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Tobias Barthelmes (43) aus Weyer.

Kreisschiedsrichtervereinigung Limburg-Weilburg

Tobias Barthelmes tritt gegen Friedhelm Bender an

  • Marion Morello
    vonMarion Morello
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Darauf musste man gut ein Jahrzehnt warten: Mit Tobias Barthelmes (43) aus Weyer tritt ein Kandidat gegen den amtierenden Friedhelm Bender für den Posten des Kreisschiedsrichterobmanns an. Gewählt wird beim Kreisschiedsrichtertag am Montag, 3. Februar, 19.15 Uhr, im Bürgerhaus in Schupbach.

Nach einem vor einem Jahrzehnt eher verzweifelten Comeback-Versuch von Toni Stillger – selbst zuvor viele Jahre Schiedsrichterobmann – stellt sich im Februar ein Mann mit besten Referenzen zur Wahl. Tobias Barthelmes, seines Zeichens amtierender stellvertretender Kreisfußballwart, Klassenleiter der Kreisoberliga Limburg-Weilburg und aktiver Schiedsrichter, hat seinen Entschluss am Sonntagnachmittag den Schiedsrichtern per E-Mail kundgetan.

Darin heißt es unter anderem im Wortlaut: „Ich möchte euch hiermit darüber in Kenntnis setzen, dass ich für das Amt des Kreisschiedsrichterobmanns kandidieren werde. Bedingt durch den Rücktritt eines gewählten Ausschussmitglieds wurde ich im Jahr 2010 als Mitarbeiter für Öffentlichkeitsarbeit in den geschäftsführenden Vorstand unserer Schiedsrichtervereinigung berufen. Dieses Amt bekleidete ich zwei Jahre und durfte hier erste Einblicke in die Arbeit als Verbandsmitarbeiter gewinnen. Beim Kreisfußballtag 2012 wurde ich von den Vereinsvertretern zum stellvertretenden Kreisfußballwart gewählt und in dieser Funktion im Jahr 2016 für eine weitere vierjährige Amtsperiode bestätigt. In diesen Jahren fungierte ich als Bindeglied zwischen Verband und Vereinen in vielfältigen Angelegenheiten, unter anderem auch als Klassenleiter in den verschiedenen Seniorenspielklassen Limburg-Weilburg. Hierdurch lernte ich sowohl verantwortliche Mitglieder aller Vereine unseres Kreises sowie Entscheidungsträger bis in die Verbandsspitze näher kennen. Dies sehe ich als gute Grundlage, um die Belange und Interessen jedes einzelnen von uns und die unserer Vereinigung durchzusetzen.

In den zurückliegenden Wochen und Monaten habe ich zahlreiche Gespräche mit vielen von euch führen dürfen. Hierbei kristallisierte sich heraus, dass ein Wandel an der Spitze des Kreisschiedsrichterausschusses erwünscht ist. Die genannten Gründe decken sich mit meinen Vorstellungen von Veränderungen, bei denen Handlungsbedarf besteht und die es zu optimieren gilt. Die Nachwuchserhaltung und -förderung: Von vielen Nachwuchsschiedsichtern, die nach wenigen Monaten oder Jahren das Hobby-Schiedsrichten wieder aufgeben, wird als einer der Gründe genannt, dass die Überleitung vom Junioren- in den Seniorenbereich nur sehr zähfließend oder gar nicht erfolgt ist. Bei entsprechender Eignung und Befähigung werde ich niemandem die Möglichkeit verwehren, sich im Seniorenbereich zu beweisen. Selbstverständlich geht dies nicht damit einher, hier ansässigen, erfahreneren Kameraden ihren Platz streitig zu machen, den sie sich durch anerkennenswerten und bedingungslosen Einsatz zur Sache verdient haben. Die Berücksichtigung individueller Interessen: Beruf und Familie, Schule und Studium, Freunde/Freundinnen und das steigende Angebot von Freizeitmöglichkeiten stellen immer weiter wachsende Herausforderungen an jeden von uns dar. Bei dem einen lassen diese Aspekte etwas mehr Einsatz für die Schiedsrichterei zu, bei anderen ist die Zeit knapper bemessen. Ich habe mir das Ziel gesteckt, euren individuellen Bedürfnissen gerecht zu werden und für jeden die passende „Dosis“ Spielleitungen zukommen zu lassen. Die Kommunikation: Um diese Individualität zu erreichen, ist eine regelmäßige Kommunikation, egal in welcher Form, notwendig. Hierfür werde ich euch zur Verfügung stehen und garantiere, euch gezielt zu kontaktieren und auch jede Anfrage in angemessener Zeit zu beantworten. Die Spielansetzungen: Zur Vereinbarung des Hobbys-Schiedsrichtens mit dem Privatleben ist es meines Erachtens nach notwendig, Ansetzungen anstatt weniger Stunden bereits mehrere Tage beziehungsweise Wochen vor dem jeweiligen Spieltermin vorzunehmen. Obwohl es in Einzelfällen nicht möglich ist, werde ich eine frühzeitige Ansetzung anvisieren. Die Gewalt gegen Schiedsrichter: Auch wenn man nach jedem Vorfall hofft, nicht mehr darüber sprechen zu müssen, zeigt gerade die jüngste Vergangenheit, dass die Thematik gegenwärtig präsenter ist, als je zuvor. Selbstverständlich gilt es, diesen Auswüchsen entgegenzuwirken. Wie eingangs beschrieben, verfüge ich über gute Kontakte in die Vereine und werde mit allen Mitteln und Unterstützung des Verbandes dagegen vorgehen, sollten Vereine in dieser Hinsicht auffällig werden.“

Und abschließend: „Ich bin mir sicher, mit euch gemeinsam die gesteckten Ziele verwirklichen zu können und würde mich deshalb sehr über eure Unterstützung am 3. Februar freuen. Dem bestehenden Kreisschiedsrichterausschuss habe ich meinen Entschluss mitgeteilt.“

Friedhelm Bender (Runkel) weht somit erstmals seit langer Zeit wieder ein scharfer Gegenwind ins Gesicht. Seine oftmals umstrittene Position an der Spitze der Schiedsrichter war zuweilen unter Vereinen, Funktionären und Schiedsrichtern sehr kontrovers gesehen und diskutiert worden. Trotz aller Kritik hatte es in den letzten Jahren allerdings nie einen Gegenkandidaten gegeben, der das Rückgrat gehabt hätte, sich dem Votum der Mitglieder zu stellen. Das hat sich mit der Bewerbung von Tobias Barthelmes jetzt schlagartig geändert. Für Spannung ist am 3. Februar also gesorgt.

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