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Die Enttäuschung ist Torwart Dennis Geier anzusehen. An der Defensive lag es nicht, dass seine TSG Oberursel erneut verlor.

Handball

Die TSGO steckt in einer Krise

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Die Lage spitzt sich für Oberursels Handballer schon in einer frühen Phase der Saison zu. Außer der Niederlage beim Aufsteiger hat der Landesligist zwei verletzte Spieler zu beklagen.

Als die Schiedsrichterin Alexandra Baum und Alena Rämisch (Seeheim-Jugenheim/Pfungstadt) das Spiel in der Sporthalle der Carl-von-Weinberg-Schule abpfiffen, gingen die Köpfe von TSG Oberursels Handballern wieder nach unten. Wie so oft während und nach den Partien der vergangenen Wochen. Auch bei der HSG Goldstein/Schwanheim hatte es für die Mannschaft von Trainer Ergün Sahin nicht gereicht. Auch beim bis dato sieglosen Aufsteiger aus dem Frankfurter Westen nicht. Mit 22:24 verlor die TSGO ihr fünftes Saisonspiel und ist damit das einzige Team der Landesliga Mitte, das noch nicht gewonnen hat.

„Unser Motor will einfach nicht anlaufen“, sagt der geknickte Oberurseler Trainer Ergün Sahin. Dabei lief er doch vor nicht allzu langer Zeit schon auf vollen Touren. Eine Vorbereitungsphase mit starken Resultaten hatte seine verjüngte Mannschaft hingelegt, die Hoffnungen und Begehrlichkeiten bei manchem Anhänger weckte, wahrscheinlich auch bei den Spielern selbst. Mit der jüngsten Mannschaften, in der fast ausnahmslos eigene Kräfte spielen, die zweithöchste hessische Spielklasse aufzumischen, das wäre zu schön gewesen. Doch so einfach ist es nicht. Bei weitem nicht. „Jetzt“, sagt Sahin, „ist es bei uns eine Kopfsache“. Die Leidenschaft, mit der sein Team vor Saisonbeginn spielte, aus dem Bauch heraus, sie fehlte in Goldstein. Mit dem höheren Druck kommt auch die Skepsis. Eine Situation, in der viele Spieler im verjüngten Kader der TSGO so noch nicht waren. „Wir haben den Schnitt vor der Saison gemacht, und durch eine solche Phase müssen wir jetzt durch“, sagt Sahin. Ein Patentrezept für die Kehrtwende hat der A-Lizenz-Inhaber, der im Sommer in die Brunnenstadt kam, nicht. Er weiß aber, wo er handballtechnisch ansetzen muss: im Angriff.

Jeder dritte Angriff, das besagt die Statistik aus dem Spiel in Goldstein, hat nur zu einem Torerfolg geführt. Alleine 22 Fehlwürfe leisteten sich die verunsichert spielenden Gäste, dazu 14 technische Fehler. „Da muss einfach mehr kommen“, fordert Sahin.

Die Wende war möglich

So standen sich die in der Abwehr ordentlich spielenden Oberursel dann auch in der entscheidenden Phase selbst im Weg. Sie hatten die meiste Zeit der Partie relativ klar zurückgelegen, nach 19 Minuten sogar mit 4:10. Die Pausenführung von 14:10 erhöhte die HSG sogleich auf 16:10, ehe die Gäste eine Aufholjagd starteten, die mit dem Ausgleichstreffer zum 18:18 von Tobias Jockel endete (48.). „Wenn wir dann nicht die beiden Fehler machen, holen wir das Ding nach Hause, da bin ich mir hundertprozentig sicher“, sagte Sahin.

Nachdem Goldstein per Siebenmeter wieder in Führung gegangen war, misslang ein Anspiel an den Kreis und eine freie Chance wurde vergeben, so dass die Gastgeber durch Vrdoljak und Schroth zwei Tempogegenstöße zum 21:18 laufen konnten (51.) – die Entscheidung. Bitter für die TSGO: Mit Kreisläufer Aldin Hadziabdic (Knie) und Mittelmann Bennet Wienand (Knöchel) verletzten sich noch zwei Spieler.

TSGO: Geier, Adi Hadziabdic; Günther (3), Jockel (3/1), Wienand (3/3), Ebel, Ilestro, Avemann (je 2), Juli (2/1), Ghinea, Weiß, Walz (je 1), Müllerleile.

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