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Im Anflug: Oberursels Linksaußen Lara Kürten avanciert mit ihren acht Treffern im Landesliga-Derby gegen Anspach/Usingen zur besten Werferin. Archivfoto: Rhode

Handball

TSGO II dominiert das Landesliga-Derby

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Acht Spiele, acht Siege: Die Handballer der SG Wehrheim/Obernhain führten die Tabelle der Bezirksliga B (Gruppe 2) an – und sie haben sich namhaft verstärkt.

Das Kellerduell in der Landesliga Mitte wurde zu einer klaren Angelegenheit. Durch den 26:17-Erfolg im Hochtaunus-Derby machten die Handballerinnen die TSG Oberursel II einen großen Sprung auf den siebten Platz, während die HSG Anspach/Usingen mit weiterhin nur einem Sieg auf dem Konto am Tabellenende kleben bleibt.

„Da wollen wir jetzt auch bleiben“, freute sich Oberursels Mannschaftsbetreuerin Kathrin Nüchter, „es war eine geschlossene Teamleistung, die mehr verspricht.“ Dabei musste die TSGO auf die verletzten Anne Sailler und Kathy Kramp verzichten und Torjägerin Karina Limbacher (Knieprobleme) stand nur auf dem Spielberichtsbogen, um für Strafwürfe eingewechselt werden zu können. Dagegen schickte die HSG mit einem 14er-Kader das quantitativ stärkste Aufgebot der bisherigen Saison ins Rennen.

Leider hätten die Vorgaben für das Derby dazu geführt, dass seine Spielerinnen eher das Gegenteil des Besprochenen ausführten, bedauerte Anspach/Usingens Trainer Ralf Kern. Beispielsweise sei klar gewesen, dass die TSGO vornehmlich über die links Seite kontere. Und genau auf diesem Weg, in Person von Lara Kürten, kamen die Gastgeberinnen bis zu Kerns Timeout (8:2, 11. Minute) viermal zum Erfolg. Bald darauf verlor Oberursel den Faden, was die Gäste für eine Aufholjagd nutzten, die im 10:11-Anschlusstreffer durch Anesa Sokolovic gipfelte.

„Abgesehen von dieser Phase haben wir aber kein vernünftiges Angriffsspiel hinbekommen, und die Abwehr hat auch nicht gut gestanden“, kritisierte HSG-Trainer Kern. Zufriedenheit herrschte dagegen beim Gegner, der nach dem Pausenstand von 14:11 wieder aufs Tempo drückte, sich auch durch eine kurze Deckung nicht aus dem Konzept bringen ließ und nach 42 Minuten bereits das Derby entschieden hatte (20:13).

Gerade einmal sechs Gegentore ließ die starke Uli Neuhaus im Kasten der Gastgeberinnen noch zu, alleine sechsmal scheiterte die HSG per Strafwurf (die TSGO dreimal).

Was Ralf Kern „mehr aufregte als die Niederlage“, sei das arrogante Auftreten des Schiedsrichtergespanns gewesen. „Die haben auf beiden Seiten Gemüse gepfiffen, so macht Sport keinen Spaß.“

TSGO-Tore: Lara Kürten (8), Tina Knoblauch (4/3), Elfi von der Wehl-Ohrdorf (4), Josi Kahlstatt (3), Charlotte Frölich (2) Franzi Mahr (1). – HSG-Tore: Nadine Köll (7), Anesa Sokolovic (5/3), Selina Günther, Katja Kalmann, Adela Kujovic, Caroline Schindler, Charlotte Frank (je 1).

