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Trainer Rico Henrici

Fußball, Gruppenliga

Trainer Rico Henrici tritt beim FC Neu-Anspach zurück

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Am Aschermittwoch war nicht nur für die Fastnachter alles vorbei. Der FC Neu-Anspach muss schneller einen neuen Trainer für seine Gruppenliga-Mannschaft beschäftigen, als ihm lieb ist.

Fast auf den Tag genau ein Monat ist vergangen, seit dem der FC Neu-Anspach bekannt gegeben hat, die Trainerposition im Sommer mit Jörg Loutchan neu besetzen zu wollen. Noch-Übungsleiter Rico Henrici war nach zweieinhalb Jahren im Amt nicht begeistert über die Entscheidung des Vereins. Er hätte sich gut vorstellen können, in seine vierte Saison als Trainer der Gruppenliga-Elf zu gehen. Der FCNA war für den waschechten Neu-Anspacher, der dort auch an der Adolf-Reichwein-Schule als Lehrer tätig ist, immer „eine Herzensangelegenheit“. Der 35-Jährige nahm sich vor, in der verbleibenden Zeit noch „das Bestmögliche herauszuholen“. Zwei Pflichtspiele später ist sein Engagement zu Ende. Henrici teilte dem Verein mit, sein Traineramt mit sofortiger Wirkung zur Verfügung zu stellen.

War Anfang Februar Rico Henrici der Überraschte, so trifft dies nun auf die Sportliche Leitung seines bisherigen Vereins zu. „Ich hätte es mir anders gewünscht“, sagte Manager Michael Caspari, „ich habe aber Respekt vor der Entscheidung von Rico. Es ehrt ihn, dass er den Weg frei macht.“ Einen Plan B hat der Anspacher Fußball-Macher derweil anscheinend nicht in der Tasche. „Wir werden in der nächsten Woche eine sehr gute Lösung präsentieren“, sagte Caspari nur. Mehrere Gespräche müssten noch geführt werden. Beispielsweise mit Jörg Loutchan (zuletzt Vatanspor Bad Homburg), der direkt einsteigen könnte. Am Sonntag (15 Uhr) in der Partie bei Olympia Fauerbach wird – Stand Mittwoch – Caspari selbst sich das Coaching mit Abwehr-Routinier Alexander Clark teilen.

„Alles versucht“

„Ich habe alles in meiner Macht stehende versucht, an den sportlichen Erfolg der 1. Mannschaft zu Beginn der Hinrunde anzuknüpfen. Leider haben alle Anstrengungen nicht zur erhofften Kehrtwende geführt“, wird Henrici in einer Mitteilung zitiert, die der Verein am Mittwochvormittag verschickte.

Die Mannschaft hatte eine merkwürdige Entwicklung genommen. Von Caspari vorsichtig als „Lehrjahr“ deklariert, sorgte in dieser Spielzeit der FCNA anfangs für Furore. Mit erfrischendem Offensiv-Fußball wurden teilweise hohe Siege erzielt, wie das 5:0 gegen den Türk. SV Bad Nauheim, das 6:3 gegen Olympia Fauerbach oder das 7:0 gegen die Spvgg. Fechenheim. Die Anspacher Kicker waren auf bestem Wege, sich für höhere Ziele in der Verbandsliga zu empfehlen. Seit jenem 7:0 am 7. Oktober wartet der immer noch drittstärkste Angriff der Gruppenliga Frankfurt West aber auf einen Sieg.

Auch im seitdem zehnten Anlauf hatte es am Fastnacht-Samstag für Henricis Jungs nicht geklappt. Mit 2:3 verlor man unglücklich bei jenen Bad Nauheimern, gegen die in der Hinrunde noch der 5:0-Sieg gelungen war. „Ich habe Videoanalysen durchgeführt, eine Systemänderung vorgenommen, alles probiert, was ich so draufhabe – nichts hat gefruchtet“, erläuterte Henrici gestern gegenüber dieser Zeitung. Auch die Leistungssteigerung am Wochenende habe an diesem Gesamteindruck nichts mehr geändert.

Rico Henrici hat einen Haken hinter seine Zeit beim FCNA gesetzt, dem er seit dem Gründungsjahr 2013 als Mitglied angehört. Was seine weitere Trainerlaufbahn betrifft, lasse er jetzt einfach alles auf sich zukommen.

Maximum an Herzblut

Michael Caspari bedankte sich bei Henrici, der eine Identifikationsfigur des FC Neu-Anspach gewesen sei, stets mit dem Maximum an Herzblut und Engagement an seine Aufgabe herangegangen sei. Der Manager steht weiterhin zur Vorgehensweise des Vereins, den neuen Trainer bereits vor einem Monat zu verkünden und den alten damit quasi zu einem Auslaufmodell werden zu lassen. „Das war eine saubere Vorgehensweise und ehrliche Lösung“, sagte Caspari, „wie hätten wir es sonst machen sollen?“

Am Sonntag hält der Manager nun selbst den Kopf hin. Als Interimstrainer in einem Spiel, dessen Bedeutung schon die Tabellenkonstellation aufzeigt. Der FCNA hat als Tabellenneunter noch fünf Punkte Vorsprung auf die Abstiegsränge, auf denen beispielsweise der kommende Gegner liegt. Geht die Partie in Fauerbach verloren, wäre in Neu-Anspach Abstiegskampf angesagt.

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