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Lorenz Heide war im Einzel und Doppel Leistungsträger bei der Eintracht, nun ist er zum TC Bergen-Enkheim zurückgekehrt und will für den Aufsteiger im Sommer ebenfalls eine gute Bilanz erzielen.

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Gleich vier neue Herren-Teams versuchen sich in der Hessenliga – TK Langen und SAFO Frankfurt haben zurückgezogen

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Die Tennis-Hessenliga der Herren startet zwar auch in 2019 wieder mit neun Mannschaften, jedoch mit immerhin vier neuen Protagonisten.

Frankfurt - „Eine schlechte Nachricht folgte der anderen. Es war schwer, die Liga zusammenzustellen. Ich bin froh, dass es geglückt ist und wir wieder mit neun Mannschaften im Sommer spielen können“, schildert Peter Becker, Sportwart des Hessischen Tennis-Verbandes (HTV), die teilweise turbulente „Entwicklungsphase“ der Liga.

Sponsor abgesprungen

Zunächst einmal haben mit dem TK Langen sowie dem SC SaFo Frankfurt zwei Vereine, die der Liga schon lange angehören, ihre Mannschaften zurückgezogen. „Bei uns hat sich dieser Schritt leider abgezeichnet“, sagt Andreas Ainalides, Trainer beim TK Langen und seit Jahren Kapitän der Hessenligamannschaft. „Uns ist bereits zu Beginn des Jahres 2018 ein großer Sponsor, der fast die Hälfte unseres Etats abgedeckt hatte, abgesprungen. Nachdem wir aber schon zugesagt hatten, wollten wir im vergangenen Jahr aus sportlichen Gründen den Spielbetrieb nicht beeinflussen“, erklärt Ainalides.

Insgeheim hofften die Langener auf eine Wende zum Besseren. „Wir hatten eine Außerordentliche Mitgliederversammlung einberufen, doch nachdem die Mitglieder mitbekamen, dass es um Sponsoring geht, kamen nur 40 Leute. So haben sich keine neuen Geldgeber finden lassen, wir haben nur knapp ein Viertel des benötigten Budgets zusammenbekommen“, so Ainalides. Einige Spieler haben bereits angekündigt, woanders spielen zu wollen. Ainalides selbst wollte zum TC Steinbach, da er annahm, dass der Absteiger als Nachrücker in der Klasse bleibt.

„Es stand fest, dass zumindest das Schlusslicht absteigen muss. Der TEC Darmstadt durfte als Vorletzter in der Klasse bleiben, Steinbach musste aber in die Verbandsliga herunter“, erklärt Peter Becker die Situation bezüglich des Abstiegs. Da Ainalides unbedingt in der Hessenliga spielen möchte, sucht er aktuell noch einen Verein.

Einen „Rückzieher“ machte auch der SC SAFO Frankfurt . „Wir wollen uns künftig mehr auf unsere Jugend konzentrieren. Mit Tom Pütz, der in unsere Herren 30-Bundesligamannschaft wechselt, wäre der letzte Spieler aus eigenen Reihen aus dem Team verschwunden. Es macht keinen Sinn, mit teueren ausländischen Spielern die Liga zu bestreiten“, nennt Sportwart Markus Kämpfer den Hauptgrund für den Rückzug.

Man muss allerdings sagen, dass es an der Kennedyallee bereits in den vergangenen zwei Jahren nicht so wirklich rund lief. Die Mannschaft erschien ein paarmal zu Spielen mit einem nicht konkurrenzfähigen Aufgebot sowie ab und an sogar unvollständig. Man konzentrierte sich auf die für den Klassenerhalt relevanten Matches, trat da in Bestbesetzung an und vermied so zweimal auf den letzten Drücker noch den Abstieg.

Für den in die Regionalliga Südwest aufgestiegenen Meister TC Palmengarten Frankfurt kommt der TEVC Kronberg in die Hessenliga. Die Gründe für freiwillige Rückkehr aus der Regionalliga waren vielfältig. Zum einen hing die Entscheidung mit den Finanzen zusammen. „Wir bauen unser Clubhaus um, das ist über Mitglieder nicht finanzierbar“, erläutert Sportwart Jochen Mittag. Außerdem hing die Entscheidung, in die Hessenliga zurückzugehen, mit dem Aufstieg der Damen aus der Verbands- in die Hessenliga zusammen. Dazu der Sportwart: „Die Regionalliga spielt etwas früher. Wir möchten aber parallel spielen und Doppelveranstaltungen auf der Anlage haben.“ Im Viktoriapark genießt das Damen-Team nun absolute Priorität. Man möchte mit dem jungen, eingespielten Team möglichst bald in die Regionalliga aufsteigen. Für die Herren heißt das Ziel in der Hessenliga lediglich Klassenerhalt. Der soll mit einem neuen Trainer und mit einem Team, in dem mehrere Kronberger spielen, gesichert werden.

