Trainer Vait Arslanoski wird im Sommer den FC Mammolshain verlassen. foto: Rhode
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Trainer Vait Arslanoski wird im Sommer den FC Mammolshain verlassen.

Fußball, Hochtaunus

Das Team des FC Mammolshain fällt wohl auseinander

Trainer Vait Arslanoski verkündet seinen Abschied zum Saisonende. Es gibt unterschiedliche Auffassung über den nächsten Saisonetat.

Aufgrund der Corona-Lage ist es schwer für die Fußballvereine, zuverlässig zu planen. Die Runde wurde ausgesetzt, ob und wie sie beendet werden kann, ist noch offen, und auch hinter der nächsten Spielzeit stehen Fragezeichen. Für die Verantwortlichen des FC Mammolshain aber ist eines klar: Wenn die Saison 2020/21 eröffnet wird, dann sitzt Vait Arslanoski nicht mehr auf der Trainerbank.

Der Übungsleiter hat sich dazu entschlossen, sein Engagement beim Aufstiegskandidaten der Kreisliga A Hochtaunus nach der aktuellen Runde zu beenden. Mit ihm gehen Sportchef Heiko Weck, Co-Trainer Ersin Dincer und Torwart-Coach Driss Harchaoui. Arslanoski betont, dass er im Gute seinen Hut nimmt und unter anderen Voraussetzungen gerne geblieben wäre. "Wir haben bereits vor der Winterpause über die Planung gesprochen", berichtet er, "dann hatten wir im Februar ein rund vierstündiges Gespräch. Zuletzt haben wir am Dienstag nochmals zusammengesessen, konnten uns aber nicht einigen."

Speziell was das Spielerbudget anbelangt, lagen die Vorstellung von Trainer und Vorstand zu weit auseinander. Derzeit erhalten die Spieler, die hauptsächlich aus dem Frankfurter Raum kommen, eine Fahrtkostenpauschale, die abhängig von der Trainingsbeteiligung gestaffelt wird. Dazu kämen laut Arslanoski Punktprämien im niedrigen, zweistelligen Bereich. Letztere summierten sich, schließlich steht das Team auf Platz zwei, mit 29 Zählern. Der Aufstieg war vor der Zwangspause ein realistisches Ziel.

"Das kann ich den Jungs nicht zumuten"

"Doch selbst nach einem Aufstieg hätten die Spieler weniger bekommen als bislang", verrät Arslanoski, "das kann ich den Jungs nicht zumuten." Die Begründung des Vereins, man könne schlicht nicht mehr Geld in die Hand nehmen, akzeptierte der Coach, zog daraus allerdings für sich die Konsequenz.

Als Arslanoski im vergangenen Jahr die 1. Mannschaft des FCM übernahm, standen die Zeichen auf Abstieg. Er brachte eine Reihe von Spielern, die er persönliche kannte, mit nach Mammolshain, und letztlich konnte die Klasse noch gehalten werden. Nach anfänglichen Schwierigkeiten attestierte der Trainer seinem Kader im Frühjahr "eine tolle Mentalität und Disziplin". Auch am Vereinsleben haben die zum größten Teil von außerhalb stammenden Kicker vermehrt teilgenommen, sich unter anderem beim Weihnachtsmarkt miteingebracht. "Es wäre mit diesen Jungs noch viel möglich gewesen, nach einem möglichen Aufstieg wollten wir in der nächsten Saison direkt wieder angreifen", sagt Arslanoski, "deswegen bin ich natürlich traurig, dass es für mich nicht weitergeht. Man muss aber auch realistisch sein."

Einige der Spieler um Torjäger Kenam Zejnelovic (31 Treffer) hätten lukrativere Angebote erhalten, bislang aber abgelehnt. Wird das Budget kleiner ausfallen, glaubt der Trainer nicht an einen Verbleib der Leistungsträger. "Ich habe ihnen gesagt, dass sie unabhängig von meiner Person ihre eigenen Entscheidungen treffen müssen", betont Arslanoski, "ich befürchte aber, dass diese tolle Truppe auseinanderbrechen wird." Sollte die Runde doch noch beendet werden, so stünde der Trainer für die verbleibenden Partien weiterhin in der Verantwortung. Wie es danach für ihn persönlich weitergehen wird, ist noch offen.

ROBIN KUNZE

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