1. Startseite
  2. Sport
  3. Regionalsport

Till Sommerfelds Jungspunde genießen ihre Wohlfühl-Oase

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Wolfgang Bardong

Kommentare

Aufmerksam an der Seitenauslinie: Till Sommerfeld schaut dem Spiel seiner Schützlinge ausgesprochen gerne zu. Es läuft.
Aufmerksam an der Seitenauslinie: Till Sommerfeld schaut dem Spiel seiner Schützlinge ausgesprochen gerne zu. Es läuft. © Heiko Rhode

Unsere Serie über die heimischen Gruppenligisten widmet sich heute der Mannschaft mit dem niedrigsten Durchschnittsalter. Innerhalb einer Halbserie hat der 1. FC-TSG Königstein einen steilen Aufstieg hinter sich.

Was war: Vier Punkte hatten dem 1. FC-TSG Königstein in der Saison 2016/17 zum Verbleib in der Gruppenliga Frankfurt West gefehlt. Das Team stieg als Tabellen-Fünfzehnter ab. Gleich im Jahr darauf gelang jedoch die Rückkehr: Mit 75 Punkten und 100:27 Toren wurde 2017/18 der Titel in der Kreisoberliga errungen. Wieder in der Gruppenliga am Ball, wurde die Spielzeit 2018/19 auf Rang acht abgeschlossen.

Die zwei folgenden, jeweils coronabedingt abgebrochenen Saisons beendeten die Königsteiner als 17. und Letzter (2019/20) respektive auf Rang 16 innerhalb eines 19er-Feldes (2020/21). Auf- und Abstieg waren allerdings ausgesetzt. Angesichts dieser beiden Platzierungen hatte Till Sommerfeld - seit siebeneinhalb Jahren (davon sechs im Jugendbereich) Trainer in Königstein - im vergangenen Sommer den Klassenerhalt zum Nonplusultra erklärt. Auf der Basis der Vereinsphilosophie, Talente aus dem Nachwuchsbereich hochzuführen und bei den Senioren zu etablieren. Das funktioniert prima: Nach 20 von 36 Spielen konnte der 1. FC-TSG - im Schnitt jüngstes Team der Liga - als Tabellenfünfter überwintern. Was sich im Winter getan hat: Der Talentschuppen bescherte dem Gruppenliga-Team auch in dieser Winterpause reichlich Zuwachs. Sieben Youngster aus dem eigenen Nachwuchs sowie der aus der A-Jugend der SG Bornheim/GW gekommene Stürmer Parsa Asadpoor stießen "nach oben". Sommerfeld ist sehr zufrieden: "Alle haben in den Testspielen gezeigt, dass sie das Rüstzeug für die Gruppenliga mitbringen. Die meisten sind drauf und dran, sich für einen Platz unter den ersten elf durchzusetzen - wobei einige zuvor schon Einsätze im Gruppenliga-Team erhalten haben." Die Abgänge - Luis Klaus (zur DJK Bad Homburg) und der spielende Co-Trainer Marko Mijajlovic (zum FSV Friedrichsdorf) - habe man sportlich verkraftet. "Menschlich fehlen uns die beiden allerdings sehr wohl", betont Sommerfeld.

Winter-Zugang Asadpoor wird am Samstag (15 Uhr) beim Test gegen die SG Oberliederbach übrigens vorerst sein letztes Spiel bestreiten. Er nimmt ein Studium in den USA auf, wird aber laut Trainer "temporär auch künftig für uns im Einsatz sein können". Was schon gut klappt: In den bisherigen Testspielen konnten die Königsteiner laut Sommerfeld "tolle Ergebnisse erzielen, Ober- und Verbandsligisten besiegen, wir haben uns viele Chancen herausgespielt und erzielten auch reichlich Tore".

Wo es noch klemmt: Die individuellen Schnitzer, die dem jungen Team in den Vorbereitungsspielen unterliefen, sind Trainer Sommerfeld ein Dorn im Auge: "Ja, die tun weh. Diese Fehler sind gehäuft aufgetreten - die müssen wir unbedingt abstellen." Wie es daheim, wie es in der Fremde läuft: Zwischen der Heim- und Auswärtsbilanz tut sich bei den Königsteinern eine nicht zu übersehende Kluft auf. Präsentiert sich der 1. FC-TSG auf eigenem Platz bislang als "Heimmacht", tritt die Mannschaft auswärts vergleichsweise zurückhaltend auf. Lassen wir Zahlen sprechen: Die neun bisherigen Heimspiele setzte das Team in 26 Punkte/44:14 Tore um. Acht Siege, zwei Unentschieden und nur eine Niederlage (am 12. September 1:2 gegen Tabellenführer SC Dortelweil) ergeben Platz zwei in der Heimstatistik. In der Fremde reichte es nach drei Siegen, zwei Remis, vier Niederlagen und 15:17 Toren "nur" zu Rang zwölf.

Till Sommerfeld weiß um die zwei unterschiedlichen Gesichter seiner jungen Truppe: "In den Heimspielen erfahren wir immer tollen Zuspruch durch unsere Fans, so dass man durchaus von einer Wohlfühl-Oase für die Jungs sprechen kann. Auswärts tun wir uns mit so manchen Widrigkeiten oftmals schwer." Das Phänomen verortet er als "reine Kopfsache - wir werden daran arbeiten".

Wo es heuer noch hingehen soll: Im ersten Tabellendrittel wollen sich die Königsteiner schon sehr gerne bis zum Abpfiff der Saison halten. Sommerfeld erweitert das angestrebte Ziel ein wenig: "Wenn wir am Ende unter den 19 Teams einen einstelligen Platz belegen würden, wäre das klasse." 2022/23 soll's dann aber definitiv in die Top 5 gehen.

Auch interessant

Kommentare