+
Die Freude muss raus: Tobias Jockel bejubelt ein Tor der TSG Oberursel.

Handball, Landesliga

Die TSGO bricht unter Trainer Lodders den Bann

Nach acht Spielen ohne jeglichen Punkt haben die Handballer der TSG Oberursel ihr erstes Erfolgserlebnis in dieser Landesliga-Saison gefeiert. 38:28 beim TSV Griedel – da drängt sich eine Frage besonders auf: Wie hat er das nur gemacht, Interimstrainer Dirk Lodders? Der eingefleischte TSGOler, der neben seinem Engagement für die A-Jugend als Nachfolger des entlassenen Ergün Sahin vorerst für zwei Spiele auch die 1. Mannschaft als Trainer übernommen hat, erklärte den furiosen Erfolg zu seinem Einstand so: „Wir haben Oberurseler Handball gespielt.“

Wie dieser Oberurseler Handball aussieht, darüber staunten die rund 100 TSGO-Anhänger mit den Gastgebern in der Butzbacher Sporthalle um die Wette: Man beginne den Angriff mit einer einfachen Auslösehandlung, wie die Handballer sagen (bedeutet: mindestens einem Positionswechsel) und lasse dann den Spielern freie Hand, ihre individuelle Klasse auszuspielen. Diese Qualität sei wie auch die körperliche Fitness im Kader ausreichend vorhanden, stellte der 54-jährige Lodders in seinen drei ersten Trainingseinheiten fest. „Riesenkompliment an die Spieler für ihre Bereitschaft, die Vorgaben umzusetzen“, lobte Lodders. Auch die Motivation für einen Neuanfang, die bei den Spielern in Butzbach förmlich zu spüren war, freute den Interimstrainer.

Freilich war „einfachen Handball spielen zu lassen“ nicht die einzige Erkenntnis des Lodder’schen Videostudiums von Spielen des TSV Griedel und seiner TSGO. Den halb linken Rückraumspieler Marvin Grieb hatte er als emotionalen Leader seines Teams ausgemacht und deswegen mit Martin Walz den stärksten Abwehrspieler entgegengestellt. Weil es bei Grieb (3 Tore) nicht so lief, übertrug sich das in negativer Hinsicht auf die Mannschaft. Oberursels 6:1-Führung bis zu Griedels Timeout (9.) hing derweil auch mit den Paraden von Torwart Dennis Geier zusammen, der gegen den sonst so torhungrigen Angriff des TSV einige Bälle parierte. Und Victor Lotz machte es ihm in der zweiten Halbzeit nach. Das übertrug sich ebenfalls auf die Mannschaft, aber eben positiv.

„Die schnelle Führung hat uns die notwendige Ruhe gegeben“, analysierte Lodders. Ein bisschen hektischer sei es nur geworden, als die Mittelhessen bis auf 9:11 verkürzten (19.). Doch schon bis zur Pause hatte der Tabellenletzte wieder in die Spur gefunden – und wie: 12:20 hieß es zum Seitenwechsel. Nach der Pause spielten die Gäste weiterhin geduldig ihre Chancen heraus und nutzten diese auch zumeist, so dass der Vorsprung von 7 bis 13 Tore Differenz pendelte.

So hatten die junge TSGO-Mannschaft inklusive ihrer Anhänger ordentlich etwas zu feiern. „Die Halle war fest in Oberurseler Hand“, stellte Dirk Lodders beeindruckt fest. Diese Stimmung wünsche er sich auch beim nächsten Heimspiel gegen die TG Kastel (Samstag, 19.30 Uhr), in dem die TSGO ihre Aufholjagd fortsetzen möchte.

TSGO: Dennis Geier, Victor Lotz; Luca Gogolin (8), Martin Walz (6), Bennet Wienand (5/1), Tobias Jockel, Robert Avemann (je 5), Janosch Juli (4/1), Michael Heidecker, Giovanni Ilestro (je 2), Christian Ghinea (1), Timo Günther, David Weiß, Jakob Müllerleile.

(red)

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare