfer, Zey (80. Teller), Dillmann, Velemir, Bangert (88. Kern), Neugebauer, Koch (85. Burggraf) – Dreieich: Miletic, Gavric, Mladenovic, Alikhil (63. Barusic), Reljic, Speck (68. Amiri), Alempic, Dejanovic, Mouhaman, Schnitzer, Wachs – SR: Jantz (Wiesbaden) – Tore: 0:1 Marc Wachs (28.). 1:1 Marco Koch (31.), 2:1 Jason Schäfer (63.), 3:1 Mirco Paul (71.) – Zuschauer: 400.

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