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Spieler, Trainer und Betreuer am großen Ziel: Die SG Niedershausen/Obershausen ist Meister der Kreisoberliga Limburg-Weilburg.

Fußball-Kreisoberliga Limburg-Weilburg

117 Tore: Die Bilanz eines Champions

Wir starten unsere Serie „Meister im NNP-Land“ mit der SG Niedershausen/Obershausen. Die Mannschaft von Trainer Kamil Heblik zählte Jahr für Jahr zu den Favoriten in der Fußball-Kreisoberliga Limburg-Weilburg – in dieser Saison hat es endlich geklappt: Die Jungs aus den Löhnberger Stadtteilen Nieders- und Obershausen dürfen kommende Runde in der Gruppenliga Wiesbaden ran.

VON PATRICK JAHN

Nach dem VfL Eschhofen (in dieser Saison Absteiger in die Fußball-Kreisliga A) hat sich mit der SG Niedershausen/Obershausen auch der letzte Kreisoberliga-„Dino“ verabschiedet. Satte neun Jahre war der an den Lahn-Dill-Kreis grenzende Verein Mitglied der Kreisoberliga. Diese tolle Statistik hat nun spätestens am 19. Mai ihr Ende gefunden. Die Mannschaft von Spielertrainer Kamil Heblik gewann an diesem Tag gegen den TuS Dietkirchen 2 mit 8:0 und sicherte sich damit erstmals in ihrer Vereinsgeschichte die Meisterschaft im Kreisoberhaus. 

Bereits in den Vorjahren war der offensivstarken Truppe oftmals der Aufstieg zugetraut worden. Häufig präsentierte sich die Truppe aus dem Kallenbachtal in den entscheidenden Momenten aber zu unkonstant und fing sich vor allem viel zu viele Gegentore ein. Vor allem daran hat Trainer Kamil Heblik erfolgreich gearbeitet. Nach 78, 74 und 63 Gegentreffern in den drei Jahren zuvor kassierte die SG N/O 2018/19 nur 42 „Eier“: zweifelsfrei die Bilanz eines Champions. Nur die SG Selters (40) und der FC Waldbrunn 2 (41) hatten noch bessere Defensivreihen zu bieten gehabt. 

Dafür hat es aber der Angriff um Marvin Kretschmann, Felix und Florian Klaner sowie Robin Schaffarz in sich. Unfassbare 117 Tore erzielte das Team in dieser Runde, was einem Schnitt von mehr als drei Treffern pro Spiel entspricht. Kein Zweifel: Die beste Mannschaft, die auch in nahezu allen Statistiken vorne liegt, hat sich den Titel geangelt. 

Dabei hatte das Spieljahr für den Meister katastrophal begonnen. Gleich am 1. Spieltag setzte es beim TuS Frickhofen, der beinahe die gesamte Saison an der Spitze stehen sollte, eine 1:5-Pleite. Nach Siegen gegen die SG Oberlahn (2:1) und den FCA Niederbrechen (5:2) gab es auch bei der SG Selters eine Niederlage (0:2). Sechs Punkte aus vier Spielen – ausbaufähig. Was dann folgte, war schon atemberaubend: Aus den nächsten zwölf Partien heimste die Spielgemeinschaft elf „Dreier“ ein, lediglich gegen den SC Offheim gab es eine Pleite (3:4). 

Die große Chance war also da, dem TuS Frickhofen die Tabellenführung zu entreißen. Im Rückspiel auf dem Niedershäuser Hybridrasen war alles angerichtet. Doch es kam anders: Frickhofen entführte beim 3:1 die Punkte und sorgte bei den Kallenbachtalern für hängende Köpfe und ein Stück weit Verunsicherung. Nur zwei Wochen danach gab es die nächste empfindliche Heimniederlage: Der FC Waldbrunn 2 gewann 2:1 und war dadurch mitten im Aufstiegskampf gelandet.

Dort hinein schnupperte auch die SG Selters, doch Hebliks Mannschaft war auf Wiedergutmachung aus – und wie: Mit 7:0 wurden die „Wassermänner“ nach Hause geschickt, und Niedershausen/Obershausen war zurück auf dem Damm. Wiederum nur eine Woche später setzte es bei Abstiegskandidat SG Ahlbach/Oberweyer ein 2:4. Sollte sich schon wieder der Schlendrian einschleichen? Mit drei Punkten Rückstand ging es in die Winterpause. 

Ins Jahr 2019 startete der Tabellenzweite famos: mit 13 von 15 möglichen Punkten und nur einem einzigen Gegentor. Dann folgte wieder eine bittere 0:1-Pleite bei Mitkonkurrent FC Waldbrunn 2. Der Aufstieg rückte in weite Ferne, denn plötzlich fand sich die SG N/O auf dem bedeutungslosen 3. Platz wieder. Viele Ausrutscher durften sich Kretschmann & Co. also nicht mehr erlauben. Zudem war klar, dass sowohl Frickhofen als auch Waldbrunn 2 würden Federn lassen müssen, um vorbeizukommen. 

Die SG Niedershausen/Obershausen glaubte an sich und feuerte bis zum Saisonende aus allen Rohren. Sieben Spiele, davon sechs siegreich, und nur eine Punkteteilung reichten tatsächlich zur Meisterschaft. Zum einen war es der sensationelle Schlussspurt, zum anderen waren Frickhofen und Waldbrunn 2 tatsächlich eingebrochen. Und genau das führte zum größten Erfolg der Vereinsgeschichte der SG Niedershausen/Obershausen. 

Die Nassauische Neue Presse gratuliert zur Meisterschaft in der Kreisoberliga Limburg-Weilburg und wünscht für das „Abenteuer Gruppenliga“ viel Erfolg!

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