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Da war auch Tobias Fischer ratlos: Mit den Entscheidungen der Unparteiischen konnten der Eddersheimer Trainer und seine Mannschaft überhaupt nichts anfangen.

Handball

Tobias Fischer bekommt seine erste Zeitstrafe in der 3. Liga

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Selten brachten Schiedsrichter den Eddersheimer Trainer Tobias Fischer so auf die Palme wie das thüringische Gespann Beyer/Jakob bei der Drittliga-Partie der Damen in Herzogenaurach.

Ein bisschen Selbstkritik schwang da schon mit, als der Eddersheimer Trainer nach der 22:23-Niederlage seiner Mannschaft gegen die TS Herzogenaurach in der 3. Liga Ost zur Analyse kam: „Ich habe mich ab einem bestimmten Zeitpunkt mehr mit den Schiedsrichtern befasst als mit unserem Spiel. Dafür habe ich mich nach dem Spiel auch bei meiner Mannschaft entschuldigt.“ Die Begründung dafür lieferte er gleich nach: „Ich habe es der örtlichen Presse auch gesagt. Das waren die schlechtesten Schiedsrichter, die ich in der Dritten Liga je hatte. Es war unfassbar und eine Frechheit. Sie hatten keine Linie und ihre Entscheidungen waren nicht greifbar.“

Dass die Schiedsrichter in einer ganz normalen Partie zehn Zeitstrafen verteilten, machte es vor den 235 Zuschauern beiden Mannschaften nicht einfacher. Dabei begann die Partie aus Sicht der Gäste gut. „Wir haben eine gute Abwehr gespielt, und auch im Angriff lief es gut“, beschrieb Fischer die ersten 19 Minuten, in denen sich seine Mannschaft auf 10:7 absetzte. Doch dann sah er Schwächen im Angriffsspiel: „Wir haben nicht klug genug agiert und teilweise etwas überhastet abgeschlossen. Aber das ist Jammern auf gutem Niveau.“ Mit einer 12:10-Führung ging seine Mannschaft in die Pause, hätte diesen Vorsprung aber deutlicher gestalten können.

Aus der Pause kamen die Gäste nicht gut raus. Innerhalb von drei Minuten dreht Herzogenaurach das Spiel zum 13:12. „Da haben wir überdreht und uns unvorbereitete Abschlüsse genommen“, erklärte Fischer. Zudem begann es dann, für seine Mannschaft schwierig zu werden: „Wir kamen mit den Schiedsrichter-Entscheidungen nicht klar. Da wurden uns technische Fehler und Stürmerfouls abgepfiffen, die man so nicht pfeifen kann.“ So beschrieb Fischer auch die Zeitstrafe gegen sich: „Lea Müller hat den Ball abgefangen, wird aber von einer Herzogenauracher Spielerin angegangen. Dann pfeifen die Schiedsrichter und entscheiden gegen uns mit Hinweis auf die Vier-Sekunden-Regel. Auf so etwas hatte ich keine Lust mehr.“ So wuchs die Verunsicherung bei den Eddersheimerinnen, die aber unverdrossen weiterkämpften, sich in keiner Phase der Partie hängen ließen und immer wieder herankamen. Nach dem Anschlusstreffer von Hanna Özer zum 22:23 gelang es den Herzogenauracher Damen, die Zeit fast komplett herunterzuspielen. „Ein Unding“, ereiferte sich Fischer, der resümierte: „Ich kann meiner Mannschaft nicht böse sein. Sie sitzt jetzt geknickt im Bus, aber das ist ein wichtiger Lerneffekt für sie. Der Kampfgeist und die Moral haben gestimmt.“

Eddersheim: Mona Priester (1. bis 60.), Melissa Kirchner (1 Siebenmeter); Stefanie Güter 9/4, Alexandra Flebbe 5, Hanna Özer 3, Lena Thoß 2, Lea Müller, Tabea Schweikart, Anna-Lena Kempf je 1, Anna Gempp, Julia Krämer.

(vho)

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