Der neue Bezirksspielausschuss: (von links) Andreas Knoche, Sally Kulemann, Frank Pulver, Thomas Mair, Jürgen Fischer, Achim Kähler
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Der neue Bezirksspielausschuss: (von links) Andreas Knoche, Sally Kulemann, Frank Pulver, Thomas Mair, Jürgen Fischer, Achim Kähler

Interview mit neuem Vorsitzenden des Handball-Bezirks Wiesbaden/Frankfurt

Thomas Mair: "Wir wollen den Handball ins Leben zurückholen"

  • Thorsten Remsperger
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Der neue Bezirksvorsitzende Thomas Mair spricht über seine Pläne und die Corona-Regeln für die Spiele. Über Letzteres diskutierten die Vereinsvertreter auf dem Bezirkshandballtag in Eltville länger.

Oberursel -Er hat sich nicht um den Vorsitz des Handballbezirks Wiesbaden/Frankfurt gerissen, aber eigentlich ist seine Wahl eine logische Folge, wenn man sich die Vita von Thomas Mair ansieht. Als er vor rund 40 Jahren als Bub von seinem Vater mit in die Sporthalle der Erich-Kästner-Schule mitgenommen wurde, "da wollte ich auf keinen Fall hin", erzählt der Oberurseler. "Als mein Vater mich wieder abholte, wollte ich aber nicht mehr nach Hause."

Der heute 49 Jahre alte Mair spielte selbst Handball, war ab seinem 18. Lebensjahr als Schiedsrichter bis zur Oberliga Hessen im Einsatz ("Da habe ich auch nicht schnell genug ,Nein' gesagt"), als Trainer war er zwischendurch für die 3. Mannschaft zuständig. Auf Verbandsebene beteiligte sich der Vertriebsmitarbeiter eines Kreditinstitutes ab dem Jahr 2009, als es um die dann 2012 vollzogene Fusion der Handballbezirke ging. In den vergangenen Jahren hat sich der zweifache Familienvater als Spielwart im Bezirk einen Namen gemacht.

Nach dem Bezirkshandballtag in Eltville unterhielt sich TZ-Sportchef Thorsten Remsperger mit Thomas Mair.

Wenn es auf Führungsebene eine Veränderung gibt, wie in diesem Fall der Verzicht von Karl Heinz Jacob aus privaten Gründen auf eine weitere Amtszeit nach zwölf Jahren als "oberster Handballer", entsteht oft eine Vakanz. Wieso lief das im Spielausschuss anders?

Die Idee für den neuen Vorstand ist früh entstanden, wir arbeiten ja alle seit Jahren zusammen. Als wir es kommuniziert haben, war das Thema unter den Vereinen relativ schnell gegessen, weil ja jeder Verein froh ist, wenn da einer ist, der etwas tut. Durch die Corona-Situation war es auch gar nicht möglich, intensivere Gespräche mit Handball-Funktionären zu führen, aus denen dann ein solches ehrenamtliches Engagement entsteht. Ich denke, wir haben nun eine Lösung, mit der man drei Jahre gut weiterarbeiten kann und mit der alle gut leben können.

Was sehen Sie als Ihre vordringlichsten Aufgaben an?

Wir wollen den Handballsport nach der langen Pause wieder ins Leben zurückholen. Das haben wir mit der Return-to-play-Runde schon ganz gut hingekriegt ( 90 Mannschaften beteiligen sich derzeit insgesamt in den verschiedenen Altersklassen, Anm. d. Red. ). Es gibt erfreulicherweise kaum Abmeldungen, und wir wollen auch den Spielbetrieb so organisieren, dass weiterhin möglichst wenig Mannschaften verloren gehen ( deswegen erfolgte unter anderem auch die Aufteilung der Spielklassen in bis zu drei Gruppen, nachdem die Anzahl der Teams pro Liga wegen Aussetzung des Abstiegs 2020 gestiegen war, d. Red. ).

