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Adrian Matuschewski (SG Ober-Erlenbach) im Top-Spiel gegen die SF Friedrichsdorf

Fußball, Spiel der Woche im Hochtaunus

Torjäger Matuschewski führt die SG Ober-Erlenbach zum Überraschungssieg

Die SG Ober-Erlenbach schlägt in der Kreisoberliga Tabellenführer Sportfreunde Friedrichsdorf mit 3:2 (1:1). Während die einen die Meisterfeier verschieben müssen, dürfen die anderen nun vom Aufstieg träumen.

Auf sein Bauchgefühl für das Topspiel angesprochen, legte Ober-Erlenbachs Sportchef Thomas Bremerich am Sonntagmittag nur ein breites Grinsen auf und reckte anschließend den Daumen nach oben. Dabei ging es doch anschließend gegen die Sportfreunde Friedrichsdorf, dem hochklassig besetzten und in diesem Jahr noch ungeschlagenen Tabellenführer und baldigen Meister der Fußball-Kreisoberliga Hochtaunus. Daran besteht kein Zweifel. Hochmut, der bekanntlich ja vor dem Fall kommt, traf auf Bremerich nicht zu: In den folgenden 90 Minuten war die SG Ober-Erlenbach die klar überlegene Mannschaft, die am Ende verdient mit 3:2 gegen den Favoriten gewann.

Vom Anpfiff an verteidigten die Gastgeber extrem giftig, störten schon früh den Spielaufbau der Friedrichsdorfer und hielten die Sportfreunde so vom eigenen Tor weg. Zwar gelang es dem Außenseiter zunächst nicht, klare Chancen herauszuspielen, doch schien die Partie von Beginn an unter der Kontrolle von Ober-Erlenbach zu stehen. In der 34. Minute traf dann Sebastian Grassler per direktem Freistoß die Unterkante der Latte, kurz darauf hatten auch Julian Paszun (36.) und Adrian Matuschewski (38.) gute Möglichkeiten. Als Matuschewski in der 41. Minute nach Vorarbeit von Michael Pottmeyer schließlich aus kurzer Distanz einschob, war das 1:0 für die SGO hochverdient.

Friedrichsdorf, das zuletzt sieben Mal in Folge siegte, konnte jedoch im direkten Gegenangriff antworten. Florian Kister wurde in der 42. Minute elfmeterreif gefoult und Sturmkollege Rene Krieg verwandelte den Strafstoß souverän.

„Wir haben in dieser Saison schon häufig gute Halbzeiten gespielt, sind dann aber später eingebrochen“, erklärte Bremerich, „diesmal hat sich die Mannschaft aber belohnt. Es war unsere beste Saisonleistung.“

Sein Team kam mit noch größerem Engagement aus der Kabine und schnürte die Sportfreunde in den zweiten 45 Minuten teilweise in deren Hälfte ein. „Statt die Musik anzugeben, haben wir die Bälle auf den zentralen Positionen verloren“, analysierte SF-Trainer Bodo Dick. Einer dieser Ballverluste zwang Ali Razai in der 55. Minute zu einem Foulspiel innerhalb des Strafraums an Matuschewski. Der bei Eintracht Frankfurt ausgebildete Offensivspieler trat selbst zum Strafstoß an und erzielte mit einem Flachschuss das 2:1. Statt sich jetzt zurückzuziehen, machte Ober-Erlenbach munter weiter mit dem Angriffspressing. Das führte in der 58. Minute zu einem Überzahlspiel, bei dem Matuschewski den mitgelaufenen Michael Pottmeyer zum 3:1 bediente.

Erst nach der Gelb-Roten Karte für Sebastian Grassler (86., wiederholtes Foulspiel) zog man sich zurück. Zuvor erzielte Emin Basdar nach feiner Kombination der Sportfreunde den 2:3-Anschluss (73.), zudem vergab der eingewechselte Eric Kemen einen weiteren Foulelfmeter für die Hausherren (80.).

Die Schlussphase inklusive vier Minuten Nachspielzeit wurde noch mal spannend, da die Sportfreunde alles nach vorne warfen und die SGO in Person von Wechselspieler Florian Grassler eine weitere Gelb-Rote Karte bekam (90.+2, taktisches Foulspiel und anschließendes Reklamieren). Der vom Innenverteidiger zum zusätzlichen Stoßstürmer umfunktionierte Ulrich Strenkert hatte noch zwei Gelegenheiten für die Gäste (90., 90.+1), doch am Ende feierte Ober-Erlenbach einen unterm Strich verdienten Sieg.

Matuschewski: "Jeder Einzelne hat 100 Prozent gegeben"

Als die Taunus Zeitung Ober-Erlenbachs Torjäger Adrian Matuschewski vergangene Woche fragte, welche Qualität von Sportfreund Florian Kister er gerne übernehmen würde, zögerte er nicht. Der Kampfgeist des Stürmerkollegen sollte es sein. Im Vergleich der Torjäger legte Matuschewski am Sonntag eben diesen an den Tag – wie auch seine Teamkollegen. „Sie haben von Anfang schon vorne viel Druck gemacht und das auch über 80 Minuten durchgezogen“, zeigte sich der Friedrichsdorfer Trainer Bodo Dick vom Einsatz der Ober-Erlenbacher beeindruckt. „Heute hat die Mannschaftsleistung einfach gestimmt, jeder Einzelne hat 100 Prozent gegeben“, sagte Matuschewski.

Kurz vor Spielschluss hatte er jedoch einen Schlag aufs Knie bekommen und vorzeitig vom Feld gemusst. Um im Jubelkreis dabei sein zu können, musste der frühere Profi des FSV Frankfurt nach dem Abpfiff von zwei Betreuern gestützt gehen. „Es ist nur eine Prellung, glaube ich“, erklärte Matuschewski unmittelbar nach dem Spiel. Bei der SG wird man hoffen, dass der Edeltechniker schnellstmöglich wieder fit wird. Mit Leistungen wie nun gegen Friedrichsdorf (zwei Tore, ein Assist) könnte Matuschewski noch zum ,Aufstiegsheld‘ werden. Nur noch drei Punkte liegt der Fünftplatzierte SGO hinter dem zweiten Rang (mit Teutonia Köppern), der zur Aufstiegsrelegation berechtigt. Der Rückstand von Matuschewski auf Kister ist im Zweikampf um die Torjägerkrone derweil geschrumpft – es steht nach Toren 30:32.

ROBIN KUNZE

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