"Königstransfer": Stürmer Yves Böttler wechselt von Barockstadt Fulda zum SV Zeilsheim. oto: imago images
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"Königstransfer": Stürmer Yves Böttler wechselt von Barockstadt Fulda zum SV Zeilsheim. oto: imago images

Fußball

SV Zeilsheim rüstet auf

  • Harald Joisten
    vonHarald Joisten
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Hessenligist verpflichtet interessante Spieler - "Liga rückt enger zusammen"

Zeilsheim -Nächste Woche ist es soweit. Endlich wieder. Für Dienstag oder Mittwoch plant der SV Zeilsheim sein erstes Mannschaftstraining - sieben Monate nach Beginn des landesweiten Corona-Lockdowns. "Wir hoffen, die Inzidenzwerte lassen es zu", sagt der sportliche Leiter Tom Balser. Der Hessenligist gehört zwar fußballerisch zum Main-Taunus-Kreis, zählt aber regional zu Frankfurt.

Es dürfte ein großes Happening werden, das Wiedersehen auf dem Platz. "Jeder von uns brennt, wieder gegen die Kugel treten zu können", betont Trainer Sascha Amstätter. Der ehemalige Eintracht-Profi wird es freilich langsam angehen lassen, seine Spieler nicht gleich überfordern. "In den ersten Tagen würde ich erst einmal schauen, dass die Freude am Spielen zurückkommt", so Amstätter.

Den Körper langsam an die Belastungen zu gewöhnen, hat oberste Priorität. Zumal keine große Eile besteht. Noch steht nicht fest, wann die Hessenliga beginnen wird. Möglicherweise Mitte August. Keiner weiß es. Noch steht nicht einmal fest, ob die höchste Liga des Bundeslandes 21 oder 22 Mannschaften umfassen wird - je nachdem, ob die SG Barockstadt Fulda vor Gericht noch den erhofften Aufstieg in die Regionalliga Südwest durchboxen kann.

Und zudem steht noch nicht fest, mit welchem Spielsystem die Hessenliga ablaufen wird. Wird sie geteilt, nach regionaler Zugehörigkeit der Vereine, um weniger Spiele zu haben? Oder wird sie "normal" in voller Stärke mit Hin- und Rückrunde durchgeführt? Keiner weiß es.

Sicher ist, Zeilsheim wird mit zahlreichen neuen Spielern antreten. Die Mannschaft, die die vergangene Abbruch-Saison als Aufsteiger auf dem beachtlichen neunten Platz beendete, hat ihren Kader runderneuert.

Neun Abgänge gibt es: Tunay Acar (zu Hellas Schierstein), Dennis Brunner (zieht zurück in seine Heimat im Osten), Marco di Maria. Aleksandar Mastilovic (beide Ziel unbekannt), Ryota Ishii (zurück nach Japan), Blerton Muca (VfR Mannheim), Athanasios Nakos (Hellas Schierstein), Deniz Topcu (Hanau 93) und Nemanja Saula (Spvgg Neu-Isenburg).

Im Gegenzug gibt es einige hoch interessante Neuzugänge. Darunter der 24-jährige Innenverteidiger Markus Auer, der von Oberliga-Konkurrent Türk Gücü Friedberg kommt und einst in der Regionalliga bei Bayern Alzenau und Stadtallendorf spielte. "Er ist ein guter Mann", sagt Balser. Als "Königstransfer" bezeichnet er den 29-jährigen Yves Böttler. Der 1,88 Meter große Mittelstürmer erzielte vergangene Saison für Barockstadt Fulda in sieben Spielen fünf Tore und soll den Angriff der Zeilsheimer noch gefährlicher machen. "Yves ist groß, kopfballstark, ein echter Stoßstürmer. Er kann vielleicht 14 oder 15 Tore schießen", meint Balser.

Neu sind auch drei hochwertige defensive Mittelfeldspieler: Der 24-jährige Patrick Kalata, der in den vergangenen vier Jahren für Regionalligist Bayern Alzenau spielte, sowie Keanu Hagley (23/Türk Gücü Friedberg) und Markus Hofmeier (27/SF Friedrichsdorf), der vor knapp einem Jahrzehnt zwei Zweitliga-Spiele für den FSV Frankfurt bestritt. Hinzu kommen Spielmacher Chakib Nejeoui-Flores (25), zuletzt viereinhalb Jahre bei Verbandligist JSK Rodgau, Nahom Ogbay (22/FC Eddersheim), Ivan Samardzic (22/FFV Sportfreunde) sowie die Torleute Marius Dittmar (29/Germania Großkrotzenburg) und Rodolfo Furtunato da Silva (22/Viktoria Griesheim).

Neu sind im Grunde auch die Winter-Zugänge Emin Aykir (21/RW Darmstadt) und Ali Yildirim, weil sie wegen des Corona-Lockdowns noch keine Partie für Zeilsheim bestreiten konnten.

Testspiel gegen

FSV Frankfurt

Der 25 Jahre alte Mittelfeldspieler Yildirim spielte zuletzt drei Jahre in der 3. Liga in der Türkei und stand danach offenbar vor dem Sprung zu Waldhof Mannheim. Nach einem 14-tägigen Training schaffte er nicht den Sprung in den Kader des Drittligisten. Und so griff Zeilsheim zu, als sich die Chance ergab, den "Sechser" zu verpflichten. "Ali kam zurück nach Deutschland, weil er in Frankfurt einen Studienplatz bekommen hat", erklärt der sportliche Leiter Balser. Ali Yildirims Zwillingsbruder Mehmet spielt in Bad Vilbel, sein älterer Bruder Sevket bei TS Ober-Roden.

"Wir sind mit noch drei weiteren Spielern in Kontakt", betont Balser. Dann dürfte der neue Kader endgültig feststehen. Die Zeilsheimer hoffen natürlich wieder darauf, nichts mit dem Abstieg zu tun zu bekommen. Es dürfte ein hartes Stück Arbeit werden. "Viele Vereine haben ein bisschen aufgerüstet. Ich glaube, die Hessenliga rückt enger zusammen, kein Team wird Kanonenfutter sein. Sollte Fulda nicht in die Regionalliga hochgehen, ist Dreieich der Favorit", so Balser.

Jetzt gilt es freilich erst mal, wieder selbst in Schwung zu kommen. Die Vorfreude ist groß. Dazu trägt auch ein Freundschaftsspiel am 3. August im Höchster Stadtpark gegen Regionalligist FSV Frankfurt bei. Es kann losgehen. Harald Joisten

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