Im zweiten Schritt geht es darum, den Handball in Hessen zu modifizieren, ihn in die Zukunft zu geleiten. Es wird um Themen gehen wie Kommunikation über Social-Media-Plattformen, um Mitgliedergewinnung von Kindern und Jugendlichen. Wir wollen den Vereinen dafür Impulse geben und uns Gedanken darüber machen, welche Aktionen wir starten können.

Die allermeisten Mannschaften haben im März 2020 ihr letztes Pflichtspiel absolviert. Zu allem Überfluss standen im Hochtaunus manche durch die Sperrung von drei Kreissporthallen wegen baulicher Mängel plötzlich auch noch ohne Trainings- und Spielort da. Wie gehen Sie mit dieser zusätzlichen Problematik um?

Nicht zu vergessen ist die TSG Münster im Main-Taunus-Kreis. Die Eichendorffhalle hat auch einen Wasserschaden. Wir müssen da schauen, die Politik mit ins Boot zu nehmen. Im Hochtaunuskreis klappt dies schon ganz gut, das Sportamt unterstützt die Vereine im Rahmen seiner Möglichkeiten ( angekündigt ist die Installation von Traglufthallen an den Schulstandorten der IGS Stierstadt und Erich-Kästner-Schule in Oberursel, die vielleicht schon im Laufe des Januars zur Verfügung stehen, d. Red. ).

Im Vorfeld des Bezirkshandballtages war von einer Doppel-Spitze mit Ihnen und Frank Pulver die Rede. Inwiefern sind Sie mit Ihrem früheren Job als Spielwart noch beschäftigt?

An der Spieltechnik hängt so ein bisschen mein Herz. Frank und ich werden uns regelmäßig abstimmen, wer welche Aufgaben übernimmt. Er war zum Beispiel bei der 175-Jahr-Feier der Usinger TSG, weil meine Kinder wieder mal Zeit mit ihrem Papa verbringen wollten. Bei den Sitzungen des Arbeitskreises Spieltechnik in Hessen wollen wir als Team auftreten, obwohl der Bezirk nur über eine Stimme in diesem Gremium verfügt. Ansonsten ist manche Aufteilung unserer Arbeit auch schon klar. Frank ist ja Klassenleiter der Frauenspielklassen, ich bei den Männern für die Bezirksoberliga und Bezirksliga A. Ich werde auf jeden Fall nicht den klassischen Bezirksvorsitzenden mit repräsentativen Aufgaben geben, sondern weiterhin im Geschehen vor Ort sein.

Ende Oktober beginnt die neue Saison. Für die einzige Diskussion in harmonischer Sitzung sorgte nun die Corona-Situation. Warum?

Wir haben intensiv über das notwendige Hygiene-Konzept diskutiert, obwohl man gar nicht darüber diskutieren kann, weil es eine klare gesetzliche Regelung gibt. Der Heimverein trägt eben für seine Halle Verantwortung und auch für die Leute, die sich darin befinden.

Wie lauten denn die Regeln genau?

Nachdem Vereine Probleme bei der Umsetzung der Hygiene-Konzepte nannten, hat auch Josef Semmelroth, Rechtswart des HHV ( Hessischer Handball-Verband , d. Red. ), nochmals auf die gesetzlichen Vorgaben hingewiesen, die zwingend einzuhalten sind. So soll auch sichergestellt werden, dass die Optionen, die dem Sport derzeit ermöglicht werden, langfristig erhalten bleiben.

Daher gilt: Der Heimverein ist als Ausrichter der Spieltage für die Einhaltung der 3G-Regel verantwortlich. Es sind Kontrollen von allen Personen zwingend durchzuführen, die die Halle betreten, also von Spielern, Schiedsrichtern, Sekretär und Zeitnehmer sowie Zuschauern. Die Schiedsrichter werden darauf hingewiesen, das ein Einsatz nur unter Einhaltung der 3G-Regel möglich ist.

Die Gastvereine sollten vor Abfahrt zu Hause kontrollieren, ob alle Nachweise vorhanden sind. Sie sprechen vor dem Betreten der Halle den Heimverein an, um das Vorgehen bei der Kontrolle der 3G-Regel zu besprechen.

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