Der langjährige Falcons-Trainer Jay Brown (Mitte), hier in der Saison 2019/20 mit seinen Assistenten Bernd Betz (links) und Markus Kühn (rechts), bastelt noch am neuen Zweitliga-Kader. Die Planungen sind schon recht weit fortgeschritten. Foto: Strohmann
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Der langjährige Falcons-Trainer Jay Brown (Mitte), hier in der Saison 2019/20 mit seinen Assistenten Bernd Betz (links) und Markus Kühn (rechts), bastelt noch am neuen Zweitliga-Kader. Die Planungen sind schon recht weit fortgeschritten.

Basketball, 2. Bundesliga

Trotz Corona-Krise: Saisonplanung ist bei den Falcons Bad Homburg schon weit fortgeschritten

  • vonRobin Kunze
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Unter erschwerten Bedingungen bastelt die HTG an einem schlagkräftigen Damen-Team für die 2. Basketball-Bundesliga. Eine Schlüsselspielerin aus den USA ist bereits verpflichtet.

Sportartenübergreifend und unabhängig von der Ligazugehörigkeit hat die Corona-Pandemie den Vereinen im Hochtaunuskreis schwer zu schaffen gemacht. Vielleicht noch etwas härter als andere traf es die Bad Homburg Falcons: Die Basketballerinnen der HTG Bad Homburg standen in der Südstaffel der zweigleisigen 2. Bundesliga auf dem zweiten Platz und zählten für die Play-offs zu den Mitfavoriten. Noch vor Beginn der Meisterschaftsrunde wurde die Saison jedoch abgebrochen, die Leistungsträger aus dem Ausland verabschiedeten sich in die jeweilige Heimat und die einheimischen Talente konnten wochenlang nicht trainieren.

Jetzt aber geht es so langsam wieder los. Der Auftakt zur neuen Spielzeit wurde vom Verband für den 24. Oktober festgelegt, Trainingsbeginn ist bei den Falcons am 15. September. Und es deutet sich schon an, dass die Mannschaft erneut das Potenzial für das Erreichen der Play-offs hat.

"Wenn wir das Team so zusammenstellen können, wie ich mir das momentan vorstelle, dann wären wir ein Meisterschaftskandidat", sagt Coach Jay Brown sogar. Noch sind nicht alle Kaderplätze besetzt, doch die bisherigen Puzzleteile lassen ein überzeugendes Gesamtbild erahnen.

Die menschlich wie sportlich unverzichtbare Center-Spielerin Gergana Georgieva ist weiterhin mit an Bord, ebenso die spanische Allrounderin Nerea Garmendia. In der Vorrunde wird diese aufgrund beruflicher Verpflichtungen allerdings nicht immer dabei sein können, doch ab Januar könnte sie in den entscheidenden Partien das Zünglein an der Waage sein.

Spielentscheidend war in der vergangene Saison häufig Isabel Gregor. Das deutsche Top-Talent ist ebenfalls ein weiteres Jahr Teil der Falcons, hat das Abitur kürzlich erfolgreich abgeschlossen und soll nun auf dem Spielfeld noch mehr Verantwortung übernehmen. "Sie hat in den letzten drei Jahren eine unheimlich gute Entwicklung genommen", lobt Brown, "auch weil sie mit so starken US-Amerikanerinnen zusammenspielen konnte."

Ob die Verpflichtung der in der Regel professionell ausgebildeten "Amis" in diesem Jahr möglich ist, war lange Zeit offen. "Aktuell gibt es diesbezüglich grünes Licht", freut sich Brown.

Den ersten "Glücksgriff" aus Übersee darf der gut vernetzte Coach bereits vermelden: Julie Spencer, aufgewachsen in Washington, gab dem Club aus Bad Homburg die Zusage. Die 23-Jährige spielte zuletzt in Schweden, fühlte sich dort allerdings nicht zu hundert Prozent wohl und wird daher nun bei den Falcons sehr wahrscheinlich eine wichtige Rolle einnehmen.

"Sie hat eine unfassbare Athletik, ist sehr variabel und bodenständig - sie will einfach Spaß am Basketball haben", sagt Brown. Zustande kam der Kontakt zu Spencer, da diese einst in Portland gemeinsam mit Lisa-Marie Kämpf am College spielte. Da auch die groß gewachsene 25-jährige Kämpf ein Jahr verlängert hat, geht das talentierte Duo nun wieder vereint auf Korbjagd.

Außerdem kehrt Marisa Koopman nach Bad Homburg zurück. Die 24-Jährige stammt aus Osnabrück, spielte vor vier Jahren bereits als Falke und war danach in den USA aktiv. Abgerundet wird das Team bisher durch Zoe Janovsky, Tosca Steinhoff und Emma Rhein, talentierte Tochter von Team-Managerin Liz Rhein.

Dass erneut ein schlagkräftiger Kader zusammengestellt werden konnte, ist auch einer erfolgreichen Crowdfunding-Kampagne der Basketball-Abteilung zu verdanken. Durch die Spenden von insgesamt 82 Unterstützern wurden über 8000 Euro gesammelt. In einer Zeit, in der viele Sponsoren aufgrund der Pandemie ihr Engagement zurückfahren müssen, ist diese Summe besonders wertvoll und ein Zeichen dafür, dass sich der Zweitliga-Basketball in Bad Homburg etabliert hat.

Bekannt ist ebenfalls der ausgeprägte Ehrgeiz von Jay Brown, der die Teilnahme an den Play-offs als Minimalziel ausruft. Bei so viel Talent in seiner Mannschaft, ist diese Vorgabe aber alles andere als vermessen. Basketball-Fans dürfen sich ab Oktober hoffentlich wieder auf hochklassige Partien im Sportpark freuen.

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