Sie haben bei Eintracht Oberursel viel bewegt und bewirkt: Trainer Mehmet Cetin (links) und Thomas Pfettscher. Foto: Strohmann
+
Sie haben bei Eintracht Oberursel viel bewegt und bewirkt: Trainer Mehmet Cetin (links) und Thomas Pfettscher. Foto: Strohmann

Fußball, Hochtaunus

Trainer Cetin: Abschied nach acht Jahren

  • Thorsten Remsperger
    vonThorsten Remsperger
    schließen

Eintracht Oberursel formiert sich neu: Auch Abteilungsvorstand Pfettscher hört auf. Sein Nachfolger und der neue Trainer haben ihre Arbeit am Eschbachweg bereits aufgenommen.

Es hätten die entspanntesten Monate seiner Trainerlaufbahn werden können. Mehmet Cetin hatte schon beschlossen, dass es nach acht Jahren in Serie bei Eintracht Oberursel als Coach und Kaderplaner in einer Person Zeit für eine Veränderung wird. Auch der Abteilungsvorstand um seinen langjährigen Weggefährten Thomas Pfettscher, der zu der Zeit bereits seinen designierten Nachfolger Toni Schellenberger einarbeitete, war informiert. Dann verbesserte sich das junge Team in der Kreisoberliga dank einer Siegesserie auf den sorgenfreien fünften Platz - ehe die Corona-Pandemie im März dafür sorgte, dass sich plötzlich bei allen Fußballern ganz viel ungewollte Entspannung einstellte.

"Das ist zwar nicht das Ende, wie ich es mir gewünscht habe", sagt Cetin, "aber ich hatte bei Eintracht Oberursel acht wirklich verdammt geile Jahre. Es ist bei uns unheimlich freundschaftlich zugegangen. Irgendwann war aber einfach die Zeit gekommen, loszulassen."

Nachfolger des Trainers wird ein im Hochtaunuskreis bestens Bekannter: Daniel Engel. Der 50-Jährige trainierte zuletzt die SG Mönstadt/Grävenwiesbach in der Kreisliga B und war zuvor als Spieler und Trainer für Teutonia Köppern im Einsatz.

2012 ohne Spieler begonnen

Cetin, inzwischen zweifacher Familienvater, in Oberstedten lebend, war 2012 vom FC Reifenberg an den Eschbachweg gekommen, um "ohne Erstmannschaftsspieler anzufangen", wie er in der Retrospektive erzählt. Die waren nach dem freiwilligen Rückzug von der Gruppenliga in die A-Liga alle gegangen. Gleich in seiner ersten Saison gelang dennoch der Aufstieg - und 2015 für eine Spielzeit sogar die Rückkehr in die Gruppenliga.

"Mehmet Cetin hat in seinen acht Trainerjahren hervorragende Arbeit am Eschbachweg geleistet. Er ist ein ausgewiesener Taktiker, die Entwicklungen von jungen Spielern waren ihm stets sehr wichtig", lobt Pfettscher ihn in einer Pressemitteilung. Sein Amt hat Pfettscher mittlerweile an Toni Schellenberger übergeben, der die Geschicke der Eintracht-Senioren gemeinsam mit Thomas Schäfer und Björn Kutt steuern soll. Pfettscher selbst bleibt Pressesprecher.

Vor dem ersten Training mit der neuen 1. Mannschaft des SC Eintracht Oberursel: Vorsitzender Uwe Krailing, Trainer Daniel Engel und Abteilungsleiter Toni Schellenberger (von links).

Auf Daniel Engel hält man große Stücke beim Oberurseler Sportclub. Er sei "ebenso fußballverrückt" wie sein Vorgänger, heißt es in der Mitteilung.

Er habe nicht lange überlegen müssen, um die neue Herausforderung anzunehmen, wird Engel zitiert, sowohl die überragenden Trainingsmöglichkeiten mit zwei Plätzen als auch die Visionen und Ideen des Vereins hätten ihn überzeugt. "Ich möchte mit der Mannschaft einen guten und erfolgreichen Fußball spielen sowie das Wir-Gefühl und den Teamgeist fördern."

Und Mehmet Cetin? Der freue sich jetzt auf mehr Zeit mit seiner Familie, mit seinen zwei kleinen Kindern (zweieinhalb und fünf Jahre). "Was ich mache, kann ich nicht genau sagen", sagt der 43-Jährige zu seiner Zukunft als Trainer. Passt ja irgendwie in diese verrückte Corona-Zeit. Aber verwundern würde es nicht wirklich, wenn Mehmet Cetin bald wieder in einer Pressemitteilung genannt würde. Um als Trainer in einem anderen Verein vorgestellt zu werden.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare