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Und immer schön auf Abstand: Diszipliniert wärmen sich die Spieler der TSG Oberbrechen auf.

Fußball im NNP-Land

TSG-Spaß bei Billard und Biathlon

Die TSG Oberbrechen ist nicht nur zurück im Training, sondern auch zurück in der Fußball-Kreisoberliga - sofern der Verbandstag des Hessischen Fußball-Verbandes zustimmen wird. Wir haben dem Team von Alexander Schraut beim "Corona-Training" zugeschaut.

VON YANNICK WENIG

Diese Kleingruppe übt sich im Fußball-"Billard" und kommt sich dabei keineswegs in die Quere. Brechen-Oberbrechen - Die Schuhe liegen großflächig verteilt vor der Bande des Kunstrasenplatzes in Oberbrechen. Es sind 21 Paar. Zu wem sie gehören, wird bei der Geräuschkulisse schnell deutlich. Zwischen drei klar voneinander getrennten Trainingsstationen tummeln sich 21 in Gelb und Schwarz gekleidete Männer auf dem Sportplatz an der Schulstraße. Sie reden, flachsen, lachen. So viel war hier schon lange nicht mehr los. In der Mitte liegen 21 blitzsaubere und frisch desinfizierte Fußbälle in einer Reihe, wie auf eine Perlenkette aufgefädelt.

Alexander Schraut, Spielertrainer der TSG Oberbrechen, holt tief Luft und presst die Lippen zusammen. Ein lauter Pfiff ertönt. "Los geht's, Biathlon", ruft er zehn Spielern zu, die an Station eins warten und sich sofort in Bewegung setzen. Sie kennen das anscheinend schon. Das vertraute Geräusch der Stollen, die über den Kunstrasen schleifen, ist auf dem gesamten Sportplatz zu hören. Irgendwie schön.

Die Schritte werden schneller. "Geht es nicht zu schnell an, ihr müsst auch das Ziel treffen", warnt der Coach. Es regnet leicht. Das Zischen der Regenjacken der Läufer übertönt das Klopfen der Schritte.

Die Zweier-Teams kommen zum ersten Schießen. Per Druckpass sollen die Spieler das etwa 16 Meter entfernte Mini-Tor treffen. Erster Versuch: Treffer! Der Teamkollege jubelt. Zweiter Schuss: Der Ball, inzwischen von dem Granulat des Platzes grau angefärbt, kracht an den linken Torpfosten. Ziel verfehlt. Es geht in die "Strafrunde". "Gib' Gas", schreit der Mitstreiter. Das Kommando geht im Gelächter der Gegner an den anderen "Schießständen" aber fast unter.

Etwa 30 Meter weiter, an Station zwei des eigens für das Training konzipierten Zirkels duellieren sich zwei Spieler beim Fußball-Tennis. "Ihr spielt bis fünf. Maximal zwei Kontakte. Der Ball darf einmal aufkommen", erklärt Schraut, während er das Geschehen in der "Biathlon-Loipe" zeitgleich genau beobachtet. Aufschlag. Ballannahme. Return. Jeder Ballkontakt deutlich hörbar. Ein Rhythmus entwickelt sich. Die Spieler haben Spaß, es wird viel gelacht. Hier und da entsteht eine Diskussion über kritische Entscheidungen. "Mitzählen", interveniert Schraut.

Und an Station drei, beim "Billard"? Da geht es deutlich ruhiger zu. Es wird viel taktiert. Die Spielpartner beraten sich. Nach kurzer Bedenkzeit bewegt sich einer der beiden Spieler zum Ball und schießt. Die Ruhe wird durch das Krachen des Balles gegen eine Bierbank, die als Bande des Spielfeldes dient, durchbrochen. Ein Raunen beim Gegner - zur Freude des Teamkollegen. Und dann? Erneut ein Pfiff: "Zeit zum Wechseln", schreit Alex Schraut. Die Spieler tauschen ihre Stationen. Und überall die dominierende Frage: "Wer hat eigentlich gewonnen?" Eigentlich auch egal. Der Ball rollt endlich wieder. Endlich!

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