Thomas Weikert am Rednerpult in Weimar.
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Thomas Weikert am Rednerpult in Weimar.

Deutscher Olympischer Sportbund

Thomas Weikert ist neuer DOSB-Präsident

  • Marion Morello
    VonMarion Morello
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Thomas Weikert, Vorsitzender des Sportkreises Limburg-Weilburg, hat die Wahl zum Präsidenten des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) mit 361 gegen 56 für seine Gegenkandidatin Claudia Bokel klar gewonnen und tritt die Nachfolge von Alfons Hörmann an.

Thomas Weikert, bislang Präsident des Tischtennis-Weltverbandes ITTF, war bei der mit Spannung erwarteten Wahl im Rahmen der DOSB-Mitgliederversammlung in Weimar gegen die ehemalige Fechterin und frühere Vorsitzende der Athletenkommission im Internationalen Olympischen Komitees, Claudia Bokel, angetreten. Sie sprach nicht im Plenum, sondern ließ sich live zuschalten. Anders Thomas Weikert. Der Jurist mit Kanzlei in Limburg, trat im Saal ans Mikrofon und hielt eine bedeutungsvolle, sehr persönliche Bewerbungsrede.

Seine Ziele im Sinne des Aufbruchs in die Zukunft will er auf vier Säulen bauen: 1. dem Sport eine starke Stimme geben, 2. die Vielfalt und Einheit stärken, 3. klare, gemeinsame Ziele für eine bessere Zukunft setzen, 4. einen modernen, gleichwertigen, intensiven DOSB bauen, „damit die Menschen uns wieder vertrauen zu können“, so Thomas Weikert. Er spannte den Bogen zwischen Breiten- und Spitzensport an seinem eigenen Beispiel: Thomas Weikert spielt Tischtennis in der Verbandsliga West für seinen TTC Elz und war bislang Präsident des Tischtennis-Weltverbandes. Noch dazu ist der 60-Jährige seit zwei Monaten Vorsitzender des Sportkreises Limburg-Weilburg.

Mit seiner Rede, in der Thomas Weikert auch den Aufbruch ins digitale Zeitalter als Lehre aus der Pandemie ansprach, die Bedeutung des Ehrenamts und den von der neuen Bundesregierung geplanten „Entwicklungsplan Sport“, aber auch von Klimaschutz und Inklusion sprach, hat er die Versammlung überzeugt und abgeholt.

Nach der Bekanntgabe es Abstimmungsergebnisses sagte der neue DOSB-Präsident: „Ich danke den Mitgliedern des DOSB für das Vertrauen, das sie mir entgegenbringen. Der Verband steht ebenso wie Sportdeutschland insgesamt vor großen Aufgaben. Kurzfristig im Fokus stehen sicher die Bewältigung der Corona-Krise sowie die anstehenden Olympischen Spiele von Peking. Ich verstehe mich als Mannschaftskapitän eines starken Teams und bin überzeugt, dass wir gemeinsam, mit Transparenz und Offenheit, die richtigen Weichenstellungen vornehmen werden, um dem Sport in Deutschland wieder eine starke Stimme zu geben. Ich freue mich, dass ich die Chance bekommen habe, zu beweisen, dass ich zwar oft Anzug trage, aber immer Trikot denke.“

Im Weimar wurden Fabienne Königstein als Vertreterin der DOSB-Athletenkommission sowie Stefan Raid als Vorsitzender der Sportjugend im DOSB-Präsidium bestätigt. Britta Heidemann ist Mitglied der Athletenkommission im Internationalen Olympischen Komitee (IOC).

An der Sitzung nicht teilgenommen hatten im Übrigen der abgewählte DOSB-Präsident Alfons Hörmann sowie die DOSB-Vorstandsvorsitzende Veronika Rücker. Beide waren offiziell als „krank“ entschuldigt. Bevor es zur Wahl gekommen war, hatte Dr. Thomas de Maizière, Vorsitzender der Ethik-Kommission, mahnende Worte an die Versammlung gerichtet. „Die Rufwiederherstellung des DOSB wird dauern“, sagte er. Diese Herkules-Aufgabe liegt nun in den Händen von Thomas Weikert. MARION MORELLO

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