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Wo bleibt sie denn? Eine kurze Ecke des Clubs an der Alster erwarten die RRK-Damen um Torhüterin Torhüterin Lisa Lahham.

Hockey

Trauben hängen an der Alster zu hoch

Der Gegner war individuell stärker besetzt. Drum mussten sich die RRK-Damen im DM-Viertelfinale klar geschlagen geben. Die Enttäuschung hält sich aber in Grenzen – eher überwiegt der Stolz. Und neue Ziele wurden gesetzt.

Von der erhofften Sensation waren sie dann doch ein ganzes Stück weit entfernt. Trotzdem durften sich die Spielerinnen des Rüsselsheimer RK vorgestern erhobenen Hauptes auf die weite Heimreise von der Elbe an den Untermain begeben. Mit 3:9 (2:4) hatten sie das Playoff-Viertelfinale um die deutsche Hallenhockey-Meisterschaft beim Club an der Alster verloren. Ein Resultat, das in dieser Höhe der eigenen Darbietung und der tapferen Gegenwehr nicht ganz gerecht wird. An der Niederlage als solcher gab es allerdings nichts zu deuteln. Neidlos mussten die Rüsselsheimerinnen die individuelle Klasse ihrer Gastgeberinnen anerkennen, die spätestens in der Schlussviertelstunde von entscheidender Bedeutung war und in der Alster-Halle für klare Verhältnisse gesorgt hatte.

Der Nordmeister war diesmal für den RRK eine Nummer zu groß. Weshalb die Alster-Spielerinnen nächstes Wochenende in Stuttgart um den Titel spielen. Halbfinalgegner ist Uhlenhorst Mülheim, während in der anderen Partie der Düsseldorfer HC und Harvestehuder THC um den Endspieleinzug kämpfen. Letztere zeichneten mit dem 7:2-Sieg beim bis dahin makellos durch die Saison marschierten Mannheimer HC für die einzige Überraschung in den vier Viertelfinals verantwortlich. Nord gegen West lautet also bei der Endrunde zweimal das Duell; die Vertreter der Bundesligen Süd und Ost hatten den Kürzeren gezogen.

Was aber die insgesamt positive Abschlussbilanz des Rüsselsheimer RK nicht beeinträchtigt: „Wir haben das Optimum erreicht und an unserem Limit gespielt“, bestätigte RRK-Trainer Norman Hahl. Seine jungen Spielerinnen hätten es geschafft, endlich wieder einmal in den Mittelpunkt des deutschen Hockey-Interesses zu rücken. Das habe „Appetit auf mehr“ gemacht. Noch in der Kabine hätten sich seine Schützlinge geschworen, in der nächsten Hallensaison „neu angreifen und so etwas wieder erleben zu wollen“. Hahl: „Wir haben wertvolle Erfahrungen sammeln können und wissen, was uns noch fehlt. Vor allem konditionell muss weiter hart gearbeitet werden.“

Vor 350 Zuschauern waren die Gäste keck gestartet, bekamen schon nach 70 Sekunden die erste Strafecke zugesprochen. Diese gute Chance zu Führung blieb aber ungenutzt, weshalb die Partie in der Folge den erwarteten Verlauf zu nehmen schien. Bis zur 23. Minute legte Favorit Club an der Alster ein 3:0 vor. Aber Rüsselsheim drehte plötzlich auf, schaffte durch Eva Frank und Petra Ankenbrand den Anschluss. „Dumm, dass wir noch vor der Pause das 2:4 kassierten“, bedauerte Hahl.

Aber sein Team blieb nach Wiederbeginn noch 15 Minuten lang auf Tuchfühlung. Frank hatte eine Ecke zum 3:4 eingenetzt (32.). „Rüsselsheim hat das da taktisch sehr gut gemacht und unsere vielen kleinen Fehler ausgenutzt“, lobte Alster-Trainer Jens George. Der konnte erst wieder nach den Toren zum 5:3 (46.) und 6:3 (50.) aufatmen. Danach opferte Hahl Torhüterin Lisa Lahham für eine sechste Feldspielerin. Eine Maßnahme, die er nach dem Gegentreffer zum 3:7 wieder revidieren wollte. Was ihm allerdings fälschlicherweise von den Schiedsrichtern nicht gestattet wurde. Rüsselsheim musste also bis zum Ende ohne eigene Keeperin durchhalten und noch zwei weitere Tore hinnehmen. „Die Unparteiischen haben später ihren Irrtum eingestanden. Aber da unsere Niederlage ja schon besiegelt war, müssen wir nicht großartig hadern“, sagt Hahl.

Club an der Alster: Helen Heitmann; Kira Horn, Hanna Valentin, Katharina Kirschbaum, Jessica Reimann, Lisa Altenburg, Nele Aring, Marie Jeltsch, Anne Schröder, Benedetta Wenzel, Emely Kerner, Viktoria Huse. – RRK: Lisa Lahham, Franka Wolf; Eva Frank, Celina Hocks, Mara Bentscheck, Petra Ankenbrand, Lotta Hof, Antonia Wilfer, Ann-Paulin Heist, Rebecca Schneider, Franziska Ruhland, Stella Tegtmeier..

Tore: 1:0 Valentin (6./Ecke), 2:0 Valentin (15.), 3:0 Schröder (23.), 3:1 Frank (23.), 3:2 Ankenbrand (28.), 4:2 Horn (29.), 4:3 Frank (32./Ecke), 5:3 Huse (46./Ecke), 6:3 Horn (50.), 7:3 Reimann (52.), 8:3, 9:3 beide Altenburg (58. und 60.). – SR: Hardy Hartmann/Dirk Möller (beide Berlin). – Ecken: 4:3. – Zuschauer: 350.

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