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Blick in die Zukunft: Leo Caic möchte auch in der Saison 2021/22 Trainer des FC Oberstedten sein.

Fußball, Hochtaunus

Trainer Leo Caic macht beim FC Oberstedten weiter

  • vonRobin Kunze
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Fußball-Kreisoberligist FC Oberstedten freut sich über die Vertragsverlängerung seines renommierten Trainers. Leo Caic hat seine Pläne geändert – aus gutem Grund.

Oberstedten – Fußball-Coach Leo Caic hat seinen Vertrag beim Kreisoberligisten FC Oberstedten bis 2022 verlängert. Der Kontrakt ist sowohl für die KOL als auch die Gruppenliga gültig. Den Abschluss verkündete Sportchef Rüdiger Rau erst gestern, Einigkeit zwischen Trainer und Verein herrschte aber schon Ende des vergangenen Jahres.

„Ich habe gerne frühzeitig Klarheit, was den Trainerposten anbelangt und stehe auch für Kontinuität“, sagt Rau, „daher haben wir uns bereits im Dezember ausgetauscht.“ Caic habe sich zunächst zwei Wochen Bedenkzeit erbeten, dann aber bereits nach vier Tagen zugesagt.

„Der Verein hat eine tolle, familiäre Struktur, und ich habe ein ausgezeichnetes Verhältnis zu Rüdiger Rau und Vereinspräsident Hartmut Dittmar. Da musste ich letztlich nicht lange überlegen“, sagt Caic, der als Spieler für Vereine wie Eintracht Frankfurt, Darmstadt 98 und die SG Egelsbach aktiv war.

Das gute Verhältnis zu den Vereinsverantwortlichen war schon häufiger zur Sprache gekommen, dennoch kommt Caics Verlängerung bis 2022 ein wenig überraschend. Eigentlich war der Ex-Profi mit einer ganz speziellen Absicht in die aktuell pausierende Saison gestartet: Nach der Spielzeit wollte er seine Laufbahn als Vereinstrainer beenden.

„Prinzipiell stehe ich dazu nach wie vor, nur möchte ich mich nach einer kompletten Saison verabschieden und nicht nach zwei halben“, erklärt er im Hinblick auf die Covid-19-bedingte Unterbrechung des Spielbetriebs. Andere Angebote von höherklassigen Vereinen habe es in den vergangenen Wochen zwar auch gegeben, doch lehnte Caic dankend ab. Neben der familiären Atmosphäre beim FCO schätzt er auch die Nähe zu seinem Wohnort Bad Homburg. Kurze Wege bedeuten Zeitersparnisse, die er in seine Fußballschule – Caics Herzensprojekt – investieren kann.

Nicht zuletzt ist er auch vom Projekt beim FCO überzeugt, sagt: „Ich habe eigentlich noch nie einen Verein verlassen, bevor meine Arbeit dort erledigt war. In Oberstedten ist das noch nicht der Fall.“

Der Coach, der 2016 die Usinger TSG in die Verbandsliga führte, gilt als fordernder wie fördernder Fußballlehrer. Lob müssen sich Spieler unter seiner Führung verdienen, konstruktive Kritik und Verbesserungsvorschläge verteilt der zielstrebige Trainer auch während der 90 Minuten einer Partie. Mit dieser Art hat er es in den vergangenen Monaten geschafft, der Mannschaft neue Impulse und vor allem einen neuen Spielstil einzuhauchen.

Neue Spielphilosophie für die Mannschaft

Eine Zeit lang war der FC Oberstedten für die kämpferische Einstellung, eine enorme Kompaktheit in der Defensive und ein schnelles Überbrücken des Mittelfelds durch lange Bälle bekannt. „Das waren die Tugenden, die uns ausgezeichnet haben. Und die waren notwendig, denn anders hätten wir in der Gruppenliga nicht gute drei Jahre bestanden“, sagt Rau. Den sich 2019 abzeichnenden Abstieg in die KOL, wo man wieder ein größerer Fisch im überschaubareren Teich ist, nutzte der Club für einen Philosophiewechsel. „Jetzt spielen wir von hinten raus Fußball“, freut sich Rau und lobt die Trainingsarbeit von Caic.

Nicht nur die Männermannschaft, derzeit auf Tabellenplatz vier, profitiert von seinem Know-how. „Er arbeitet sehr gut mit unseren Jugendtrainern zusammen, gibt Tipps und macht auch schon mal eine Trainingseinheit zu Anschauungszwecken vor“, berichtet Rau. Darüber hinaus habe sich Caic sehr eingebracht, als es im Sommer darum ging, den Verein nach den Corona-Regelungen umzugestalten. „Insgesamt passt es einfach sehr gut“, meint Rau.

Ob es auch passt mit der Wiederkehr in die Gruppenliga? Weder Rau noch Caic machen ein Geheimnis daraus, dass man um den Aufstieg mitspielen möchte. „Das Zeug dazu haben wir wie auch Köppern, Ober-Erlenbach und ein oder zwei Mannschaften, die jetzt noch keiner auf dem Zettel hat. Doch es gehört am Ende immer auch ein bisschen Glück dazu“, sagt Leo Caic. Da das Glück aber bekanntlich mit den Tüchtigen ist, darf man sich beim FC Oberstedten in den nächsten anderthalb Jahren durchaus Hoffnungen machen.

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