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Aufsteiger in die A-Liga: FSV Steinbach.

Fußball Hochtaunus

FSV Steinbach: Ende gut, alles gut - und einer ist klitschnass

Erst die Enttäuschung, dann das versöhnliche Ende: Zunächst im B-Liga-Titelrennen gescheitert, bucht der FSV Steinbach dann aber via Relegation den Aufstieg.

Wer zunächst tiefstapelt, hat gute Chancen, am Ende die Erwartungen zu übertreffen. So gesehen kann man vielen Vereinen die eher defensiv formulierten Saisonziele vor Beginn einer Runde nicht verübeln. Umso erfrischender waren die Aussagen des FSV Steinbach vor der jüngst abgelaufenen Spielzeit: Der Aufstieg soll's sein, möglichst der Titel in der Kreisliga B. Als großspurige Selbstüberschätzung sollte man das Ganze aber nicht verstehen. Die Zielsetzung wurde nämlich weder vom Trainer noch vom Vorstand ausgerufen.

"Wir hatten die Spieler vor der Saison gefragt", erklärt Coach Christian Sudler, "und sie waren sich einig, dass wir es nach dem zuvor knapp verpassten Aufstieg jetzt schaffen können. Und am schönsten ist so ein Aufstieg eben als Meister." Tatsächlich scheiterte die Mannschaft in der Saison 2017/18 hauchdünn am großen Wurf. Der Rückstand auf die SG Wehrheim/Pfaffenwiesbach II, die als Zweiter direkt aufsteigen durfte, betrug nur drei Zähler. Der drittplatzierte FC Oberursel, der sich via Relegation für die A-Liga qualifizierte, lag gar nur mit einem Zähler vorne. Rang vier war 2018 objektiv betrachtet eine sehr gute Platzierung für Steinbach, doch für die Akteure fühlte es sich trotzdem enttäuschend an. Diese Erfahrung wollte das Team in der Spielzeit 2018/19 um jeden Preis vermeiden. Lange sah es auch so aus, als ob dies gelingen würde.

Mit einem 8:0 bei der FSG Niederlauken/Laubach im August 2018 startete der FSV eine starke Serie von sechs Spielen ohne Niederlage, ehe man Ende September beim SV Bommersheim mit 2:3 unterlag. In den darauffolgenden drei Spielen schlug Steinbach allerdings beeindruckend zurück: drei Siege bei einem Torverhältnis von 16:3. In der Tabelle bedeutete dies Platz eins.

18 Mal auf Platz 1

Insgesamt belegten die Steinbacher an 18 Spieltagen den Platz an der Sonne. Nicht wenige verglichen die Mannschaft von Sudler mit der SG Hundstadt, die in der Saison zuvor frühzeitig die Meisterschaft errungen hatte. Der FSV spielte gerade im Sommer 2018 ähnlich dominant und mit großem Selbstvertrauen. Kurz vor dem Jahreswechsel gab es allerdings kleine Risse im Gefüge.

Aus den letzten drei Spielen in 2018 sprangen nur zwei Punkte heraus. Mit dem Remis bei SF Friedrichsdorf II Anfang November konnte man noch leben, auch wenn Sudler seine Elf mit mehr Spielanteilen sah. Das 1:1 gegen die SpVgg Bomber Bad Homburg II und speziell die 1:2-Niederlage gegen die SG Mönstadt/Grävenwiesbach II sorgten für Verstimmung zum Jahresausklang.

Die große Enttäuschung

"Zum einen lief es innerhalb der Mannschaft am Ende der Hinrunde nicht mehr ganz so rund", erklärte Sudler, "zum anderen ging uns in dieser Phase auch ein Stück weit das Spielglück verloren." Der Übungsleiter behielt aber die Ruhe und fuhr gut damit. Seine Elf fing sich wieder und spielte auch dank eines Trios im letzten Saisondrittel wieder stark auf. Zino Zampach, Cem Bektas und Alexander Koziolek (siehe auch Text unten) kehrten während der Semesterferien von ihren US-Colleges zurück und belebten das Spiel des FSV dank Zweitspielrecht enorm. Trotzdem passierte am letzten Spieltag genau das, was man unbedingt verhindern wollte: eine große Enttäuschung.

Am 30. Spieltag verlor der FSV daheim nicht nur gegen SF Friedrichsdorf II (3:4), sondern auch den Titel und sogar den direkten Aufstieg. Friedrichsdorf wurde Meister, Eschbach/Wernborn II Zweiter und der FSV landete im allerletzten Moment auf Rang drei. Wenigstens durfte man in der Relegation nachsitzen. Der Gegner hieß ausgerechnet Hundstadt, die Übermacht des Vorjahres. Doch bei brütender Hitze behielt Steinbach einen kühlen Kopf, siegte völlig verdient mit 7:0 und stieg doch noch auf. Der Einzige, der danach kurzfristig bedröppelt aus der Wäsche schaute, war Coach Sudler. Seine Spieler hatten ihm nämlich nach dem Abpfiff eine zünftige Bierdusche verpasst. Wirklich beschweren wollte sich der Trainer darüber aber nicht.

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