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Zeigt auf und neben dem Feld an, wo es langgeht: Alexandros Theodosiadis, Trainer der Sportfreunde Friedrichsdorf.

Fußball Hochtaunus, Spiel der Woche

Trainer Theodosiadis im Interview: Marco Rose war sein Lehrmeister

Trainer Alexandros Theodosiadis gastiert mit den Sportfreunden Friedrichsdorf am Sonntag (14.30 Uhr) bei der DJK Bad Homburg zum Spiel der Woche. Der 30-Jährige hat als Spieler eine ereignisreiche Profi-Laufbahn hinter sich.

Als Führungsspieler ging Alexandros Theodosiadis bei den Sportfreunden Friedrichsdorf in die Saison. Seit kurzem ist er zudem Trainer des Fußball-Gruppenliganeulings. Während seiner Karriere spielte der heute 30-Jährige für namhafte Vereine wie den FSV Frankfurt, Kickers Offenbach oder Lok Leipzig - und bringt daher reichlich Erfahrung mit. "Als Spieler konnte ich mir bereits einen Namen machen, als Trainer aber noch nicht", erklärt er und deutet an, dass er mit Ehrgeiz und Freude die neue Doppelrolle angenommen hat.

Vor dem morgigen Spiel der Woche bei der DJK Bad Homburg (Anpfiff: 14.30 Uhr) sprach TZ-Reporter Robin Kunze mit Theodosiadis über die zuletzt schwache Form seines Teams, das Ziel für die Restrunde sowie einen berühmten Trainer, unter dem er lernen und Erfahrungen sammeln durfte.

Herr Theodosiadis, Sie konnten aufgrund einer Sperre bei den letzten vier Spielen weder als Spieler noch als Trainer eingreifen - wie schwer ist Ihnen das gefallen?

Extrem schwer. Zumal wir dreimal verloren haben. Ich konnte die Aufstellung und das Training machen, musste mich dann aber ab 60 Minuten vor dem Anpfiff wie ein Zuschauer verhalten und konnte somit nicht mehr helfen.

Wie lässt sich die zuletzt schwache Form der Mannschaft erklären?

Nach dem Hessenpokalspiel gegen Steinbach Haiger, in dem wir uns sportlich gut präsentiert haben, hätte es eigentlich einen Aufschwung geben können. Aber durch die Vorkommnisse nach diesem Spiel, auf die ich nicht mehr näher eingehen möchte, und den damit verbundenen Strafen kam Unruhe auf. Dennoch bin ich von unserem Kader überzeugt, so dass ich bis zur Winterpause noch auf möglichst viele Punkte hoffe.

Welches Ziel haben sie sich bis zum Saisonende gesetzt?

Erst einmal geht es jetzt darum, in der Liga zu bleiben. Durch die vier Punkte, die uns wegen des Hessenpokalspiels abgezogen werden, sind wir in den Abstiegskampf gerutscht. Ursprünglich sind wir mit einem anderen Ziel gestartet - ein einstelliger Tabellenplatz - jetzt müssen wir das zunächst mal korrigieren. Wir wollen die Klasse halten und als Titelverteidiger natürlich wieder den Kreispokal holen.

Als Aktiver hatten Sie das Glück, für viele Trainer zu spielen. Gibt es einen, der Ihnen besonders imponiert hat?

Auf jeden Fall Marco Rose, der 2012/13 bei Lok Leipzig war. Er war als Typ überragend. Schon damals hat man gemerkt, dass er es als Trainer mal ganz weit bringen würde. Heute ist er Coach bei Borussia Mönchengladbach, dem Tabellenführer der Bundesliga. Aber auch Tomas Oral, Oliver Reck, Rico Schmitt oder Hans-Jürgen Boysen waren sehr gute Trainer.

Führungsspieler waren Sie bei den Sportfreunden ohnehin. Hat sich für Sie jetzt als Trainer etwas geändert?

Außerhalb des Platzes bin ich nach wie vor für das ein oder andere Späßchen zu haben, aber während des Trainings muss ich jetzt noch mehr Gas geben und als Vorbild die Jungs mitziehen. Ein Autoritätsproblem werde ich nicht haben, denn ich bin jetzt seit zwölf Jahren im Fußballgeschäft und denke, dass ich weiß, wie man die Situation angehen muss.

Wie erwarten Sie den morgigen Gegner DJK Bad Homburg?

Die Kirdorfer haben einen saustarken Kader und stehen zu Recht weit oben, auch wenn die letzten Spiele vielleicht etwas unglücklich liefen. Mit Enis Dzihic haben sie einen sehr guten Trainer, der schon mit mehreren Teams Erfolg hatte. Es wird ein spannendes Duell, auf das sich der ganze Hochtaunuskreis freut. Wir werden alles geben, um zu gewinnen, denn wir wollen aus dem Loch raus. Aber da können wir uns nur selbst herausziehen.

Die Fakten zum Spiel: Beide Teams zuletzt glücklos

Als sich Enis Dzihic, Trainer der DJK Bad Homburg, und René Krieg, Interims-Spielertrainer der Sportfreunde Friedrichsdorf, zufällig unter der Woche trafen, da konnte sich Dzihic einen Scherz nicht verkneifen. "Am Sonntag treffen sich dann wohl die beiden Loser-Mannschaften", so seine Anspielung auf die beiden zuletzt glücklosen Teams. Im kurzen Austausch der beiden Fußballenthusiasten stellte sich heraus, dass es hier wie dort den gleichen Grund für die aktuelle Formschwäche gibt: Meistens zeigen die zwei Mannschaften eine gute bis sehr gute Halbzeit, bringen sich dann aber aufgrund von individuellen Fehlern um den Lohn.

"Fußball ist natürlich ein Fehlersport", betont Dzihic, "aber unsere Patzer wurden zuletzt gefühlt allesamt bestraft." Um die Köpfe nach der unglücklichen 1:2 Niederlage beim SKV Beienheim wieder frei zu bekommen, verordnete Dzihic seinen Spielern Anfang der Woche eine Trainingspause. Ob das geholfen hat, wird sich erst in der morgigen Partie gegen die Sportfreunde weisen. "Ich erwarte auf jeden Fall ein enges Spiel", sagt der DJK-Coach, "und wahrscheinlich entscheiden wieder die individuellen Fehler über den Ausgang."

ROBIN KUNZE

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