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Thea Klämt.

Serie: Supertalente im NNP-Land

Thea Klämt: Zwischen Elz, Frankfurt und Baltimore

Sie sind die vielversprechendsten Nachwuchssportler der Region. Doch was steckt hinter ihren Top-Leistungen? Wie viel Aufwand müssen die jungen Athleten betreiben? In unserer neuen Serie „Supertalente aus dem NNP-Land“ blicken wir auf den Alltag der Sportler und fragen nach. Im ersten Teil beschäftigen wir uns mit der Kunstturnerin Thea Klämt vom TV Elz.

Hessenmeisterin, jüngste Athletin im Kader der 2. Bundesliga-Mannschaft von Eintracht Frankfurt und eine Platzierung unter den besten Zehn bei den Deutschen Mehrkampf-Meisterschaften – Thea Klämt blickt auf ein erfolgreiches Jahr 2019 zurück, für das sie im Dezember zusätzlich mit dem Hermann-Klaus-Gedächtnispreis der Max-Stillger-Stiftung die Auszeichnung zur Juniorsportlerin des Jahres im Kreis Limburg-Weilburg entgegennehmen durfte. An eine Pause ist für die 14-Jährige aber nicht zu denken: Bereits Ende Februar tritt sie in Frankfurt bei der Qualifikation zu den Deutschen Meisterschaften an, die im März in Bergheim stattfinden.

Das Training läuft bereits auf Hochtouren. „In der Zeit vor den Wettkämpfen geht es darum, die Übungen zu stabilisieren und zu perfektionieren“, sagt die 14-Jährige, die ihre Ziele für die neue Saison 2020 selbstbewusst definiert. „Ich will genug Punkte erzielen, um mich wieder für die Deutschen Meisterschaften zu qualifizieren und dort gerne unter den Top Acht landen.“ Auch mit dem Team der Frankfurter Eintracht will sie hoch hinaus. „Ich möchte wieder in der 2. Bundesliga turnen. Der Aufstieg in die erste Liga wäre da das Ziel.“

Der Teenager tritt in den Mehrkampf-Wettkämpfen an vier Geräten an: Sprung, Stufenbarren, Balken und Boden. Dafür spult Thea Klämt ein immenses Trainingspensum ab. Viermal in der Woche trainiert sie im Leistungszentrum Limburg/TV Elz, samstags steht eine zusätzliche Trainingseinheit bei Eintracht Frankfurt auf dem Programm. Jede Einheit dauert noch dazu dreieinhalb bis vier Stunden.

Fast immer mit dabei ist ihre Mutter Jutta Mücke-Klämt, die als Leiterin der Turntalentschule Limburg/TV Elz auch die Trainerin ihrer Tochter ist. Unterstützung bekommt sie dabei von Zsusza Abraham, Ausbilderin im Hessischen Turnverband. „Bei den vielen Turnerinnen, die wir ab der Altersklasse 7 haben, teilen wir uns da etwas auf. Im Liga-Betrieb bin ich dabei, Szusza Abraham bei den Wettkämpfen, wie Hessischen und Deutschen Meisterschaften“, berichtet Mücke-Klämt.

Der Sport prägt den Alltag

Der straffe Zeitplan sei dabei für Thea und ihre Teamkolleginnen kein Problem: „Die Turnerinnen wachsen da rein. Bei den Kleinsten wird ja zunächst nur einmal in der Woche trainiert. Dann wird das Pensum langsam gesteigert“, so Jutta Mücke-Klämt. „Es stellt sich dann die Frage, wer das schafft und diesen Aufwand betreiben will. Auch die Eltern spielen eine Rolle. Auch sie müssen bereit sein, den Aufwand zu leisten“. Außerdem habe die B-Lizenz-Inhaberin die Erfahrung gemacht, dass die „Turnerinnen sehr strukturiert sind und früh lernen, sich zu organisieren.“ Das führe auch in der Schule zu guten Ergebnissen, sagt sie.

Dass der Sport auch im Alltag eine übergeordnete Rolle spielt, versteht sich dabei fast von selbst. Neben dem hohen Trainingspensum hat Thea Klämt schließlich auch ihre schulischen Pflichten zu erledigen. „An Tagen, an denen ich nicht trainiere, versuche ich etwas mehr für die Schule zu machen“, verrät sie. „Mit einem guten Wochenplan schafft sie es, die Zeit effektiv zu nutzen und sich einen Nachmittag in der Woche freizuhalten“, sagt die Mama. „Dann passt das schon.“ In dieser Saison wirkt sich besonders der frühe Auftakt mit dem Qualifikations-Turnier im Februar und mit dem Start der Wettkämpfe in der 2. Bundesliga am 7. März auf das Training aus.

„Kurz vor Wettkämpfen trainieren wir keine neuen Elemente mehr“, erzählt Thea Klämt. „Bei einer längeren Wettkampfpause werden neue Elemente erlernt und die Schwierigkeiten erhöht.“

Ein persönlicher Saisonhöhepunkt wartet im Sommer auf die 14-Jährige. Dann steht ein zweiwöchiger Trainingsaufenthalt in der US-amerikanischen Hafe stadt Baltimore im Bundesstaat Maryland an. „Dafür wird das Fördergeld aus der Wahl zur Juniorsportlerin 2019 im Dezember eingesetzt“, erklärt die Mutter. So soll’s sein . . .  Yannick Wenig

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