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Gewohnt treffsicher: Rechtsaußen Viktoria Heilmann gelingen sechs Tore für die TSG Oberursel.

Handball, Hochtaunus

Bei den TSGO-Damen läuft schon vieles rund

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Im DHB-Pokal weiter, das erste Heimspiel gegen die HSG Lumdatal souverän gewonnen: Oberursels Handballerinnen machen dort weiter, wo sie vergangene Saison aufgehört haben.

Viel jünger als jetzt könnte die Saison nicht mehr sein, aber Handball-Fans lehnen sich nicht zu weit aus dem Fenster, wenn sie die Damenmannschaft der TSG Oberursel wieder als einen der Favoriten auf die Meisterschaften in der Oberliga Hessen ansehen. Vorausgesetzt natürlich, der Titelverteidiger bleibt von größerem Verletzungspech verschont.

Zwei triftige Gründe konnten die rund 200 Zuschauer ausmachen, die sich beim Auftaktsieg der Runde, dem 33:25 gegen Neuling HSG Lumdatal, in der EKS-Sporthalle einfanden. Das Team von Trainer Paul Günther macht trotz einschneidender Veränderungen nach den Karriereenden der Torjägerinnen Michelle Okrusch und Jana Sellner bereits einen homogenen Eindruck. Und die Neuzugänge deuteten ihr Können an oder demonstrierten auf dem Parkett bereits, was sie so draufhaben.

Nehmen wir Adrienn Zsigmond als Beispiel, von der man auch am ehesten erwarten kann, dass sie der Mannschaft direkt weiterhilft, immerhin lief sie drei Spielzeiten für Drittligist TSG Ober-Eschbach auf. Sie schritt in der spielentscheidenden Phase der temporeichen Partie am Samstagabend voran. Als die Gastgeberinnen eine 18:17-Führung (35.) in Windeseile auf 24:17 ausbauten (43.), musste die ungarische Abwehrorganisatorin in einem Zweikampf mächtig einstecken, blieb länger am Boden liegen und wurde behandelt. Im folgenden Angriff ließ sie in ihrer ersten Aktion Gegenspielerin Leona Parma aussteigen, die sich nur mit einem Foulspiel zu helfen wusste. So lag Zsigmond wieder am Boden und es tat wieder weh. Aber der Gegner erhielt eine Zeitstrafe und ihr Team einen Strafwurf, den Viktoria Heilmann verwandelte.

Auch Sasha Müller, vom TV Hüttenberg gekommene Rückraumspielerin, zeigte Stärken im Eins-gegen-eins, traf aber auch mal humorlos mit einem Sprungwurf aus größerer Distanz. Ebenso wie Rabea Wehrum, wobei deren Abwehrqualitäten wohl noch mehr zu loben sind, spielte sie doch vorher in der Bezirksoberliga und ist 19 Jahre alt.

„Wir haben sehr spielintelligente Neuzugänge“, sagte ihr Trainer Günther, „und sie haben viel Potenzial. Mich hat gefreut, dass wir in der zweiten Halbzeit als Mannschaft aufgetreten sind, Abwehr gespielt und im Angriff klare Sachen herausgespielt haben.“

Günther hat aber auch nicht vergessen, wie sein neuformiertes Team im ersten Abschnitt aufgetreten war. Es sei der Mannschaft schwergefallen, nach dem beachtlichen 24:22 im Pokal gegen Drittligist TV Nellingen mit der Favoritenrolle umzugehen, eine gewisse Leichtsinnigkeit habe er auch in den Aktionen festgestellt. Die Vierer-HSG aus TSV Allendorf, TV Londorf, TV Mainzlar und TSV Nordeck-Winnen nutzte dies aus und war eine Halbzeit lang absolut ebenbürtig. Was aufgrund des schnellen und strukturierten Spiels der Gäste um Trainer Michael Gilbert nicht verwundert, die nicht ohne Punktverlust die Landesliga Mitte dominiert hatten und deshalb mit viel Selbstvertrauen im Taunus antraten.

Klartext in der Kabine

Den Zahn bekam der Aufsteiger nach der Pausenansprache in der TSGO-Kabine (Günther: „Ich habe mit der Mannschaft mal deutsch gesprochen“) aber vor allem im Angriff gezogen. Oberursel gelangen mehr als zehn Steals im zweiten Abschnitt, die per Tempogegenstoß nicht einmal alle verwertet wurden.

Am Ende herrschte Zufriedenheit bei der TSG Oberursel. Bei den Verantwortlichen auch wegen der Tatsache, dass F-Jugend-Spieler Anton in der Pause als 500. Mitglied der Handball-Abteilung geehrt werden konnte.

Oberursel: Ayana Petri, Alicia Zeiler; Nadine Okrusch (8), Berit Mies (7), Viktoria Heilmann (6/2), Sasha Müller (6/1), Adrienn Zsigmond, Rabea Wehrum (je 3), Lisa Greb, Caroline Stahl, Katharina Löbrich.

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