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Stefan Lang (Sportlicher Leiter TSV Vatanspor)

Fußball, Verbandsliga

Stefan Lang (Vatanspor): "Der Abstieg wäre kein Weltuntergang"

Seit dem vergangenen Sommer engagiert sich Stefan Lang für den TSV Vatanspor Bad Homburg. Als Sportlicher Leiter kümmert der 56-Jährige sich um die Belange der Verbandsliga-Mannschaft, die Gefahr läuft, nach vier Jahren aus der zweithöchsten hessischen Spielklasse wieder in die Gruppenliga abzusteigen. Vor dem wegweisenden Spiel gegen Eintracht Wald-Michelbach (Samstag, 17 Uhr) unterhielt sich TZ-Reporter Wolfgang Kullmann mit Stefan Lang.

Herr Lang, wie schätzen Sie und die Führungscrew die Bedeutung der morgigen Begegnung ein?

Wir wollen den Druck von der Mannschaft nehmen, nicht große Rechenspiele betreiben. Sie soll einfach gut Fußball spielen und Spaß haben. Wir müssen es sowieso so nehmen, wie es kommt.

Das klingt so, als ob ein eventueller Abstieg kein großes Drama wäre. Gibt es einen Plan B?

Da so viele Gerüchte die Runde machen, will ich ganz klar erklären, dass es bei uns weitergehen wird, egal ob in der Verbands- oder Gruppenliga. Wir würden gern drinbleiben, aber ein Abstieg wäre kein Weltuntergang. Fast alle Spieler haben erklärt zu bleiben – egal in welcher Liga. Das gilt auch für unseren Trainer „Ibo“ Cigdem, der weitermachen wird.

Sie hatten ja zuletzt fehlende Unterstützung beklagt und Verbesserungen gefordert. Tut sich da was?  

Ich hoffe. Es ist unbedingt nötig, die Strukturen zu verbessern. Ich selbst kann zum Beispiel nicht an jedem Spieltag fünf verschiedene Jobs ausfüllen. Wir brauchen Verstärkung und frisches Blut. Die Identifikation der Vereinsgründer mit Vatanspor ist kaum noch vorhanden. Wir müssen neue Wege gehen. Es wird in der nächsten Saison auch wieder eine 2. Mannschaft bei uns geben.

Fehlende Zuschauer sind ein weiteres Problem des TSV. Wie will man die gewinnen?

Meist reichen die Zuschauereinnahmen tatsächlich nicht einmal, um den Schiri und seine Assistenten auszuzahlen. Ich hoffe am Samstag und darüber hinaus auf mehr Fußballinteressierte, die den Weg zu uns finden. Eine größere Kulisse würde uns enorm motivieren. Es geht doch auch für die Stadt Bad Homburg darum, ob sie weiterhin in der zweithöchsten hessischen Amateurliga im Fußball vertreten sein wird.

Was bewegt jemanden wie Sie, sich für einen Verein so stark zu engagieren, allen Widrigkeiten zum Trotz?

Es macht Spaß, dieses junge Team voranzubringen. Mit einem Drittel des Vorjahres-Etats haben wir viel erreicht, auch wenn der derzeitige Tabellenstand das nicht so zeigt. Auch dank der engagierten Arbeit unseres Trainers „Ibo“ Cigdem, der übrigens auch ehrenamtlich 2. Vorsitzender ist und als Trainer unentgeltlich arbeitet. Wir haben gute Typen in der Mannschaft, alles talentierte Fußballer. Irgendwann hoffe ich, einmal im Sessel vor dem Fernseher zu sitzen und in der Sportschau einen unserer Jungs zu sehen, der es ganz nach oben geschafft hat.

Interview: Wolfgang Kullmann

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