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Ein Tischtennisspieler tippt den Ball auf. Beim Turnier der Kreisrangliste wird auch in diesem Jahr aufgeschlagen.

Hochtaunus

Tischtennis: Kreisvorstand hält an Rangliste fest

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Das Ranglistenturnier bleibt als Alternative zum Liga-Spielbetrieb im Hochtaunus erhalten. Die Tischtennis-Vereine sehen die Entscheidung zumeist positiv.

Tischtennisspieler aus dem Hochtaunus treffen sich am 27. und 28. April zum Kreisranglisten-Turnier in der Sporthalle des Königsteiner Taunus-Gymnasiums. Weshalb wir das schon heute verkünden? Die Kreisrangliste war „vom Aussterben bedroht“. Auf Bundes-, Landes- und Bezirksebene sind unlängst die Tischtennis-Ranglisten für Aktive abgeschafft worden.

„Nachdem wie alle Vor- und Nachteile ausführlich diskutiert haben, sind wir einvernehmlich zu dem Entschluss gekommen, das Ranglistenturnier auf unserer Ebene weiterhin anzubieten“, fasst Kreiswart Marcel Müller (SG Anspach) das Ergebnis einer Vorstandssitzung zusammen. Den Kreisen obliegt es, ob sie an den untersten Ranglisten festhalten oder nicht. „Wir als Kreisvorstand Hochtaunus können nachvollziehen, dass auf den leistungssportlichen Ebenen DTTB und HTTV die Ranglisten abgeschafft werden“, erläutert Müller, „die prallvollen Terminkalender führen dort mittlerweile zu großen Problemen. Im breitensportlichen Bereich existiert dieses Problem jedoch nicht.“

Ein weiteres Argument für die Beibehaltung war die Tatsache, dass neben den Kreismeisterschaften im Herbst auch im Frühjahr eine Möglichkeit geboten wird, an einem Individualturnier teilzunehmen. Durch diese Veranstaltung werden jeder Spielerin und jedem Spieler einige Einsätze garantiert. Zudem gegen Gegner verschiedener Altersklassen, die man aus dem Ligaspielbetrieb nicht unbedingt ohnehin schon kennt. „Auch ohne die Möglichkeit zur Qualifikation für die nächsthöhere Ebene“, sagt Müller, „erwarten wir in Königstein ein gut besuchtes Turnier bei einem routinierten Ausrichter in einer schönen Halle.“ In den Vereinen wird die Entscheidung des Tischtenniskreises unterschiedlich aufgenommen. „Die Kreisrangliste ist meiner Einschätzung nach ein gutes Instrument, um sich auf Kreisebene mit weiteren leistungsorientierten Spielern zu messen, da es keine Einteilung nach Altersklassen oder TTR-Punkten gibt“, sagt Michael Riemann, der Klassenleiter der Aktiven-Ligen im Hochtaunus und Abteilungsleiter der TSG Pfaffenwiesbach ist. „Die Herausforderung der Kreisrangliste liegt in dem anspruchsvollen und zeitintensiven sportlichen Programm. Das bedeutet am ersten Tag in der Regel fünf bis acht Spiele. Das Ganze gibt es nach überstandener Qualifikation am nächsten Tag noch einmal.“

"Gut für jugendliche Spieler"

Laut Holger Reuter, Pressesprecher der SG Anspach, sei es gut nachvollziehbar, dass die Ranglisten im Leistungsbereich abgeschafft wird. „Wir denken aber auch, dass der Kreis mit der Rangliste den Herrenspielern eine weitere Möglichkeit bietet, um sich zu messen. Das finden wir erstmal gut, da die Leute ja in der Regel keine Leistungssportler sind und damit über ein anderes Zeitkontingent verfügen. Wir von der SG Anspach befürworten die Entscheidung des Kreisvorstands, da die Vergangenheit gezeigt hat, dass insbesondere die Jugendlichen gerne das Angebot wahrgenommen haben, um sich auch mal im Erwachsenenbereich zu messen.“ Das erleichtere auch den Übergang zu den Aktiven, meint Reuter.

Man werde sehen, ob die Spieler das Angebot weiterhin wahrnehmen oder nicht. Abschaffen können man die Rangliste ja immer noch. Der Meinung aus den Reihen der SG Anspach schließt sich auch Norbert Knöpp, seit 28 Jahren Vorsitzender des TTC Wilhelmsdorf, an. „Sportlich gesehen ist die Entscheidung des Kreisvorstandes zu begrüßen“, sagt er, „es bleibt allerdings abzuwarten, ob dieses Angebot von den Sportlern angenommen wird.“

Stefan Glinkemann, Mannschaftsführer des Verbandsligisten TTV Burgholzhausen/Köppern, sieht es kritischer: „Ich persönlich habe schon seit einigen Jahren nicht mehr an diesen Kreis-Ranglistenturnieren teilgenommen, weil sie für mich sportlich nicht interessant sind und man das Risiko eingeht, gegen schwächer eingestufte Gegner TTR-Punkte zu verlieren.“ Wer gerne Turniere bestreiten möchte, dem würde mit der sehr attraktiven VR-Cup-Serie eine gute Alternative geboten. In Hessen stünden eine Fülle dieser Turniere im Terminkalender. „Man trifft auf attraktive Gegner und hat einen relativ geringen Zeitaufwand“, sagt Glinkemann.

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