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TuS Dietkirchen und SV RW Hadamar: Außer Spesen nichts gewesen...

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Duell auf neuem Rasen: Sven Franek (Erlensee, links) und Maximilian Zuckrigl (Dietkirchen).
Duell auf neuem Rasen: Sven Franek (Erlensee, links) und Maximilian Zuckrigl (Dietkirchen). © Patrick Jahn

In der Aufstiegsrunde der Fußball-Hessenliga hat der TuS Dietkirchen zur Einweihung seines neuen Rasenplatzes mit 0:2 gegen den 1. FC Erlensee verloren und damit binnen einer Woche drei Pleiten ohne eigenen Treffer kassiert. Nur unwesentlich besser erging es dem SV Rot-Weiß Hadamar, der trotz zwischenzeitlicher Führung beim FSV Fernwald mit 1:2 den Kürzeren zog.

VON PATRICK JAHN

TuS Dietkirchen – 1. FC Erlensee 0:2 (0:1). Nach den beiden heftigen Nackenschlägen in Dorndorf und Fulda kamen die Dietkircher gut in die Partie und wirkten engagiert. Erlensee, das sich viele Unkonzentriertheiten leistete, nahezu jeden Zweikampf verlor und auch bei zweiten Bällen das Nachsehen hatte, musste froh sein, nicht in Rückstand zu geraten. Steffen Moritz hatte nach acht Minuten schon Pech, dass sein Schussversuch gerade noch so geblockt wurde. Und doch kam es wie aus dem Nichts plötzlich zur großen Gelegenheit für den 1. FCE: Nach einem Ballverlust im Mittelfeld unterlief Matteo Enders im Strafraum ein Foulspiel gegen Tom Niegisch – Strafstoß. Raphael Laux, nach langer Zeit wieder im TuS-Tor, parierte aber den gar nicht so schlecht geschossenen Elfmeter Jan Lüdkes herausragend (22.).

Auf der Gegenseite hätte Dietkirchen dann eigentlich führen müssen. Zunächst parierte Torhüter Jens Westenberger prächtig gegen Maximilian Zuckrigl (24.), und nur Sekunden später blieb der Schlussmann nach Brustablage von Steffen Moritz erneut gegen Zuckrigl Sieger (25.). Gegen Ende des ersten Durchgangs waren die Südhessen besser im Spiel. Beleg hierfür war ein Kopfball Tom Niegischs ans Außennetz (44.). Und dann folgte der bittere Moment für die Schwarz-Roten: Matteo Enders hatte sich nahe des Sechzehners den Ball stark erkämpft, spielte ihn dann aber Sebastian Wagner in die Füße, der sich nicht zweimal bitten ließ und ins lange Eck zum 0:1 traf (45.+1).

Nach Wiederbeginn steigerte sich Erlensee erheblich und war dauerhaft einen Schritt schneller. Von Dietkirchen, sichtlich kraftlos, kam nach vorne nicht mehr allzu viel. Die Elf von Trainer Jochen Breideband versäumte gleich mehrfach den Ausbau, als Jan Lüdke freistehend vorbei köpfte (46.) und wenig später mit seinem 20-Meter-Schuss an Raphael Laux scheiterte (51.). Gegenüber passierte bis auf ein Abseitstor Maximilian Zuckrigls wenig (64.), ehe die Partie kurz darauf ihre Entscheidung erfahren sollte: Wieder war es Sebastian Wagner, der auf Zuspiel von Nico Damm trocken zum 0:2 abschloss (68.). Im Endeffekt hätte der verdiente Gästesieg noch höher ausfallen können, doch Pascal Hamann (84.) und Jan Lüdke (89.) ließen weitere Gelegenheiten aus.

„Wir haben das Spiel in der ersten Halbzeit verloren, weil wir unsere Chancen nicht genutzt haben. Das Gegentor zum 0:1 passt dann halt leider zu unserer gesamten letzten Woche. Im zweiten Durchgang haben die Körner gefehlt, um noch einmal zurückzukommen. Wir müssen jetzt abschalten, um gegen Neuhof wieder aufzustehen“, sagte der sichtlich geknickte TuS-Trainer Thorsten Wörsdörfer nach Spielende.

