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Torjubel der FSG Weilnau/Weilrod/Steinfischbach

Fußball, Hochtaunus

Steigt TuS Merzhausen in die FSG ein?

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In der kommenden Saison wird es die FSG Weilnau/Weilrod/Steinfischbach nicht mehr geben. Ob der TuS Merzhausen dann den TuS Steinfischbach ersetzt, ist noch nicht geklärt, aber es zeichnet sich dieses Szenario ab.

Noch gibt es den kreisübergreifenden Grenzverkehr in der Fußball-Kreisoberliga Hochtaunus. Doch am Freitag, 29. Mai 2020, wird dieses Kapitel beendet, das immerhin dann 18 Jahre währte. An diesem Spätfrühjahrsabend empfängt die FSG Weilnau/Weilrod/Steinfischbach am letzten Spieltag den FC Oberstedten, gespielt wird in Steinfischbach, das zur Gemeinde Waldems zählt und somit zum Rheingau-Taunus-Kreis.

Seit einigen Monaten gibt es beim TuS Steinfischbach das Bestreben, die Fußballspielgemeinschaft mit der TuS Weilnau und der SG Weilrod zu beenden und eine neue mit dem TSV Niederems und SV Esch einzugehen. Diese beiden Orte gehören wie Steinfischbach zu Waldems.

„Es gibt eine Zusage der Gemeinde Waldems, nur einen Verein zu unterstützen“, bringt Armin Klimmek, der Vorsitzende der FSG, es auf den Punkt, weshalb es zum Bruch kommen wird. Am 8. November werde bei einer Mitgliederversammlung beim TuS Steinfischbach darüber entschieden, ob die neue Spielgemeinschaft mit Niederems und Esch zustande kommt. Zwar gebe es unterschiedliche Strömungen im Verein, aber der politische Druck, einen Waldemser „Großclub“ zu installieren, könnte entscheidenden Charakter haben. Für die FSG, die den siebten Platz in der KOL einnimmt und seit Jahren in der höchsten Liga des Hochtaunuskreises eine gute Rolle spielt, hätte diese Entwicklung erhebliche Auswirkungen. Etwa zwei Drittel der Spieler aus dem Kader der Ersten Mannschaft gehören dem TuS Steinfischbach an, unter anderem Torjäger Louis Presle, Dominik Eder und Sören Hofmann. Der TuS Weilnau und die SG Weilrod sind jeweils nur mit einem Sechstel beteiligt. Bei der „Zweiten“ – in der B-Liga angesiedelt – ist dieses Verhältnis viel ausgewogener.

„Man hat uns vor vollendete Tatsachen gestellt“, ist Klimmek über die Vorgehensweise des TuS Steinfischbach verstimmt. Auch wenn Anfang November wider Erwarten das Votum der Mitglieder des TuS Steinfischbach gegen die FSG mit Niederems und Esch ausfällt. „Wir werden den Weg nicht mehr zurückgehen“, betont Klimmek.

Das hat freilich auch einen plausiblen Grund. Die Verantwortlichen aus Weilnau und Weilrod stehen in guten Kontakten zum TuS Merzhausen. Mit dem Usinger Stadtteilclub, der sich eine Gruppenliga-Mannschaft nicht mehr leisten kann und auch nicht möchte und deshalb bis in die Kreisliga B abgerutscht ist, soll die FSG ab dem 1. Juli 2020 aufgefrischt werden.

„Wir wollen dies in den nächsten drei, vier Wochen klären. Bei einem ersten Treffen haben wir die Bereitschaft dazu erklärt. Ich gehe davon aus, dass wir es hinbekommen werden“, sagt der Merzhäuser Fußball-Abteilungsleiter Uwe Hartmann auf Nachfrage der Taunus Zeitung.

Rückzug in A-Liga denkbar

Allerdings müssten noch grundlegende Rahmenbedingungen entschieden werden. Wo werden die Pflichtspiele absolviert? Auf welchem Platz findet das Training statt? Welches Clubheim eignet sich am besten? Auch die Ligazugehörigkeit müsste geklärt werden. „Wir werden uns nicht an der KOL festbeißen“, sagt Klimmek, der angesichts der zu erwartenden Abgängen auch einen Rückzug in die A-Klasse für möglich hält.

Im Nachwuchsbereich haben Merzhäuser und Weilnauer jedenfalls schon bewiesen, dass die Zusammenarbeit funktioniert. Seit etwa zehn Jahren bestehe laut Klimmek schon die JSG. Auch Hartmann betont, dass die gemeinsamen Erfahrungen positiv seien. Ziel sei es, in der Spielzeit 2020/21 alle Jahrgänge zu besetzen. „Wir werden durch die aktuell starke B-Jugend dann auch eine A-Jugend haben“, sagt Klimmek. Die JSG würde dann durch die SG Weilrod ergänzt, um auf allen Ebenen im Dreierbund zu agieren.

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