Der Hadamarer Niklas Kern (links) im Kopfballduell mit Walldorfs Jonas Herberg.
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Der Hadamarer Niklas Kern (links) im Kopfballduell mit Walldorfs Jonas Herberg.

Fußball-Hessenliga, Gruppe B

SV RW Hadamar zirkuliert im Teufelskreis

In der Fußball-Hessenliga, Gruppe B, wird die Luft für den SV Rot-Weiß Hadamar im Kampf um die Aufstiegsrunde dünner. Durch die 0:2-Heimniederlage, bei der der Elf von Trainer Stefan Kühne zum vierten Mal nach Gang kein eigener Treffer gelingen sollte, reiben sich die Konkurrenten hoffnungsvoll die Hände. Und am nächsten Wochenende sind die Fürstenstädter auch noch zum Zuschauen verdammt.

SV Rot-Weiß Hadamar – Rot-Weiß Walldorf 0:2 (0:1). Als die Nachspielzeit schon fast abgelaufen war, ereignete sich eine Szene, die als Sinnbild für die aktuelle Situation der Hadamarer dienen dürfte: Das Spiel war längst entschieden, da schickte Schiedsrichterin Wiebke Schneider SVH-Schlussmann Christopher Strauch mit der Roten Karte vom Feld, als dieser – außerhalb des Strafraums – den Ball an die Hand geschossen bekam. Eine (zu) harte Entscheidung, die belegte: Es läuft derzeit alles gegen die Rot-Weißen.

Anders als in Eddersheim waren die Fürstenstädter über die gesamte Spielzeit gewillt, wirkten bissig, hatten aber oftmals auch Pech. Die Walldorfer waren vor allem in den Anfangsminuten etwas besser und setzten das erste Ausrufezeichen: Marc Eichfelder zog einen Freistoß fast von der Seitenauslinie auf den langen Winkel, doch Christopher Strauch lenkte den Ball über die Latte (4.). Dann kamen die Hausherren besser in die Partie und hätten eigentlich in Führung gehen müssen. Niklas Kerns Flanke erreichte Matthias Neugebauer, dessen Flugkopfball aus kurzer Distanz aber am Pfosten landete (10.).

Dann waren Zweikämpfe im Mittelfeld lange Zeit bestimmend, ehe die Gäste nach einer guten halben Stunde auf die Siegerstraße gelangten: Julian Ludwigs Ecke landete auf dem Kopf des viel zu freien Maximilian Thomasberger, der zum 0:1 einköpfte (32.) – aus Sicht der Platzherren wieder einmal mehr als vermeidbar. In den Schlussminuten des ersten Akkords stand Fortuna den Südhessen Pate. Erst scheiterte Jerome Zey nach einem Abwehrfehler freistehend an Torwart Kevin Darmstädter, ehe Jann Bangert beim Nachschuss den auf der Linie postierten Jonas Herberg anvisierte (41.). Nur 120 Sekunden danach spielten Ruben Monteiro-Carvalho und Niklas Kern Doppelpass, bei der dann folgenden Hereingabe riskierte erneut Herberg Kopf und Kragen, klärte aber knapp über den eigenen Torwinkel (43.). Strittig wurde es unmittelbar vor der Pause, als Jann Bangert bei einem Zweikampf vom letzten Mann, Christian Matheisen, zu Fall gebracht wurde, die Unparteiische aber weiterlaufen ließ.

Im zweiten Durchgang neutralisierten sich beide Teams, obwohl die Hadamarer mehr Ballbesitz hatten. Walldorf hatte aber durchaus Gelegenheiten, auf 0:2 zu stellen. Zunächst vertändelte Laurin Vogt die Kugel aussichtsreich (52.), dann parierte Christopher Strauch gegen den durchgebrochenen Simon Geisler herausragend (71.). Auch die Kühne-Elf kam zu Möglichkeiten, wirkte aber ab und an etwas kopflos. Ruben Monteiro-Carvalho schoss nach einem Seitenwechsel Jann Bangerts zu überhastet drüber (55.), dann schlenzte der Vorbereiter selbst aus 16 Metern über den linken Torwinkel (83.). Es sollte einfach nicht sein. Dass sich der SVH wahrhaftig in einer gefährlichen Situation befindet, war spätestens nach dem 0:2 durch Nico Struwe, der nach klugem Querpass von Manuel Konate Lueken nur einzuschieben brauchte, amtlich.

„Mir fehlen ein bisschen die Worte, und die Enttäuschung ist natürlich groß. Ich kann den Jungs aber keinen großen Vorwurf machen. Wir müssen einfach zusehen, dass wir nach dem spielfreien Wochenende wieder auf der Höhe sind. Ich bleibe dabei: Einen Sieg brauchen wir noch“, sagte der fast sprachlose Hadamarer Trainer Stefan Kühne nach Abpfiff. Zufrieden war natürlich Walldorf-Coach Artur Lemm: „Das war eine sehr gute Mentalitätsleistung. Über das gesamte Spiel, sowohl mit als auch gegen den Ball, waren wir die aktivere Mannschaft, und sehr aufmerksam bei zweiten Bällen. Wenn wir alle verbleibenden Spiele gewinnen, haben wir vielleicht sogar noch eine Chance auf die Aufstiegsrunde.“

PATRICK JAHN

Hadamar: Strauch, Paul, Dimter, Kittel (84. Kazerooni), Teller, Zey, Monteiro-Carvalho (70. Koch), Kern (56. Schäfer), Dillmann, Bangert, Neugebauer – Walldorf: Darmstädter, Herberg, Struwe, Ludwig (63. Kunert), Vogt (87. Konate Lueken), Thomasberger, Eichfelder, Matheisen (79. Deumlich), Borger, Dogan, Geisler – SR: Wiebke Schneider (Brachttal) – Tore: 0:1 Maximilian Thomasberger (32.), 0:2 Nico Struwe (90.+1) – Rote Karte: Christopher Strauch (H./90.+1, Handspiel außerhalb des Strafraums) – Zuschauer: 180.

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