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Nachdenklich: Paul Günther, Trainer der TSG Oberursel.

Handball, Oberliga Hessen

TSGO-Trainer Günther: "Wir haben alles über den Haufen geworfen"

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Die Handballerinnen der TSG Oberursel kommen in Böddiger unter die Räder.

Am Morgen nach dem Spiel hat Trainer Paul Günther natürlich keine seiner Akteurinnen zu Gesicht bekommen. Seine Mannschaft spielt ja nicht in der Bundesliga, demnach gibt es sonntagmorgens keine Regenerationseinheit, trainiert wird erst am Montag wieder. Was jedoch in jeder Spielklasse gleich ist, ob Bundesliga, Kreisliga oder eben in jenem Fall die Oberliga Hessen: "Man muss morgens in den Spiegel schauen können, und die Frage, ob man alles gegeben hat, mit ,ja' beantworten können." Günther glaubt, dass die Antwort seiner Spielerinnen diesmal ,nein' lautet. Anders ist die 27:34-Niederlage am Samstagabend beim bisherigen Tabellenvorletzten TSV Eintracht Böddiger auch nicht zu erklären.

"Wenn man etwas Gutes erwähnen wollte, dann unsere Leistung in der ersten Halbzeit. Die war noch annehmbar", kommentiert der Oberurseler Trainer den 14:16-Rückstand zur Pause. Immerhin habe seine Mannschaft ja in der ungeliebten Halle des Felsberger Stadtteils gespielt gegen einen seit Jahren immer wieder unangenehmen Gegner, egal wie der Tabellenstand des TSV gerade ist. Und eigentlich, lautet Günthers Urteil, hätten die erneut ohne die verletzte Torjägerin Viktoria Heilmann angetretenen Gäste mit einem Vorsprung in die Kabine gehen müssen. Latte und Pfosten standen bei den Würfen überdurchschnittlich oft im Weg. Alleine nach Versuchen von Nadine Okrusch habe sich der Ball mehrmals nach Aluminiumkontakten, teilweise sogar doppelten, dazu entschieden, doch lieber ins Feld als ins Netz zu kullern.

Alle Vorgaben des Trainers und alle guten Vorsätze, die sich der bisherige Tabellenzweite in der Kabine vorgenommen hatte, wurden nach Wiederanpfiff allerdings "über den Haufen geworfen", sagt Günther, "wir haben einen Handball gespielt, der weit weg von dem war, wie ich ihn von der Mannschaft kenne".

Angstgegner Böddiger, bis dato nur einmal in dieser Saison siegreich, spielte dagegen wie entfesselt. Die Gastgeberinnen konnten sich zweimal bis auf zehn Treffer absetzen (29:19/45., 33:23/52.). Dem Favoriten aus dem Taunus drohte im Nordhessischen ein Debakel. "Das haben wir wenigstens noch vermieden", meint Günther, der sich schwer wunderte ob das Rollentauschs, den die Mannschaften vorgenommen hatten. Die zum Teil groß gewachsenen und schwerfälligen Eintracht-Akteurinnen hätten so gespielt, wie es sonst sein Team tue: schnell hinten aus der Abwehr heraus und vorne geduldig auf die Chance wartend.

"So ein Spiel kommt vor", sagt Günther. Jetzt heißt es für die TSGO, eine Reaktion zu zeigen. Zum Spitzenspiel kommt am Samstag der neue Tabellenführer TuS Kriftel.

TSGO: Zeiler, Petry; N. Okrusch (7), Löbrich (6/5), Mies (5), Greb, Stahl (je 2), Müller (2/1), Zsigmond, M. Okrusch, Wehrum (je 1), Krasnansky, Knoblauch.

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