Motivator am Spielfeldrand: Paul Günther bleibt in der Saison 2021/22 Trainer von Oberursels Oberliga-Handballerinnen.
+
Motivator am Spielfeldrand: Paul Günther bleibt in der Saison 2021/22 Trainer von Oberursels Oberliga-Handballerinnen.

Handball, TSG Oberursel

Warum Trainer Paul Günther seinen Vertrag verlängerte

  • vonRobin Kunze
    schließen

Bei den Handball-Frauen der TSG Oberursel werden die Weichen für die Zukunft gestellt: Paul Günther hat für die kommende Saison verlängert. Das hat hauptsächlich einen Grund. Auch zur möglichen Aufstiegsrunde zeigt der Oberliga-Trainer klare Kante.

Oberursel – Wann die Handballerinnen der TSG Oberursel wieder in der Halle trainieren, ist noch offen. Fest steht aber nun, dass dann weiterhin Paul Günther die Kommandos gibt. Der Trainer, der 2017 zum Verein gekommen war, verlängerte seinen Vertrag für eine weitere Saison. 

Bevor er seine Zusage gab, bat der 43-Jährige gegenüber dem Hauptverein um eine Perspektive für die Handballerinnen der TSGO. „Es ist wichtig, den weiblichen Bereich in Oberursel für die Zukunft aufzustellen. Dafür muss an der einen oder anderen Stellschraube gedreht werden, um eine neue Struktur zu schaffen“, erklärt Günther. Das Konzept, das Abteilungsleiterin Kathrin Nüchter diesbezüglich ausgearbeitet hatte, überzeugte den Coach dann offenbar.

Aufwertung der eigenen Jugend

Welche Stellschrauben genau angezogen werden, lässt Günther offen. Wohin die Änderungen führen sollen, skizziert er jedoch sehr präzise. „Ein gut aufgestellter Jugendbereich ist extrem wichtig, damit man sich künftig aus den eigenen Reihen verstärken kann“, betont der Trainer. Aufgrund des neuen Konzeptes könne man nun „positiv in die Zukunft gucken“. 

Allerdings werde es drei oder vier Jahre dauern, führt Günther weiter aus, bis man wieder Talente aus dem eigenen Nachwuchs verlässlich in die 1. Mannschaft einbauen könne. Zunächst freut sich der „Trainer des Jahres 2019“ im Hochtaunus allein über die Tatsache, dass die TSGO für die kommende Saison wieder sowohl eine weibliche A- als auch eine B-Jugend melden wird.

Kritischer betrachtet Günther die Pläne des DHB, nach dem bereits feststehenden Saisonabbruch vielleicht noch eine Aufstiegsrunde austragen zu wollen. Auf diesem Wege sollen Aufsteiger in die 2. und 3. Liga ermittelt werden. Als Oberligist könnte die TSGO an einer solchen Qualifikationsrunde teilnehmen, doch schiebt Günther allen Gedankenspielen einen Riegel vor. 

Warum ein Aufstieg keinen Sinn ergäbe

„Natürlich wäre eine solche Runde ein vergleichsweise kurzer Weg in die 3. Liga, aber ich halte das für fahrlässig“, sagt der ehemalige Zweitligaspieler. Nach einer so langen Pause – die Spielerinnen der TSGO hatten zuletzt im Oktober trainiert – und keiner planbaren Aussicht auf einen normalen Trainingsbetrieb, sei das Verletzungsrisiko zu hoch. 

Zudem würde man im Falle eines Aufstiegs mit einer großen Hypothek in der 3. Liga antreten. „Es wird in der nächsten Saison möglicherweise fünf oder sogar sechs Absteiger geben, da spielt man mit einer jungen Mannschaft sofort nur ums sportliche Überleben“, betont Günther. Nach Rücksprache mit den Spielerinnen sei daher die gemeinsame Entscheidung getroffen worden, nicht an einer Aufstiegsrunde teilzunehmen. Auf einen potenziellen Aufstieg verzichtet die TSGO zwar, doch der Kader bekommt dennoch mehr Drittligaformat: Zur neuen Spielzeit schließt sich Carolina Fischer dem Team an, die zuletzt mit Kleenheim in der 3. Liga spielte.

„Wir hatten bereits im letzten Jahr Kontakt, doch damals wollte sie in ihrem Verein bleiben. Vor drei Wochen haben wir erneut gesprochen und diesmal hat’s mit einem Wechsel geklappt“, berichtet Günther. Die physisch starke 28-jährige Fischer schließt eine Lücke, denn bisher stand in der Mannschaft nur Greta Bucher (zuletzt TSG Ober-Eschbach) als Kreisläuferin zur Verfügung. „Jetzt haben wir mit Greta und Carolina gleich zwei Kreisspielerinnen, die mindestens über Drittligaqualität verfügen“, freut sich Günther.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare