Leichtathletik

Tolles WM-Debüt für Göttnauer

Immer noch kann Margret Göttnauer nicht glauben, dass sie aus dem spanischen Malaga bei den 23. Senioren-Leichtathletik-Weltmeisterschaften mit reichlich Medaillen im Gepäck die Rückreise ins heimische Schwalbach antreten würde.

Mit einer Goldmedaille, zwei Mal Silber und Bronze mit der 4x400 m Staffel gab es für die Athletin der LG Bad Soden/Sulzbach/Neuenhain bei ihrer WM-Premiere in der Klasse W 65 einen kompletten Medaillensatz. Abgerundet wurde die stattliche Medaillensammlung durch Platz sechs über die 800 m. Hochzufrieden kehrte auch Kugelstoßerin Yvonne Steinfurth (LG Eppstein/Kelkheim) von der WM zurück. Mit 11,97 m gewann sie Silber in der Klasse W 45.

„Mit einer solchen Bilanz hatte ich angesichts der starken Teilnehmerfelder nicht gerechnet“, erklärte Göttnauer, die vor der WM ihre achte Deutsche Meisterschaft im 10 km-Straßenlauf in Bremen gewonnen hatte. Das schien ihr einen Schub gegeben zu haben. Göttnauer präsentierte ich in blendender Form. Ihr machte es nichts aus, an einem Tag Wettkämpfe in verschiedenen Stadien zu absolvieren. Das war angesichts der großen Teilnehmerfelder erforderlich.

An ihrem ersten Wettkampftag sorgte sie im Crosslauf über 8 km für einen Paukenschlag. Bei 30 Grad Hitze und einer 7,1 prozentigen Steigung mit vielen Steinen und Wurzeln musste sie sich mit 36:40 Minuten auf dem kurvenreichen Kurs nur der US-Amerikanerin Sabra Harvey (34:48 min.) beugen. Das war die Silbermedaille. „Durch meine Trainingsläufe im Taunus war ich jedoch gut vorbereitet. Es ist für mich optimal gelaufen“, strahlte Göttnauer. Das war die richtige Motivation für den 10 km Straßenlauf. Wieder hieß es, der hohen Luftfeuchtigkeit von 93 Prozent zu trotzen. Bei Kilometer vier setzte sie sich an die Spitze und gab diese Position nicht mehr ab. Nach 46:27 Minuten empfing sie ihr Ehemann mit den Worten „Lauf schneller, Du lahme Schnecke, Du bist Erste.“ Wie in Bremen ließ sie Gudrun Vogl (Spvgg Renningen/47:25 min.) keine Chance.

Doch damit war die Jagd auf Edelmetall noch nicht beendet. Göttnauer startete auch über 5000 m. Dabei lief sie äußerst mutig an, suchte ihr Heil in der Flucht. Zusammen mit der US-Amerikanerin Sabra Harvey und der Berlinerin Elisabeth Westphal lief Göttnauer dem Feld voraus. Schnell lief das Trio einen Vorsprung von 50 Metern heraus. Die US-Amerikanerin konnte sich von den beiden Deutschen absetzen. Somit machten sie Silber und Bronze unter sich aus. In 22:02,79 Minuten gab es Silber für Göttnauer. „Das war nicht zu erwarten“, war sie überrascht, zumal sie gut 40 Sekunden schneller war als bei den „Deutschen“.

Ihre gute Form bestätigte sie auch über 800 Meter. Als Vorlaufsechste zog sie mit 3:04,15 Minuten in das Finale. Diesen Platz behauptete sie im Finale (2:59,63 min.)

Als Startläuferin der 4 x 400 m Staffel legte sie mit der besten Zeit der deutschen Staffelläuferinnen von 80 Sekunden den Grundstein für die Bronzemedaille. Dabei sind die 400 m zu kurz für Göttnauer.

Yvonne Steinfurth (LG Eppstein/Kelkheim) entschloss sich erst Mitte Juli zum Start. Seitdem lief auch die Vorbereitung. Die hat sich für die W 45-Athletin ausgezahlt. Im ersten Versuch gelangen ihr 11,59 m. Doch Steinfurth wollte mehr und steigerte sich auf 11,97 m – Saisonbestleistung. Das brachte ihr die Silbermedaille. Bemerkenswert ihre Serie – sie wuchtete die Kugel mit Ausnahme eines ungültigen Versuches jeweils über 11 m. „Beim Wettkampf herrschte eine angenehme Atomsphäre, das hat meine Leistung positiv beeinflusst“, meinte die Eppststeinerin, die während des Wettkampfes von Bettina Schard (MTG Mannheim) gut betreut wurde.

(rmü)

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