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Torjäger Kenam Zejnelovic (FC Mammolshain)

Fußball, Hochtaunus

Schon 16 Treffer in 5 Spielen: Kenam Zejnelovic "ist noch lange nicht fertig"

Mit acht Toren in einem Spiel sorgt ein Fußballer des FC Mammolshain für Furore im Hochtaunus. Wir stellen Kenam Zejnelovic vor, der nicht nur wegen seiner Körpermaße ein Großer werden könnte.

Ausgerechnet vor zwei Wochen, im „Spiel der Woche“ der Taunus Zeitung, hatte Kenam Zejnelovic einen rabenschwarzen Nachmittag erwischt. Gegen den FSV Steinbach kam der Angreifer des FC Mammolshain ein halbes Dutzend Mal aus guter bis sehr guter Position zum Abschluss, doch ein Tor wollte ihm einfach nicht gelingen. „Zum Glück zeigt WhatsApp die Uhrzeit an, zu der man zuletzt online war“, verriet sein Trainer Vait Aslanoski augenzwinkernd und ließ durchblicken, dass sein Stürmer am Samstag zuvor eine kurze Nacht verlebt hatte.

Den Coach brachte die Ladehemmung von Zejnelovic nicht um den Schlaf, schließlich handelte es sich um eine absolute Ausnahme. Die nackten Zahlen belegen einen überdurchschnittlichen Torinstinkt des 19-Jährigen.

Mehr Tore als zehn Teams

Nach fünf Spieltagen steht Zejnelovic bei überragenden 16 Saisontoren. Wie stark diese Quote ist, verdeutlicht am besten ein Vergleich: Aktuell hat der in Frankfurt geborene Teenager mit serbischen Wurzeln mehr Treffer auf seinem persönlichen Konto als 10 der 13 A-Ligisten insgesamt. Beim 14:1 über die Reserve der SG Eschbach/Wernborn netzte der Torjäger zuletzt gleich achtmal innerhalb von 90 Minuten ein – darunter einen Kopfballtreffer und zwei Tore mit seinem schwächeren „Linken“. Mehr geht nicht. Oder? „Ich bin noch lange nicht fertig“, sagt er, auf seine Entwicklung angesprochen, „so komisch das jetzt auch klingt, aber ich muss noch besser in der Chancenverwertung werden.“

Mit dieser Einstellung kann der Fan von Real Madrid weit kommen, zumal er gerade seine erste Saison bei den Männern spielt.

Angefangen hat Zejnelovic im Alter von acht Jahren bei den Sportfreunden 04 Frankfurt in Griesheim, wo er bis zur C-Jugend blieb. Dann wechselte er in die U15 von Rot-Weiss Frankfurt. Dort lernte er Mitspieler Edis Korlat kennen, der ihn nun im Sommer mit nach Mammolshain brachte.

„Bin ein bisschen zu faul“

Dass dort in Vait Arslanoski ein ihm vom Namen her bekannter Trainer übernahm, war ein Bonus. Beim FCM und in der A-Liga fühle er sich aktuell richtig gut aufgehoben, um die ersten Schritte im Seniorenfußball zu gehen. „Es ist besser so für junge Spieler, als es direkt in einer höheren Liga zu versuchen“, zeigt er sich weitsichtig. Und ehrlich zu sich selbst ist er auch. Ein paar zusätzliche Muskeln täten ihm, im Vergleich zum Juniorenfußball, härteren Herrenbereich gut, doch die bleiben ihm wohl verwehrt. „Dafür“, gesteht er, „bin ich ein bisschen zu faul.“

Das Fachabitur geht vor

Doch selbst ohne Mitgliedsausweis in der Muckibude kann er es weit bringen, schließlich zeigt er eine hohe Beweglichkeit und gute Technik. Und einen Torriecher hat er auch. Das alles ist bei seiner Körpergröße von 1,95 Meter alles andere als selbstverständlich. Ein wenig erinnert der Schlacks mit dieser Kombination an Weltstar Zlatan Ibrahimovic, der zufälligerweise auch sein Lieblingsfußballer ist. Einst träumte er davon, selbst eine Profikarriere einzuschlagen. „Der Zug ist wohl abgefahren, aber Hessenliga wäre schon gut“, sagt er.

Zunächst will er aber sein Fachabitur abschließen und mit dem FC Mammolshain um den Aufstieg in die Kreisoberliga Hochtaunus spielen. „Das ist unser großes Ziel, wir sind alle sehr motiviert“, betont der Torjäger. Wenn er weiter so trifft wie bisher, stehen die Chancen dafür nicht schlecht. Was sein persönliches Ziel angeht, ist Kenam Zejnelovic ebenfalls forsch. „Ich hoffe, ich schaffe über 50 Tore“, verrät er und muss dann verlegen lachen. Selbiges verging bisher meist seinen Gegenspielern.

ROBIN KUNZE

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