Dietkirchen: Laux, Nickmann, Hautzel, Leukel, Dankof, Zuckrigl, Stahl, Bergs, Schmitt, Moritz (72. Müller), Enders – Erlensee: Westenberger, Franek, Hamann, Wörner, Damm (68. Ahouandjinou), Lüdke, Niegisch (78. Kreinbihl), Spindler (62. Hixt), Forster, Wagner, Frey – SR: Schandry (Königstein) – Tore: 0:1 (45.+1), 0:2 (68.) beide Sebastian Wagner - Zuschauer: 200.

SV Hadamar mit „kollektivem Versagen“

FSV Fernwald – SV Rot-Weiß Hadamar 2:1 (0:0). Stefan Kühne, Hadamars Chef-Coach, hatte nach Abpfiff einige Fragezeichen in seinem Kopf: „Ich verstehe nicht, wie es möglich ist, am Dienstag in Stadtallendorf ein überragendes Spiel zu machen, um dann vier Tage später seine schlechteste Saisonleistung abzurufen. Wir haben absolut verdient verloren und im Kollektiv versagt.“

Schon nach wenigen Augenblicken hatten die Hadamarer Glück gehabt, dass die Gießener nicht schon in Front gelegen hatten. Nicolas Strack war am Pfosten gescheitert, der Nachschuss landete über dem Kasten (2.). Wer hoffte, die Fürstenstädter würden dadurch früh geweckt, sah sich getäuscht. Fernwald hatte mehr Spielanteile, wirkte aggressiver und war schlichtweg besser. Und dennoch hatte auch Rot-Weiß in Person von Jann Bangert zwei gute Gelegenheiten, um in Führung zu gehen (30., 34.), doch jeweils war Keeper Mithat Sahin zur Stelle. Was Stefan Kühne auch fürchterlich ärgerte, war das Schuhwerk seiner Akteure: „Wir spielen auf einem Kunstrasen, und wirklich alle waren dauerhaft am Rutschen, als hätten sie Hallenschuhe an.“

Im zweiten Durchgang deuteten die Rot-Weißen zumindest an, dass sie besser Fußball spielen können, wurden in ihren Aktionen temporeicher und gingen sogar in Führung: Marco Koch, gerade einmal sieben Minuten im Spiel, schloss einen guten Angriff über Jerome Zey, Matthias Neugebauer und Jann Bangert, der mustergültig querlegte, mit dem 0:1 ab (73.). Nein, es durfte an diesem Tag nicht sein, dass die Elf von Stefan Kühne, die nach wie vor viel zu wenig investierte, für diese Darbietung belohnt wurde. Da passte es ins Bild, dass Nicolas Strack nicht mal drei Minuten später nach einem Standard nahezu unbedrängt zum 1:1 einköpfen durfte (76.). Und wieder nur vier Minuten später „stach“ auch Fernwalds Joker: Tim Richter hatte abgezogen, Matthias Neugebauer fälschte unglücklich ab - 2:1 (80.). „Kein Spieler hatte Normalform, die Fehlpassquote war viel zu hoch, und wir hatten keinen Zugriff - so kannst du in Fernwald nicht gewinnen“, brachte es Kühne letztlich auf den Punkt.

Fernwald: Sahin, Burger, Goncalves, Solak, Strack (78. Richter), Mukasa (87. Bender), Hendrich, Hofmann, Grönke (59. Markiewicz), Dinler, Göbel – Hadamar: Strauch, Paul, Dimter, Teller (84. Kern), Schäfer, Zey, Monteiro-Carvalho (66. Burggraf), Velemir, Dillmann (66. Koch), Bangert, Neugebauer – SR: Winkler (Landau) – Tore: 0:1 Marco Koch (73.), 1:1 Nicolas Strack (76.), 2:1 Tim Richter (80.) - Zuschauer: 150.

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