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Schnaubte vor Zorn: Dietkirchens sonst so gelassener Trainer Thorsten Wörsdörfer. Foto: Tom Klein

Thorsten Wörsdörfer: "Das war ein Skandal!"

Was war passiert? Im Duell Dritter gegen Zweiter stand der aus Waldbrunn-Hausen stammende und jetzt für Schwalbach im Taunus pfeifende Schiedsrichter Alexander Hauser im Fokus. Die Dietkircher sind jetzt wieder punktgleich mit Kinzenbach und  fühlten sich stark benachteiligt. „Was dort heute abgelaufen ist, nimmt einem den Spaß am Sport.  Der  Gegner hat fortlaufend die Gesundheit meiner Spieler gefährdet und das Gespann nichts dagegen gemacht. Das haben meine  Jungs  nicht verdient!“, schnaubte Wörsdörfer weiter.      Das war ein Skandal.“      mor

  SG Kinzenbach – TuS Dietkirchen 1:0 (0:0).       Die einzigen nennenswerten Torchancen: 7. Minute: TuS-Keeper Raphael Laux rettet mit einer Glanzparade gegen einen Schuss aus kürzester Entfernung; 45. Minute: Jonathan Mink köpft aus fünf Metern drüber; 46. Minute: Dennis Leukel scheitert eher unbedrängt aus 14 Metern an Torwart Yaman. Das war’s. Die Spielweise der Mannschaften: Dietkirchen griff extrem schnell immer wieder die ballführenden Kinzenbacher an, um ihnen den Zahn zu ziehen. Als klar wurde, dass mit Fußballspielen nicht weiterzukommen war, verlagerte sich das Bestreben besonders der SGK auf das Sammeln unzähliger Gelber Karten (8). Die Reckenforstler ließen sich davon zu sehr anstecken (5). Merkwürdig war, dass sich das harte Durchgreifen scheinbar nur auf die Dietkircher bezog. Moses Nickmann sah in der 63. Minute Gelb-Rot, obwohl er den Ball im Hochsprung regulär hinter einem Kinzenbacher stehend, abgewehrt hatte – direkt neben dem jungen Linienrichter. Dann der absolute „Burner“ aus TuS-Sicht: Max Zuckrigl, der vor dem Spiel bereits wegen einer Verletzung nicht mehr hatte auflaufen können, erhielt – auf der Bank sitzend – Gelb wegen Meckerns. Hätte der Schiedsrichter den einen Spieler, von dem das aggressive Verhalten hauptsächlich ausging, ausfindig machen können und frühzeitig in die Kabine geschickt, wäre das Gelb-Rot-Debakel wohl zu verhindern gewesen. Trainer Thorsten Wörsdörfer musste daraufhin taktische Auswechselungen vornehmen. Die Kinzenbacher waren in Überzahl natürlich plötzlich feldüberlegen, aber ein Tor war auch jetzt weit und breit nicht in Sicht. Dann die 94. Minute: Der letzte hoch in den Strafraum geschlagene Ball sprang Nils Bergs, im Hochsprung gestoßen und nach seitlich nach hinten fallend, an die unten hängende Hand, völlig außerhalb seines Gesichtfeldes. Schiedsrichter Hauser raste, blitzartig die Rote Karte ziehend, auf Nils Bergs zu und gab ihm, selbst zum Erstaunen einiger einheimischer Zuschauer (und das will in Kinzenbach etwas heißen), Rot. Der im Spiel in jeder Hinsicht auffallende SG-Torjäger Ahmet Marankoz bedankte sich mit dem 1:0 per Elfmeter. Somit war Schiedsrichter Hauser etwas gelungen, was zuvor sieben Mannschaften in Folge nicht gelungen war: die Dietkirchener Abwehr zu zerlegen. pb

Kinzenbach: Yaman, Yildirim, Mohr, Schadeberg, Anker (83. Leidich), Riske, Vural, Marankoz, Güngör (83. Recio-Peres), Yener, Geisler – Dietkirchen: Laux, Nickmann, N. Schmitt, Rademacher, Müller, Hautzel, Schaefer, Leukel (91. P. Schmitt), Dankof (80. Stahl), Mink (72. Dietrich), Bergs – SR: Alexander Hauser (Schwalbach/Ts.) – Tor: Ahmet Marankoz (94./FE) – Zuschauer: 140.

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