Viktoria Kelsterbach spielt erstmals in der Hessenliga

Ein Traum wird wahr

Präsident Udo Würz kullerten Freudentränen über beide Wangen: Die unerwartete Meisterschaft von Viktoria Kelsterbachs Fußballern in der Verbandsliga Mitte hat vor allem beim langjährigen Club-Oberhaupt für große Emotionen gesorgt.

Von MARCO ROMANO

Würz hat schon viel miterlebt mit seiner Viktoria, gute wie auch schlechte Zeiten. Und jetzt eben den mit Abstand größten Triumph in der 108-jährigen Vereinsgeschichte. Erstmals überhaupt wird nun in der Hessenliga gespielt. Damit geht ein großer Traum in Erfüllung, denn die meisten hatten sich gedanklich schon auf den Gang in die Aufstiegsrunde eingestellt. Aber dank der Schützenhilfe in Form eines völlig überraschenden 4:0-Kantersieges des VfB Gießen beim Rivalen FC Ederbergland blieben die spielfreien Kelsterbacher auf Platz eins. „Unser Dank gilt natürlich Gießen. Ich habe mich auch gleich beim Trainer des VfB bedankt“, berichtete Erfolgscoach Ralf Horst, der die Zwischenstände aus Ederbergland per Liveticker verfolgte. „Ich habe es vor Wochen schon gesagt, dass wir unsere Hausaufgaben erledigen müssen und ich mir sicher war, dass Ederbergland nicht mehr alle Spiele gewinnen wird.“

Bei einem Sieg am letzten Spieltag wäre der FCE aufgrund des gewonnenen direkten Vergleichs an der punktgleichen Viktoria noch vorbeigezogen. Aber so muss Ederbergland als Vizemeister nun die beiden Aufstiegsspiele zur Hessenliga bestreiten. Das bleibt der Viktoria nun erspart, nachdem man im vergangenen Jahr nur denkbar knapp den Kürzeren gezogen hatte. „Für den Verein ist ein großer Traum in Erfüllung gegangen. Ich muss der Mannschaft ein Riesenkompliment machen. Wir hatten einige Rückschläge zu verkraften, nicht nur auf dem Platz“, bescheinigte Horst seinen Spielern eine große Moral.

Tatsächlich hatte die Viktoria nach der Winterpause einen komfortables Punkte-Polster verspielt, aber im Saisonendspurt im Gegensatz zum höher eingestuften Titelfavoriten aus Ederbergland letztlich die besseren Nerven gezeigt. Torjäger Jonas Scheitza hatte es aber auch kommen sehen. Schon am Mittwoch hatte er Sportparkwart Burkhard Engelke seine hellseherischen Fähigkeiten offenbart und gesagt, dass der Viktoria direkt aufsteigen würde. Scheitza dürfte nun spätestens jetzt als das „neue Orakel“ vom Sportpark Einzug in die Vereins-Chronik finden.

Der Stürmer wird übrigens ebenso bleiben wird wie Manuel May. Beide Leistungsträger hatten noch während der spontanen Meisterfeier im Vereinsheim, bei der auch Bürgermeister Manfred Ockel vorbeischaute und zu den vielen Gratulanten gehörte, ihre Zusage für ein weiteres Jahr im Viktoria-Trikot gegeben. Ansonsten bleibe das Team zu „80 Prozent“ zusammen, so Horst. Die ersten beiden Zugänge mit Torhüter Steve Wagner vom 1. FC Eschborn sowie Mittelfeldspieler Tatsuja Fujioka von TuRa Niederhöchstadt stehen bereits fest.

„Wir werden mit dem kleinsten Etat aller Hessenligisten in die Runde gehen. Und für uns heißt es mit Beginn der Vorbereitung am 24. Juni, dass es nur gegen den Abstieg gehen wird“, unterstreicht Horst angesichts der geringen finanziellen Möglichkeiten in der Kelsterbacher Kirchenallee. Der Aufstieg kommt für die Viktoria aber nicht gänzlich überraschend. Schon früh hatte er gemeinsam mit der Sportlichen Leitung um Christian Kreil und Christian Trupkovic zweigleisig geplant.

Aber bevor Ende Juni die Viktoria ihr sportlich größtes Abenteuer in Angriff nimmt, heißt es den Aufstieg gebührend zu zelebrieren. Und so lädt Club-Boss Würz am Samstag neben der Mannschaft Fans, Sponsoren, Gönner und Freunde der Viktoria zur großen Meister-Grillfeier in den Sportpark ein. „Ohne die Unterstützung aller Beteiligten hätten wir uns den Traum von der Hessenliga niemals erfüllen können“, hebt Horst mit Nachdruck hervor.

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