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Trainer-Fuchs mit grüner Karte: Slobodan Jankovic (links) von der TSG Ober-Eschbach bei der Ausübung seines Hobbys.

Handball

Trainer-Haudegen Jankovic sieht für Ober-Eschbach gute Perspektiven

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Slobodan Jankovic kann man fast als Konstante bei der TSG Ober-Eschbach bezeichnen. Der Handballtrainer berichtet über kurz- und langfristige Ziele.

Slobodan Jankovic ist jetzt 59 Jahre alt und zum dritten Mal Handballtrainer bei der TSG Ober-Eschbach. Was treibt einen so erfahrenen Coach an, nach seinen Engagements bei den Männern (damals Landesliga) und Frauen (damals wie heute 3. Liga) seit Jahresbeginn wieder die Männer (inzwischen Bezirksoberliga/BOL) zu trainieren, die in ihrem nächsten Spiel am Sonntag um 17 Uhr auf TuS Holzheim II treffen. Die Antwort ist einfach: die Perspektive im Verein. Jankovic selbst beschreibt es so: „Es ist ganz schön, wenn man zum Training kommt und die ganze Halle ist noch voll mit Kindern.“

In einer Spielgemeinschaft mit dem TV Gonzenheim kann die TSG Ober-Eschbach mit mehreren Jugendmannschaften bis zur B-Jugend wuchern. Das ist steigerungsfähig, aber schon ein himmelweiter Unterschied zu seinem ersten Engagement im Bad Homburger Stadtteil, das auf seinen Wunsch hin im Frühjahr 2015 geendet hatte. Und in früheren Regionalliga-Zeiten hatte der Verein mit der 1. Mannschaft zwar ein Zugpferd mit Strahlkraft in die Region, aber gar keine eigene Handball-Jugend.

Jankovic sieht die TSG auf dem richtigen Weg, der zwar noch etwas länger ist – „Wir müssen noch ein paar Jahre so durchhalten“ – aber auch zeitgemäß und alternativlos. „Die Zeiten sind vorbei, dass in der Region für Handball die große Kohle ausgegeben wird“, sagt der Trainer-Haudegen, das sei auch an den Ligazugehörigkeiten der besten Vereine aus Frankfurt, dem Hochtaunus und der Wetterau zu erkennen (maximal Landesliga). Für die TSG Ober-Eschbach, bei der früher jenes Geld für (hochklassigen) Handballsport floss, sieht er gerade deshalb gute Zukunftsaussichten. Der Verein habe als „ehemalige Handballhochburg“ immer noch einen guten Namen, er habe jetzt eigene Jugendmannschaften, und der Neubau einer modernen Sportstätte anstelle der alterwürdigen Albin-Göhring-Halle sei geplant.

Vergleichsweise unbedeutend kommt das Tagesgeschäft des Bezirksoberligisten daher, der sich bisher wankelmütig in seinen Leistungen zeigte. Nach dem Unentschieden nach furioser Aufholjagd bei Titelfavorit TGS Langenhain folgten im Wechsel Siege und Niederlage, zuletzt eine 28:39-Klatsche beim Tabellenzweiten TV Idstein. „Es ist manchmal unglaublich, wie so etwas passiert“, sagt Jankovic. Sicher, Rückraumspieler Kongestol befand sich im Heimaturlaub in Norwegen, die Torhüter Magnus Andrius Veteras (berufsbedingt) und Jan Siebelds (wegen seines Studiums) könnten nur wenig trainieren.

Solche Tatsachen galten in der langen Trainerlaufbahn von Jankovic aber nie als Ausrede und werden nie gelten. „Wir sind die TSG Ober-Eschbach, und wir haben genügend Spieler, mit denen etwas möglich ist.“

Jankovic, der in Sachsenhausen wohnt, wo sein in Ober-Eschbach mitspielender Sohn Zarko die TG 04 trainiert, glaubt, dass eine sehr erfolgreiche Saison möglich wäre. Wenn die Mannschaft denn immer komplett spiele und auch genügend trainiere. Gerade Letzteres passte dem Coach zuletzt gar nicht. „Sieben oder acht Leute im Training sind einfach zu wenig, um sich ausreichend vorbereiten zu können“, kritisiert er.

Dennoch geht Ober-Eschbach als Favorit in die Partie mit der Holzheimer Landesliga-Reserve, die zu Hause meistens stärker als in der Fremde spielt. Das gilt auch für die HSG Steinbach/Kronberg/Glashütten, das zweite BOL-Team aus dem Hochtaunus, das ebenfalls am Sonntag (um 16 Uhr) in der Altkönigsporthalle Aufsteiger HSG Wiesbaden II empfängt. Mit dem Rückenwind des ersten Saisonsieges (28:24 bei der HSG Neuenhain/Altenhain) möchten die Gastgeber in Steinbach sogleich zum nächsten doppelten Punktgewinn stürmen.

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