Bezirksoberliga, Frauen: SV Seulberg – SG Nied 12:26 (6:14). „Wir haben uns viel vorgenommen, aber wir haben es nicht auf die Platte bekommen“, sagte Trainer Manfred Müller nach der Klatsche gegen den Tabellenzweiten. Sechs Tore pro Halbzeit seien einfach zu wenig, um ein Spiel zu gewinnen. In der zweiten Halbzeit gefiel Müller die Seulberger Abwehrarbeit immerhin besser. Den Gegner habe man aber nicht in Bedrängnis bringen können, „dazu war Nied einfach zu stark“, meinte Müller. Es gelte nun, die Mannschaft wieder aufzurichten. Am Sonntag (16.30 Uhr) stehe das wichtige Spiel bei Schlusslicht TSG Niederhofheim an.

SVS-Tore: Lisa Weiershäuser (4), Dajana Verkic, Janina Peppel (je 2), Diana Kolibaba (2/2), Natascha Lindner, Esther Hardt (je 1).

Bezirksliga B, Männer: SG Wehrheim/Obernhain – MSG Schwalbach/Niederhöchstadt 35:25 (20:8). Die SG untermauerte vor knapp 100 Zuschauern in zweierlei Hinsicht, dass der Weg zur Meisterschaft in dieser Saison über die Limes-Gemeinde führt. Dem Kantersieg gegen den früheren Bezirksoberligisten um Alleinunterhalter Timm Niebergall (11/2 Tore) ging eine sehr starke Leistung voraus. Schon nach elf Minuten führten die noch unbesiegten Gastgeber mit 8:1 und bauten den Vorsprung später auf bis zu 14 Tore aus. Außerdem feierte mit Patrick Hartmann ein Rückraumspieler sein Debüt, mit dem die SG-Trainer Sebastian Wagner und Marcel Heid einst bei der TSG Oberursel in der Landesliga spielten. Aus beruflichen Gründen hatte sich Hartmann dort 2017 verabschiedet.

So gesehen war das erste Tor Hartmanns (per Siebenmeter) ein Höhepunkt, aber auch der Treffer von Ben Ernst. Der Torwart, zur Pause für Steffen Wagner gekommen, warf das Spielgerät ins verwaiste Tor, als den Gästen mit sieben Feldspielern ein Ballverlust unterlaufen war.

SG-Tore: Christopher Butsch (6/4), Florian Goslar (5), Felix Schmidt, Torben Bonin (je 4), Tim Dawid (3), Patrick Hartmann (3/1), Leonard Pohl, Tillmann Fuß, Timo Terkowsky (je 2), Alexander Velte, Alexander Faust, Ben Ernst (TW, je 1), Malte Streim (1/1).

Bezirksliga C, Männer: SV Seulberg – SG Nied II 33:24 (15:12). Das Spiel bei der HSG Sindlingen/Zeilsheim II hatte in der Vorwoche nicht nur die erste Saisonniederlage für den SV Seulberg nach sich gezogen (24:27), sondern auch mehrere verletzungsbedingte Ausfälle. Mit Bernd Steffan (Mittelhandbruch), Maurice Zeuner und Matthias Krätzel (Finger gebrochen) fallen drei Stammkräfte für längere Zeit aus, so dass Trainerin Carola Schröder gegen die Nieder Reserve Spieler aus der A-Jugend und der 2. Mannschaft ins Rennen schickte.

Durch eine starke Abwehrleistung legte der SVS den Grundstein für eine 15:12-Halbzeitführung, allerdings wackelte der Favorit da noch. Allen voran Björn Fuchs, der mit 14 Toren sein Können eindruckvoll unter Beweis stellte, legte in der zweiten Halbzeit eine Schippe drauf. Das Tempospiel über die erste und zweite Welle forcierten die Gastgeber, so dass der Gegner aus dem Frankfurter Westen kaum mehr Schritt halten konnte. Seulberg bleibt damit am noch ungeschlagenen Tabellenführer MSG Bad Vilbel/Dortelweil dran.

Tore: Björn Fuchs (14), Johannes Schröder, Yannick Hardt (je 4), Tobias Bergerfurth, Stefan Pfeiffer (je 3), Robin Hostert (2), Florian Hennig, Jan Dammbach (je 1).

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