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Führte die SG Taunus in die Kreisoberliga: Spielertrainer José Ferreira.

Serie: Meister im NNP-Land

SG Taunus: Souverän, dominant, meisterlich

Weiter geht’s mit unserer Serie “Meister im NNP-Land“. Heute blicken wir auf die Fußball-Kreisliga A Limburg-Weilburg, in der die SG Taunus eine fabelhafte Saison hingelegt hat.

VON PATRICK JAHN

Zum Zeitpunkt des Abbruchs erreichte die SG Taunus um Spielertrainer José Ferreira 63 von 69 möglichen Punkten und darf sich völlig zurecht über die Meisterschaft und den damit verbundenen Aufstieg in die Kreisoberliga Limburg-Weilburg freuen.

In der Gemeinde Selters läuft’s. Nach der SG Selters (Meister der Kreisoberliga) knallen auch in Eisenbach und Haintchen die Sektkorken, denn die SG Taunus ist erstmals seit ihrer Gründung im Kreisoberhaus angekommen. José Ferreira hatte seit seinem Amtsantritt einen Drei-Jahres-Plan, der voll aufgegangen ist.

Eine Rückblende: In seiner ersten Saison als verantwortlicher Spielertrainer war die SGT nur dank eines frei gewordenen Platzes in der Kreisliga A geblieben. Rein sportlich hätte nach der Aufstiegsrunde eigentlich der Abstieg festgestanden. Im zweiten Jahr landete die SG Taunus auf einem achtbaren fünften Tabellenplatz im Abschlussklassement, ehe in dieser Runde das Meisterwerk vollbracht wurde – selbst die Corona-Pandemie konnte das nicht verhindern.

Vom Start weg dominierte der künftige Kreisoberligist die A-Klasse nach Belieben. Nach fünf absolvierten Partien war die Spitzenposition fix – die Spielgemeinschaft sollte sie fortan nicht mehr hergeben. José Ferreira, zweifelsfrei der Vater des Erfolgs, darf stolz auf seine Truppe sein. Er meint: „Wir haben drei Jahre lang konstant hart gearbeitet und uns stetig verbessert. Die Disziplin und der Fleiß der Jungs waren am Ende für den Erfolg ausschlaggebend. Zudem haben alle Beteiligten, allem voran der Vorstand, die sportliche Leitung, mein Partner Giuliano Kaiser und natürlich die Spieler unsere mittelfristigen Ziele nie aus den Augen verloren.“ Ferreira führt fort: „Weil wir auf und neben dem Platz immer Gas gegeben haben, und dank der tollen Entwicklung des gesamten Vereins, haben wir uns den Aufstieg absolut verdient.“

Besonders beachtlich am furiosen Saisonstart der SG Taunus ist, dass sie zwischen Ende August und Anfang Oktober nicht ein einziges Gegentor kassierte. In neun Partien musste Torhüter Ramazan Bulduk nur fünfmal hinter sich greifen (dreimal dabei am ersten Spieltag). Auf die Frage, wann dem Coach langsam aber sicher dämmerte, dass der große Wurf gelingen könnte, sagt er: „Wir waren nach der letzten Saison genau an dem Punkt, wo wir in unserem anfänglichen Drei-Jahres-Plan stehen wollten. Die Sommervorbereitung verlief super und nach dem sensationellen Pokalspiel gegen Hessenligist SV Rot-Weiß Hadamar (0:2) war mir klar, dass es mit der Meisterschaft klappen könnte.“ Gerade nach den Siegen in den direkten Duellen mit Teams aus dem ersten Tabellendrittel haben auch die Spieler realisiert, wie groß die Chance wirklich ist.

Apropos Konkurrenten: Zur TSG Oberbrechen, die als Zweiter ebenfalls aufsteigt, und der SG Nord, hat José Ferreira eine ganz klare Meinung: „Beide Vereine haben richtig starken Fußball gespielt. Wir gratulieren der TSG, und ich gehe davon aus, dass die SG Nord mit einem Jahr Verspätung dann ebenfalls in der Kreisoberliga landen wird.“

Rückschläge hatte die SG Taunus im Übrigen kaum zu verkraften. Wie es aber laufen kann, wenn die Mannschaft eben nicht bei 100 Prozent ist, zeigte sich Anfang Oktober bei der 1:2-Niederlage bei Abstiegskandidat FC Dorndorf 2. Nach diesem Ausrutscher folgten aber wieder zehn Siege am Stück, die spätestens dann dafür gesorgt hatten, dass niemand mehr in der Lage sein würde, der SGT Paroli zu bieten.

Immer mal wieder ließ die Konkurrenz überraschend Federn, während die Kombination aus Eisenbach und Haintchen konstant ihre Spiele gewann. An der Vormachtstellung änderte auch die überraschende 1:2-Heimpleite gegen die SG Villmar/Arfurt/Aumenau zum Jahresende nichts mehr. Nach Wiederaufnahme des Spielbetriebs im März folgten zwei weitere „Dreier“, ehe die Saison ihren corona-bedingten Abbruch erfahren sollte. Ein paar Wochen zittern, weil eben noch nicht klar war, wie die Saison gewertet werden würde, mussten die Jungs von José Ferreira aber dann doch noch, ehe Klarheit über den großen Erfolg herrschte. „Es gibt für mich keinen Spieler der Saison aus unserem Kader. Wir leben von unserem Kollektiv, bestehend aus einer optimalen Mischung aus erfahrenen und jungen Spielern. Zudem ist der Zusammenhalt und das super funktionierende Gesamtgefüge zwischen dem TuS Eisenbach und dem TuS Haintchen elementar wichtig für den Erfolg“, weiß Ferreira.

Als Neuling gut gerüstetet für die KOL

Für das Abenteuer Kreisoberliga sieht sich der Verein gerüstet. Wie jeder Liga-Neuling gibt der Verein dennoch das Ziel „Klassenerhalt“ aus. José Ferreira blickt voraus: „Wir wissen, dass es nach einem solch erfolgreichen Jahr auch wieder schwierige Zeiten geben wird. Ich bin mir aber sicher, dass wir damit umgehen können und Woche für Woche in dieser starken Liga unser Bestes geben werden.“ Froh darf der Coach außerdem sein, dass sein Top-Torjäger Marcel Jung, mit 25 Treffern bester Schütze der gesamten A-Liga, auch in der neuen Runde in Eisenbach und Haintchen auf Torejagd gehen wird. Mit ähnlicher Disziplin, guter Defensivarbeit und treffsicherer Offensive könnte es dem Trainer durchaus gelingen, sein Team in der Kreisoberliga zu etablieren.

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