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Adrien Born führte seinen SV Elz im Frühsommer als Kapitän zurück in die Gruppenliga. Rechts: Kreisoberliga-Klassenleiter Tobias Barthelmes.

Spieler des Monats

Der „Storch“ schlägt dreifach zu

Die Nassauische Neue Presse hat sich bei der Wahl zum „Spieler des Monats November“ für Adrien Born vom SV Elz entschieden. In die engere Auswahl kommt jeweils ein Fußballer/eine Fußballerin, der/die auf oder neben dem Sportplatz besonders positiv aufgefallen ist.

Ein Tor für einen defensiv ausgerichteten Fußballer kommt schon mal vor. Vor allem dann, wenn man – wie Adrien Born – über Gardemaß verfügt. Eben jener schleicht sich bei Freistößen und Eckbällen mit in den gegnerischen Strafraum, um mit seiner Kopfballstärke erfolgreich zu sein. Dass einem Spieler aber ein „Doppelpack“ auf eine solche Art und Weise gelingt, kommt doch eher selten vor. Sensationell wird es dann, wenn Selbiges gleich dreimal während eines 90-minütigen Gruppenliga-Spiels gelingt. Und wie setzt Adrien Born – mannschaftsintern „Storch“ genannt – der ohnehin schon einmaligen Sache die Krone auf? Richtig: Er verhilft seiner Mannschaft beim turmhohen Favoriten SV Niedernhausen nach 0:2-Pausenrückstand noch zu drei Punkten. Gibt’s nicht? Gibt’s doch.

Aus 0:2 ein 3:2 gemacht

So geschehen 18. November. Der SV Niedernhausen, für seine Heimstärke bekannt und bis dato lediglich mit einer Niederlage auf eigenem Platz ausgestattet, empfängt den abstiegsbedrohten SV Elz. Kurz vor der Halbzeitpause bringt ein Doppelschlag die Elf aus dem Rheingau-Taunus-Kreis mit 2:0 in Führung. Wie so oft: Elz spielt gut, belohnt sich aber nicht. Das sieht auch Adrien Born so: „Es war alles andere als ein schlechtes Spiel von uns. Und trotzdem lagen wir nach zwei dummen Fehlern auf einmal 0:2 zurück. In der Pause haben wir uns dann das Hinspiel in den Sinn gerufen, als wir in der Lage gewesen waren, vier bis fünf klare Chancen zu erarbeiten. Wir wussten also, dass wir die Abwehr knacken können und wollten das Spiel noch drehen. Entsprechend mutig sind wir auch aufgetreten, haben uns die Möglichkeiten erarbeitet und diesmal auch die Tore gemacht.“

Drei Standards, drei Tore

Im Mittelpunkt stand bei dieser irren Aufholjagd vor allem Adrien Born.

Drei Standards, drei Tore

– beinahe schon unfassbar. Wie hat sich das für den nicht unbedingt als Torjäger bekannten Elzer angefühlt? Er meint: „Das war natürlich ein super Gefühl, und die Bierfreude nach dem Spiel entsprechend groß.“ Unabhängig von dieser Tatsache sagt der 31-jährige: „Bei dieser Tabellenkonstellation hätte eine Niederlage fast schon den sicheren Abstieg für uns bedeutet.“ Umso wichtiger waren seine drei „Buden“. „Ein paar Tore nach Standards habe ich in jeder Saison gemacht, aber drei in einem Spiel – das war schon der Hammer“, blickt Adrien Born freudestrahlend zurück. Schmunzeln muss er auch ein bisschen über die Tatsache, dass er eigentlich gelernter Stürmer ist und ihm noch nie drei Tore in einem Spiel gelungen sind. „Über die Jahre bin ich dann immer weiter nach hinten gerückt.“

Aufgrund eines starken Schlussspurts in 2018 mit sieben Punkten aus den letzten drei Partien hat sich der SV Elz in der Gruppenliga Wiesbaden wieder in Schlagdistanz zum rettenden Ufer gebracht. Das Ziel für Adrien Born ist also klar: „Wir wollen versuchen, die Klasse zu halten. Nach unserem letzten Gruppenliga-Debakel wäre das schon ein Riesenerfolg.“

Sich selbst bezeichnet Adrien Born im Übrigen als typischen Kreisliga-Fußballer: „Für mich stehen Spaß und Freundschaften innerhalb der Mannschaft absolut im Vordergrund. Wir haben eine super Truppe, und wenn der Erfolg stimmt, ist es natürlich umso besser.“ Sein Beruf als IT-Berater spannt den 31-jährigen natürlich ein Stück weit ein. Und auch Verletzungen bleiben natürlich nicht immer aus. Deswegen hat der Elzer einen klaren Appell an die Jugend: „Ich spiele vielleicht noch zwei oder drei Jahre, dementsprechend wird es also Zeit, dass die Jungen so langsam übernehmen.“ Bis dahin wird „Abo“, wie ihn seine Freunde nennen, aber sicherlich noch alles für seinen SV Elz geben. Und gegen einen weiteren „Dreierpack“ hätte er sicher auch nichts einzuwenden.

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