Thilo Süssmann SG Taunus Kapitän der Kreisoberliga-Mannschaft Baustelle neues Eigenheim
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Thilo Süssmann auf der Baustelle seines eigenen Hauses in Eisenbach.

NNP-Serie: Die Kapitäne

Thilo Süssmann: Ein Vorbild auf und neben dem Platz

  • Marion Morello
    vonMarion Morello
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Sie genießen den Respekt ihrer Mitspieler und der Trainer, tragen die Binde am Arm mit Stolz und haben etwas zu sagen: die Kapitäne. In ihrem Vereinsdress auf dem Platz kennt man sie als „Leader“ ihrer Mannschaft. Wir wollen wissen, wer der Mensch ist, der in diesem Trikot steckt. Heute lernen wir Thilo Süssmann von der SG Taunus näher kennen.

Wenn Trainer José Ferreira vom Kreisoberliga-Team der SG Taunus von Thilo Süssmann spricht, gerät er regelrecht ins Schwärmen: „Thilo ist für uns nicht nur das übliche Verbindungsglied zwischen der Mannschaft und den Trainern. Er ist für uns viel mehr als nur ,ein Kapitän‘, er ist ,DER Kapitän‘. Abgesehen von seinen überragenden sportlichen Fähigkeiten, ist Thilo auf und neben dem Platz ein Vorbild; nicht nur für unsere Jungs, sondern auch allgemein für alle.“ Zu jedem Zeitpunkt übernehme sein Kapitän Verantwortung und stelle sich erfolgreich allen Herausforderungen, ohne Ausreden zu suchen. Thilo Süssmann genieße das absolute Vertrauen aller Spieler und von den Trainern. José Ferreira: „Wir sind unendlich froh, ihn in unseren Reihen zu haben.“

Vom SV Erbach zum TuS Eisenbach

Puh! Lobeshymnen, ehrenvolle Worte. Mal von vorne. Die Fakten: Thilo Süssmann ist 34 Jahre alt, gehört der SG Taunus und vor der fußballerischen „Fusion“ mit dem TuS Haintchen dem TuS Eisenbach seit der Saison 2005/06 an - 15 Spielzeiten. Dazu gehört schon was. Aus der Jugend des SV Erbach ist er hervorgegangen. Durch die JSG Eisenbach/Erbach/Haintchen/Münster war er in Kontakt mit dem TuS Eisenbach gekommen. „Ich habe den TuS eigentlich immer als Sprungbrett zu einem höherklassigen Verein gesehen“, bekennt er ehrlich.

Auf dem Sprung zum TuS Dietkirchen

Die Möglichkeit, zum jetzigen Hessenligisten TuS Dietkirchen zu wechseln, bestand in der Vergangenheit mehrmals. Doch stets war ihm seine Schulter im Weg. Ja, tatsächlich. „Gefühlt fast jeden Sonntag habe ich mir die Schulter ausgekugelt“, berichtet Thilo Süssmann von der weniger schönen Zeit. „Dreimal musste ich operiert werden. Das bedeutete jedesmal acht bis neun Monate Pause.“ Klar, dass das mit dem Sprung nach oben immer schwieriger wurde.

„Schließlich bin ich beim TuS Eisenbach hängengeblieben“, sagt er - allerdings ohne jegliche Reue. „Auch privat“, schiebt er nach. Im Umfeld des Vereins fand er die große Liebe, seine Frau Jacqueline. Inzwischen ist Töchterchen Ella drei Jahre alt. Die junge Familie ist soeben ins neu gebaute Haus eingezogen - mit Blick auf den Kindergarten.

Das klingt geradezu ideal, und es klingt nach Sesshaftigkeit. Und so ist auch der Plan. Thilo Süssmann ist Strategiedirektor bei einem Kommunikationsberater für Großunternehmen in Frankfurt. Will heißen: Der 34-Jährige berät große Firmen und Konzerne bei der Werbung und bei TV-Kampagnen. Sein Plan ist es, nach der Saison „bald kürzer zu treten“. Fußball sei immer sein größtes Hobby gewesen, jetzt - in der corona-bedingten Zwangspause - genießt er die Familienzeit. Und als Football-Fan und Anhänger der „New England Patriots“ sitzt er gerne auch am Bildschirm. „Das haben wir mit ein paar Kumpels schon immer gerne gemacht. Sonntags nach dem Fußball haben wir uns zum gemeinsamen Football-Streamen oder zum Spielen an der Konsole getroffen.“

Überhaupt sind Thilo Süssmann die Familie und Freunde „extrem wichtig“. Klar, dass er daher in dieser Zeit sehr unter den Kontaktbeschränkungen leidet. Deshalb denkt er auch gerne an die Zeiten vor Corona und während der Lockerungen im letzten Sommer nach, als er sein Team als Kapitän auf den Platz geführt hat. Seine SG Taunus überwintert im Lockdown als Tabellenneunter der Kreisoberliga - für einen Aufsteiger gar nicht so schlecht.

Seit einem Jahrzehnt ist Thilo Süssmann schon Spielführer seiner Mannschaft. Deshalb muss er genau nachdenken, wie es damals dazu gekommen war. „Seinerzeit hatte Oliver Kahles seine Karriere beendet, und es wurde ein neuer Kapitän gesucht. Unser sportlicher Leiter Helmut Leus und der damalige Trainer Heiko Selinger haben mich zum Kapitän ernannt. Und weil ich zu den Leistungsträgern in der Mannschaft gehörte, gab es keinerlei Widerspruch.“

Man habe ihn zu dieser Zeit eigentlich nicht als den „typischen“ Kapitän gesehen, denn er sei, so sagt er selbstlos, „sehr ballverliebt“ gewesen. Aber er sei schließlich in die Aufgabe hineingewachsen. „Ich musste noch viel lernen.“ Damals habe es einen Umbruch in der Mannschaft gegeben, viele jüngere Spieler seien zum Team gestoßen und hätten Verantwortung übernehmen müssen.

Klassischer Stürmer oder Außen

Thilo Süssmann bezeichnet sich selbst als „klassischen Stürmer oder Außen“, der aber mit der Zeit zum Mannschaftsspieler geworden sei und auch mal in der Innenverteidigung eingesetzt werde. „Ich bin viel gewandert und universell einsetzbar“, sagt er. Nach seinen Schulter-Operationen spiele er allerdings nicht mehr so aggressiv wie früher. „Ich will einen sauberen Fußball spielen.“

Und was wünscht sich Thilo Süssmann, wenn die Pandemie endlich gebannt sein wird? „Wenn geöffnet wird, will ich auf jeden Fall mit meiner Familie in den Urlaub fahren.“ Überhaupt reist Familie Süssmann sehr gerne. Zum Beispiel auch zu Thilos Schwester Kathrin, die bereits seit 14 Jahren in New Hampshire in den USA lebt. Auch in Mexiko und Thailand waren die Süssmanns schon. Und wenn es sich irgendwie verbinden lässt, muss natürlich auch der Besuch eines Spiels in der NFL, der National Football League, mit drin sein . . .

In der nächsten Folge geht es um einen Kreisoberliga-Kapitän, der schon einmal mit der 1. Mannschaft des SV Wehen Wiesbaden im Trainingslager in der Türkei war.

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