Steffen Moritz (vorn) bejubelt seinen frühen Treffer zum 1:0 für den TuS Dietkirchen. Links klatscht Robin Dankof.
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Steffen Moritz (vorn) bejubelt seinen frühen Treffer zum 1:0 für den TuS Dietkirchen. Links klatscht Robin Dankof.

Fußball-Hessenliga, Gruppe B

TuS Dietkirchen feiert Max Gotthardt

In der Fußball-Hessenliga, Gruppe B, hat der TuS Dietkirchen das so wichtige Spiel gegen den VfB Ginsheim mit 2:1 gewonnen. Durch den Sieg startet die Elf von Trainer Thorsten Wörsdörfer im neuen Jahr mit satten 16 Punkten in der Abstiegsrunde. Oder, wenn es perfekt läuft, vielleicht sogar in der Aufstiegsrunde, was gleichbedeutend mit dem Klassenerhalt wäre. Viel angenehmer könnte die allgemeine Ausgangslage eine Woche vor dem Ende der Gruppen-Phase gar nicht sein.

TuS Dietkirchen – VfB Ginsheim 2:1 (2:1). Der erste Paukenschlag hallte keine 60 Sekunden nach dem Anpfiff über den Reckenforst: Kevin Kratz hatte Moses Nickmann über rechts auf die Reise geschickt, der Außenverteidiger brachte die Kugel aus vollem Lauf in die Mitte, wo Steffen Moritz das Spielgerät gegen die Laufrichtung von VfB-Keeper David Staegemann köpfte. Der Schlussmann erreichte die Kugel wohl erst hinter der Torlinie, denn die Fahne des Schiedsrichterassistenten ging sofort nach oben – 1:0 (1.). Wer glaubte, dass der Treffer den Schwarz-Roten Sicherheit geben würde, sah sich getäuscht. Ginsheim war klar tonangebend und kam gegen die zeitweise löchrig wirkende TuS-Defensive zu Chancen. Christian Makana hatte aus 20 Metern abgezogen, doch Torwart Max Gotthardt fischte den Ball sensationell aus dem Winkel (12.). Bei der folgenden Ecke war der Zerberus aber machtlos, als er von seinen Vorderleuten im Stich gelassen wurde: Christian Makana wuchtete den von Daniel Thur hereingebrachten Ball am kurzen Pfosten zum 1:1 in die Maschen (13.).
Auch danach war es der VfB, der seinem Tabellenplatz zu keiner Zeit gerecht wurden. Ginsheim spielte mutig nach vorne, belohnte sich aber nicht. Erst zischte ein von Raphael Osei Akoto verlängerter Thur-Freistoß um Haaresbreite am linken Pfosten vorbei (17.), dann landete eine Bogenlampe Daniel Thurs am Aluminium, ehe Matthias Manneck den auf der Torlinie postierten Robin Böcher angeschossen hatte (21.) – wahnsinniges Glück für die Wörsdörfer-Elf.
Wie aus dem Nichts war der TuS aber plötzlich wieder mit der Nase vorn. Nach einer abgewehrten Ecke lenkte Christian Makana einen Distanzschuss Niklas Schmitts gerade noch so am Tor vorbei, ehe der folgende Eckstoß die nächste Jubelarie brachte: Kevin Kratz hatte serviert, Robin Böcher am kurzen Pfosten gekonnt verlängert und Dennis Leukel aus zentraler Position abgestaubt – 2:1 (28.), der VfB musste sich wie im falschen Film vorkommen. Und beinahe wäre es für den TuS noch besser gekommen, doch David Staegemann war bei einem Leukel-Schuss aus 18 Metern rasch unten und entschärfte (30.).
Im zweiten Durchgang präsentierte sich Dietkirchen in der Defensive deutlich stabiler, verteidigte im Kollektiv allgemein besser. Einziges Manko war aber, dass der Ball im Spiel nach vorne zu schnell wieder weg war. Und dann war schon wieder Fortuna im Bunde, als Maximilian Kissel freistehend den Pfosten anvisierte (52.). Dann passierte lange Zeit nichts, bis Robin Dankof nach einem Kratz-Freistoß per Kopf das Objekt der Begierde um Millimeter verfehlte (70.). Der Schlussakkord gehörte wieder den starken Ginsheimern. Nach einer strammen Hereingabe von Daniel Thur hatte Nils Bergs beim Klärungsversuch seinen Torwart Max Gotthardt zu einer Glanzparade zwingen müssen (88.). Und dass die Truppe von Trainer Matthias Güldener eben das Pech eines Tabellenletzten gepachtet hat, belegte Minute 88: Erst war Max Gotthardt bei einem saftigen Makana-Schuss zur Stelle, dann traf Denis Oriana im Nachschuss wieder nur die Latte – der dritte Alu-Treffer war die letzte Aktion eines aufregenden Hessenliga-Spiels, das die Reckenforstler letztlich äußerst glücklich für sich entschieden hatten.
Thorsten Wörsdörfer war nach Spielende platt: „Es kostet unheimlich viele Nerven. Das Spiel fing zwar super an, aber danach hat man gesehen, dass der Gegner so langsam in Form kommt. Ginsheim war spielerisch stark und läuferisch gut. Wir hatten reichlich Glück und Max Gotthardt im Tor, der wieder eine überragende Partie gespielt hat. Der Sieg war schon ein bisschen glücklich.“ Tief enttäuscht war natürlich Ginsheims Trainer Matthias Güldener: „Wenn du vorne die Dinger nicht machst, bekommst du sie hinten rein. Wir hatten ein deutliches Chancenplus, dreimal Alu, vier- oder fünfmal hat der Torwart überragend gehalten. Wenn einer den Sieg verdient hat, dann war es Dietkirchens Keeper.“

PATRICK JAHN

Dietkirchen: Gotthardt, Nickmann, Schmitt (78. Stahl), Böcher, Hautzel, Kratz, Leukel (89. Mink), Dankof, Zuckrigl, Bergs, Moritz (64. Schmitz) – Ginsheim: Staegemann, Mensah (74. Latifi), Fosuhene (69. Oriana), Akoto, Baljak, Kissel, Redl, Manneck, Makana, Thur, Jakubovic (63. Volk) – SR: Schandry (Königstein) – Tore: 1:0 Steffen Moritz (1.), 1:1 Christian Makana (13.), 2:1 Dennis Leukel (28.) – Zuschauer: 180.

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