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Thalheimer für 15 Spiele gesperrt, Schiedsrichter der SG Taunus für drei Monate

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Von: Marion Morello

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Justizia.
Justizia. © red

Es ging heiß her im Spiel der Fußball-Kreisoberliga Limburg-Weilburg zwischen der SG Taunus und dem SV Thalheim (2:1) am 24. März – so heiß, dass sich jetzt das Kreissportgericht des Fußballkreises Limburg-Weilburg mit den Vorfällen beschäftigen musste.

Nach aufwendiger Beweisaufnahme und Vorlage etlicher Stellungnahmen von Schiedsrichter, Spielern, Betreuern und Zeugen kamen der Vorsitzende Sportrichter Heinz Schneider und die Beisitzer Harald Mersdorf und Ralf Schuchardt zu folgendem Urteil:

1. Die SG Taunus wird gemäß Paragraf 38 Strafordnung (Vernachlässigung der Platzordnung) mit einer Geldstrafe von 100 Euro belegt. 2. Ein Mitglied und Schiedsrichter der SG Taunus wird gemäß Paragraf 55 Strafordnung (Diskriminierung und Rassismus) in Verbindung mit Paragraf 56 (Verfehlungen von Schiedsrichtern als Zuschauer) für drei Monate als Schiedsrichter gesperrt und zu einer Geldstrafe von 100 Euro verurteilt. 3. Ein Spieler des SV Thalheim (Anm. d. Red.: alle Namen sind der Redaktion bekannt) wird gemäß Paragraf 25 Strafordnung (Tätlichkeit) für 15 Pflichtspiele ab dem 25. März in der 1. Mannschaft sowie für alle anderen Pflicht- und Freundschaftsspiele des SV Thalheim gesperrt. Die anfallenden Kosten gehen mit jeweils 58,50 Euro zu Lasten der SG Taunus und des SV Thalheim.

Was genau passiert war, darüber musste sich das Sportgericht aufgrund der diversen und zum Teil auseinander gehenden Stellungnahmen und Aussagen der Beteiligten und Zeugen ein Bild machen. Fakt zu sein scheint folgendes Szenario: Nach Abpfiff der Partie im Abstiegskampf sollen Zuschauer und Betreuer das Spielfeld betreten haben. Dort kam es zum Gerangel mit einigen Spielern. Ein Thalheimer Akteur soll etwa 20 Meter Anlauf genommen, einen Zuschauer mit einem „Kung-Fu-Tritt“ attackiert und mit seinem ausgezogenen Trikot wild um sich geschlagen haben. Der junge, unerfahrene Schiedsrichter verzichtete auf die Rote Karte, um die Situation nicht noch weiter zu eskalieren. Vier anwesende Schiedsrichter-Kollegen beobachteten diese Szenen, und es soll auch Beweismaterial in Form eines Videos vorliegen.

Der Vater eines Spielers der SG Taunus, seines Zeichens selbst ein erfahrener und langjähriger Schiedsrichter, soll den Thalheimer Spieler als „Scheiß Kanacke“ und „Hurensohn“ tituliert haben. Dies streitet der Unparteiische indes ab und kündigte an, zivilgerichtlich gegen diese Beschuldigungen vorgehen zu wollen. Das Sportgericht schreibt in seiner Begründung für die dreimonatige Sperre: „(...) hat in der Verhandlung zwar bestritten, dass er die rassistische Beleidigung gerufen habe; er konnte das Gericht aber nicht überzeugen, dass ihm das Fehlverhalten nicht anzurechnen ist. Von einem Schiedsrichter (auch als Zuschauer) muss verlangt werden, dass er gegenüber Spielern den Respekt zeigt, den er auch bei eigener Amtsausübung von den Spielern ihm gegenüber verlangt. (...) ist daher gemäß Strafordnung zu bestrafen.“

Kein Verfahren wegen Polizeieinsatzes in Ahlbach

Der am 10. April beim Spiel der B1-Liga Limburg-Weilburg, Osmanischer SV Limburg – SG Hangenmeilingen/Niederzeuzheim (4:0) in Ahlbach erforderliche Polizeieinsatz wird laut Heinz Schneider „kein sportgerichtliches Nachspiel haben“. Dort hatte ein Zuschauer den Trainer der SG Hangenmeilingen/Niederzeuzheim so zusammengeschlagen, dass er sich in ärztliche Behandlung begeben und anschließend krankfeiern musste.

„Wie die Recherchen des Sportgerichts ergaben, handelt es sich bei dem Schläger um einen ehemaligen Spieler der SG Hangenmeilingen/Niederzeuzheim. Die SG hat dem Sportgericht nun mitgeteilt, dass sie ihren ehemaligen Spieler wegen wiederholten aggressiven und respektlosen Verhaltens gegenüber Gegnern, Mitspielern und Trainern am 27. Februar suspendiert und aus dem Verein ausgeschlossen hat“, begründet der Sportrichter. Und weiter: „Dadurch ist die Person kein Mitglied des Hessischen Fußballverbandes und durch die Sportgerichtsbarkeit nicht zu belangen.“

Nun muss sich die ordentliche Gerichtsbarkeit mit diesem Fall auseinandersetzen.

MARION MORELLO

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