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Tobias Hellwig (HSG Steinbach/Kronberg/Glashütten) beim Wurf.

Handball Hochtaunus, Bezirksoberliga

Steinbach gewinnt Kellerduell, Oberursel verbessert Torbestmarke

  • Thorsten Remsperger
    vonThorsten Remsperger
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In der Bezirksoberliga Wiesbaden/Frankfurt klettert die TSG Oberursel durch den nächsten Sieg auf Rang drei. Die TSG Ober-Eschbach wacht gegen die TG Schierstein zu spät auf.

Hochtaunus.  Es sind viele Tore gefallen im Bezirksoberliga-Spiel zwischen der TSG Oberursel und der MSG Schwarzbach. Sehr viele. Das war auch zu erwarten, wenn die beiden bisher stärksten Angriffsreihen der höchsten Spielklasse im Handball-Bezirk Wiesbaden/Frankfurt aufeinandertreffen. Dass es schließlich auf dem Oberurseler Konto 15 Treffer mehr waren als auf dem der Spielgemeinschaft von TuS Kriftel und TV Hofheim, spricht für die Klasse der Gastgeber, die weiterhin von Sieg zu Sieg eilen. Dabei hat die TSGO bereits zum vierten Mal die 40-Tore-Marke übertroffen und beim 43:28 so viele Treffer erzielt, wie in noch keinem Spiel dieser Saison.

Dank einer klugen Taktik wurde der Tabellenvierte seiner Favoritenrolle gegen den Aufsteiger gerecht. Trainer Jürgen Merz, unter dessen Regie der Landesliga-Absteiger seit acht Spielen ungeschlagen ist, entschied sich für eine 4:2-Deckung und lag damit goldrichtig. Dem Gast aus dem Main-Taunus-Kreis schmeckte die offensive Variante überhaupt nicht, viele Ballverluste waren die Folge, Linkshänder Kevin Pappisch kam im Angriff nicht wie gewohnt zur Geltung (3/1).

„Wir waren von Anfang an hellwach“, beschrieb Mannschaftsbetreuer Bernhard Schmidt die ersten sechs Minuten bis zum 6:1. Prompt nahm der Gast eine Auszeit. An der Oberurseler Überlegenheit änderte das aber nichts. „Auch nach den ersten Wechseln nach 15 Minuten gab’s bei uns keinen Einbruch“, lobte Schmidt. Weil auch Ian Michelson im Tor glänzend aufgelegt war, hatte die TSGO den Gegner bis zur Pause bereits mit 24:11 deklassiert. Wenn es etwas zu bemängeln gab, dann dass sich das Team in der zweiten Hälfte auf einen offenen Schlagabtausch einließ. Bestnoten verdienten sich neben Michelson Kreisläufer Timo Günther und Rechtsaußen Justus Metz. Für das Verfolgerduell am Samstag bei der TSG Münster II (15 Uhr) scheint das Team gewappnet.

TSGO-Tore: T. Günther (9), Metz (6), Scheich (5/2), Rummel, Juli (je 4), Haupt, Ilestro, Walz, Mertzling (je 3), Schmidt (2), Avemann (1).

TSG Ober-Eschbach – TG Schierstein 25:26 (11:18). Für Thomas Jäth ist die Ursache für die erneute Niederlage, diesmal gegen einen Tabellennachbarn, klar: „Wir bekommen es im Kopf nicht geregelt“, sagt Ober-Eschbachs Sportlicher Leiter. Die Ausfälle von Moritz Hess (Rückraum links) und Andrius Veteras (Tor, beide erkrankt) drückten auf die Stimmung, für die rechte Seite stand zudem kein Linkshänder zur Verfügung (Kristijan Katic/Mittelhandbruch, Yvo Heinen/studienbedingt verhindert). So seien die Köpfe gleich nach unten gegangen, als Schierstein nach dem 6:5 (12.) das Blatt nach mehreren schlecht verteidigten Würfen aus dem Rückraum das Blatt wendete und zur Pause, so Jäth, schon entscheidend führte.

In der Kabine habe sich das Team dann die Ansprache von Spielertrainer Magnus Kongestol zu Herzen genommen. Mit einer offensiven Deckung startete die TSG zur Aufholjagd, die fast noch den Ausgleich gebracht hätte. Nach dem 22:26 (56.) kam Ober-Eschbach heran und hätte in seinem letzten, 40 Sekunden langen Angriff den Ausgleich erzielen können, jedoch gelang kein Abschluss mehr. „Schierstein hat hinten in der Tabelle nichts zu suchen“, findet Jäth, „und wir hätten am Samstag keine Sorgen gehabt, wenn wir gleich so wie in der zweiten Halbzeit gespielt hätten.“

TSG-Tore: Jankovic (5/1), G. Pagano (5/2), Kongestol, Neubert (je 4), Gottlieb (3), Hahne (2), D. Pagano, Kahrovic (je 1)

HSG Steinbach/Kronberg/Glashütten – HSG Sindlingen/Zeilsheim 27:25 (16:13). Nach einem Spiel auf schwachem Niveau war die Erleichterung den Gastgebern anzusehen. „Es ging für uns nur um die zwei Punkte“, sagte Steinbachs Trainer Daniel Sailler nach dem spannenden Kellerduell, „um den Abstand zu den vorderen Plätzen zu verringern, und das haben wir geschafft.“

Das „Wie“ interessierte Sailler diesmal nicht so sehr. Er freute sich darüber, dass sein Team am Ende die Nerven behalten hatte. Nach einer Manndeckung gegen Timm Niebergall und drei Zeitstrafen innerhalb kurzer Zeit für die protestierenden Hausherren hatte Schlusslicht Sindlingen Oberwasser (21:22, 46.). „Doch die Jungs haben gefightet“, so Sailler. In den letzten fünf Minuten trafen nur noch Sebastian Becker (vom Kreis) und Thomas Mollath (nach einer Eins-gegen-eins-Situation), Sindlingen/Zeilsheim trotz eines siebten Feldspielers nicht mehr.

HSG-Tore: Beetz (10/4), Niebergall (7), Weigand (3), Becker, Unterharnscheidt (je 2), Langhammer, Mollath, Reuß (je 1).

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