Chef-Trainer Thorsten Wörsdörfer (links) und Steffen Moritz bei der symbolischen Trikot-Übergabe auf dem Dietkircher Reckenforst.
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Chef-Trainer Thorsten Wörsdörfer (links) und Steffen Moritz bei der symbolischen Trikot-Übergabe auf dem Dietkircher Reckenforst.

Fußball-Hessenliga

Steffen Moritz: Beim TuS Dietkirchen im Angriffs-Modus

  • Marion Morello
    vonMarion Morello
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Steffen Moritz will es noch einmal wissen. Der ehemalige Spielertrainer des Fußball-Verbandsligisten FC Waldbrunn wird mit seinen 37 Jahren nicht nur beim TuS Dietkirchen der älteste Spieler sein, sondern vermutlich in der gesamten Hessenliga mit all seiner Erfahrung seinesgleichen suchen. Auf dem im Tiefschlaf, aber in strahlendem Sonnenschein liegenden „Reckenforst“ traf sich NNP-Sportchefin Marion Morello zum lockeren, coronakonformen Gespräch mit Steffen Moritz und Trainer Thorsten Wörsdörfer.

Herr Moritz, wie blicken Sie auf die Zeit beim FC Waldbrunn zurück?

STEFFEN MORITZ: Es waren viereinhalb wunderbare Jahre. Ich denke, Christian Mehr und ich haben das Optimum aus dem Team herausgeholt, sind in die Verbandsliga aufgestiegen und haben im Kreispokalendspiel gegen den SV Rot-Weiß Hadamar gestanden.

Jetzt starten sie noch einmal in der Hessenliga. Was haben Sie sich vorgenommen?

MORITZ: Ich traue es mir auf jeden Fall noch zu. Wer mich, meinen Willen und meinen Ehrgeiz kennt, weiß, dass ich mich da reinbeißen kann. Alle hatten eine sehr lange Pause und beginnen praktisch bei Null. Wenn ich fit bin, helfe ich, wo ich kann. Ich werde mich voll in die Mannschaft einbringen.

THORSTEN WÖRSDÖRFER: Es ist auch vorrangig zunächst völlig egal, ob Steffen 90 Minuten spielt, ein- oder ausgewechselt wird. Wichtig ist, dass das Ergebnis stimmt. Die ersten 18 müssen hier voll mitziehen, das ist das Allerwichtigste. Wie man immer wieder sieht, lebt jedes Team auch von einer guten Bank.

Herr Wörsdörfer, welche Rolle soll Steffen Moritz in Ihrem Team spielen?

WÖRSDÖRFER: Steffen soll vor allem meinen jungen Spielern etwas mitgeben, sie sollen von ihm lernen. Es ist hierzulande nicht einfach, einen Oberligaspieler nach Dietkirchen zu locken, von daher sind wir froh, dass Steffen den Weg zu uns gefunden hat. Inzwischen hat sich fast schon so etwas wie eine Freundschaft zwischen uns beiden aufgebaut.

MORITZ: Es ist auch eine einzigartige Konstellation. Viele, mit denen ich bald zusammenspielen werde, kenne ich gut. Zum Beispiel habe ich unter anderem mit Patrick Kuczok und Nicola Meloni schon in Hadamar zusammengespielt.

Was wird für Sie jetzt anders werden?

MORITZ: Ich kann mich jetzt ein Jahr lang voll und ganz aufs Fußballspielen konzentrieren, das machen, was mein Trainer mir sagt. Ich muss mir selbst viel weniger Gedanken machen; um die Trainingsgestaltung, Organisation und so weiter. Ich kann einfach nur spielen. Nach der Saison werde ich dann weitersehen, ob ich vielleicht irgendwo als Trainer weiterarbeite.

Wird Steffen Moritz Ihr Co.-Trainer, Herr Wörsdörfer?

WÖRSDÖRFER: Mein Co.-Trainer war, ist und bleibt Robin Böcher.

Herr Moritz, bei Thorsten Wörsdörfer wissen Sie, auf was Sie sich einlassen. Er war auch ihr Trainer beim RSV Würges.

MORITZ: Ja, wir haben drei Jahre lang in Würges in der Hessenliga zusammengearbeitet.

Welcher Spielertyp sind Sie? Der klassische Stoßstürmer, der genau da hingeht, wo es besonders weh tut?

MORITZ: Das könnte man so sagen. Ich denke, dass es meinen Spielertyp bisher in der Mannschaft des TuS Dietkirchen gar nicht gegeben hat. Von daher passe ich sicher ganz gut rein.

Wie stark ist der Hessenliga-Kader des TuS Dietkirchen für die neue Saison?

WÖRSDÖRFER: Wir haben einen Kader mit 20 Spielern plus drei Torhütern. Nach der ewig langen Pause wird es mit Sicherheit zunächst so sein, dass vor allem die jungen Spieler verstärkt zum Einsatz kommen werden. Mit Marvin Hölzenbein und Moritz Königstein haben wir zwei Spieler verloren, Steffen Moritz ist der einzige Neuzugang. Einen guten Abwehrspieler würde ich mir allerdings schon noch wünschen.

Was ist das Saisonziel?

WÖRSDÖRFER: Ganz klar der Klassenerhalt.

Was denken Sie, wird die Hessenliga geteilt werden?

MORITZ: Ich denke schon. Und wir werden sicher mindestens sechs Wochen Vorbereitung benötigen. Nach der langen Pause hat man kaum noch Ball- und Technikgefühl.

WÖRSDÖRFER: Ich vermute, wir werden eine komplette Vorrunde spielen und dann mit Auf- und Abstiegsrunde weitermachen. Gleich zu Beginn dauernd englische Wochen wären aus sportmedizinischer Sicht ein Irrsinn.Wir müssen wahrscheinlich zunächst hauptsächlich ganz viel mit dem Ball machen, Abläufe einüben, Techniktraining.

Hat die Krise irgend etwas Positives gebracht?

MORITZ: Man weiß wieder ganz normale Dinge viel besser zu schätzen, Dinge, die einem vorher völlig normal erschienen, wie mit Freunden ein Bier trinken oder einfach mal mit der Frau essen gehen. Als Familie haben wir profitiert. Ich war noch nie so viel zu Hause.

WÖRSDÖRFER: Viele haben wohl durch die Krise gesehen, wie gut es uns hier überhaupt gegangen ist, wie gut hier alles funktioniert. Wir leben in einem der besten Länder auf dieser Erde!

Steffen Moritz, Sie haben das Schlusswort!

MORITZ: Ich freue mich auf den TuS Dietkirchen und die Arbeit mit Thorsten. Und ich freue mich auf ehrliche Menschen im Vorstand, die mir ein Mindestmaß an Wertschätzung entgegen bringen.

STECKBRIEF

Name: Steffen Moritz

Alter: 37

Beruf: Lehrer

Bisherige Vereine:

bis 2004 FK Pirmasens (Oberliga Südwest)
bis 2006 Eintracht Glas-Chemie Wirges (Oberliga Südwest)

bis 2007 FK Pirmasens (Regionalliga)

bis 2012 RSV Würges (Hessenliga)

bis 2014 Fortuna Köln (Regionalliga)

bis 2017 SV Rot-Weiß Hadamar (Hessenliga)

bis 2021 FC Waldbrunn (Spielertrainer/Verbandsliga Mitte)

ab 2021 TuS Dietkirchen (Hessenliga)

Position: Stürmer

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