Vizemeister muss bleiben

Den durch den Kronberger Rückzug frei gewordenen Platz in der Regionalliga hätte gern Eintracht Frankfurt eingenommen. Als Hessenliga-Vizemeister hofften die Adlerträger nachrücken zu können. Die Regionalliga-Verantwortlichen entschieden aber, den freien Platz per Losentscheid an einen der beiden Verlierer der Relegation zu vergeben. Die Glücksgöttin meinte es dann gut mit dem TSC Mainz.

So wird die Eintracht (mit dem Australian-Open-Gewinner des Junioren-Doppels Jonas Forejtek aus Tschechien) in der Hessenliga bleiben und gemeinsam mit dem TC Bad Vilbel die Favoritenbürde tragen. Die verbliebenen Hessenligisten Blau-Weiß Wiesbaden, Rot-Weiß Sprendlingen sowie TEC Darmstadt dürften auch künftig nicht an der Spitze mitmischen können. Und Kronberg nach eigenen Angaben auch nicht. Und bei den Neulingen heißt das Ziel ohnehin nur Klassenerhalt.

Kleine Lücke geschlossen

Sportlich qualifiziert hat sich lediglich der in der Verbandsliga ungeschlagene TC Bergen-Enkheim . „Die Liga ist für uns sehr interessant. Alle Anlagen liegen eng beisammen, weitester Gegner ist Wiesbaden. Wir liegen geographisch zwischen Eintracht Frankfurt und Bad Vilbel, da klaffte eine kleine Lücke, die wir nun schließen konnten“, meint Sportwart Carsten Hensel. Pünktlich zum Start der Hessenliga soll auf der Anlage in der Bornweidstraße eine feste Tennishalle eingeweiht werden, außerdem feiert der Verein 2020 sein 50-jähriges Bestehen, das man im hessischen Oberhaus begehen möchte. „Es wird sicher nicht einfach. Es gibt zwei Überflieger, vom Rest kann wohl jeder jeden schlagen. Ich rechne mit vielen spannenden, sehr engen Spielen. Aber das macht die Liga interessant“, so Hensel.

Der TC Bergen-Enkheim wird aber mit einer neuen Mannschaft antreten. Geblieben ist lediglich Boris Klingebiel. „Wir bedauern vor allem den Weggang von Dominic Hejhal. Der Österreicher, der acht Jahre lang ein Punktegarant für uns war und der auch menschlich super zu uns passte, hat geheiratet und will sich mehr der Familie widmen und daher irgendwo in Bayern, nahe seiner Heimat, in der Liga spielen“, erklärt der Sportwart. Die Rolle als Integrationsfigur und Mannschaftsführer wird Rückkehrer Lorenz Heide einnehmen, der für die Eintracht sowohl im Einzel als auch im Doppel eine 6:1-Bilanz aufwies.

In der anderen Verbandsliga-Gruppe setzte sich Eintracht Frankfurt II durch. Da in der Hessenliga jeweils nur ein Team eines Vereins spielen darf, wären die hauptsächlich mit Nachwuchsspielern bestückten Adlerträger nur dann aufgestiegen, wenn die Erste Mannschaft in die Regionalliga aufgerückt wäre. So ging das Aufstiegsrecht an den Tabellenzweiten THC Hanau über, der davon auch Gebrauch gemacht hat.

Vertreter aus der Wetterau

Ein Platz war aber noch frei. Der erste Anwärter war der Zweitplatzierte hinter Bergen-Enkheim, der TC Olympia Lorsch, der jedoch nicht wollte. „Die Bestimmungen besagen, dass man bis zum Platz drei anfragen darf“, erklärt dazu Peter Becker. In der einen Gruppe belegte Platz drei SaFo Frankfurt II, in der anderen der

Vertreter aus der Wetterau

, Sportwelt Rosbach . Vor 15 bis 20 Jahren gehörte – damals noch unter dem Namen Tennispark Rosbach – der Verein der Hessenliga und zeitweise sogar der Regionalliga an. Nun ist in dem großen Sportzentrum die Tennisschule Stetzer tonangebend, die durch Kai und Jan auch in der Mannschaft vertreten ist. In der Verbandsliga baute man auf deutsche Spieler. Will man die Klasse halten, muss das Team noch verstärkt werden.

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