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Ein Blick in die Runde bei der Vorrundentagung der Kreisober- und C2-Ligisten in Schupbach.

Fußball im NNP-Land

Um "Umkleide-Staus" zu vermeiden: Anstoß erst um 15.30 Uhr

Der Ball ist rund. Und ein Spiel dauert 90 Minuten. Daran wird sich auch in der Saison 2020/2021 nichts ändern. Doch ansonsten wird auf den Fußballplätzen im NNP-Land vieles nicht mehr so sein wie vorher. Das wurde bei den Vorrundentagungen der Kreisoberliga, der Kreisliga A und der beiden C-Ligen in Schupbach deutlich.

Das Spiel steht noch immer im Vordergrund, aber: „Das Wichtigste ist die Gesundheit. Das Schlimmste, was uns passieren kann, ist, dass man uns im Kreis Limburg-Weilburg sagt, dass mit der Runde Schluss ist, weil sich auf unseren Sportplätzen Menschen mit dem Coronavirus infiziert haben“, schrieb Kreisfußballwart Jörn Metzler den Vereinsvertretern schon zur Begrüßung ins Gebetbuch. Über allem stehe die Einhaltung des Hygiene-Konzepts des Hessischen Fußball-Verbandes (HFV).

50 Prozent aller Partien müssen absolviert werden, damit eine Tabelle bei einem erneuten Abbruch gewertet werden kann. Deshalb sind auch keine Spielverlegungen nach hinten möglich, denn alle Mannschaften sollten stets dieselbe Anzahl an absolvierten Begegnungen auf ihrem Konto haben. Jörn Metzler sprach davon, „dass wir versuchen müssen, die Saison durchzuprügeln“.

Eine passende Beschreibung gerade für die Kreisoberliga mit ihren 19 Teams, vier Wochenspieltagen in diesem Jahr, dem letzten Durchgang am 13. Dezember, dem Restrundenstart am 22. Februar sowie Spieltagen an Ostermontag, Himmelfahrt und Fronleichnam und dem Saisonende erst am 13. Juni. Dass die Relegation entfällt – Pokal soll ja auch noch gespielt werden –, versteht sich da von selbst. Deshalb steigt auch nur der Meister auf. Die Zahl der Absteiger ist auf maximal fünf festgelegt. „Wir haben uns darauf geeinigt, die Reduzierung auf die Richtzahl 16, die wir eigentlich in dieser Saison erreicht hätten, in zwei Schritten durchzuführen, sonst würde es in manchen Spielklassen bis zu sieben Absteigern geben“, so der Kreisfußballwart.

Ob es eine weise Entscheidung war, zu versuchen, die Kreisoberliga mit Hin- und Rückrunde und somit 36 Spielen pro Team „durchzuprügeln“, muss sich erst noch zeigen. Der Kreisfußballausschuss hatte das Modell, nach der Vorrunde die Klasse zu teilen und im Play-off- und Play-down-Modus – die ersten und die letzten neun Mannschaften kicken noch einmal gegeneinander – auszutragen, zwar diskutiert, aber verworfen. „Das war keine einsame Entscheidung“, erzählte Klassenleiter Orschel von der Einmütigkeit im Vorstand, am bewährten Spielsystem festzuhalten.

Geändert wurde hingegen die Anstoßzeit der 1. Mannschaften, die im September und Oktober erst um 15.30 Uhr beginnen, um das Zeitfenster nach dem Vorspiel der Reserven zu vergrößern. Für Helmut Leus sind diese 45 Minuten „deutlich zu gering“. Das Spielausschussmitglied von Meister SG Taunus berichtete von der Separierung der Schichten in seinem Unternehmen. Dort liege eine Stunde zwischen Schichtende und Schichtbeginn. In der Tat dürfte die Dreiviertelstunde gerade für Vereine, die nur über zwei Kabinen verfügen, knapp werden. So muss nun die Praxis zeigen, wie es funktionieren kann, dass sich beide Teams nicht ins Gehege kommen.

Unproblematisch dürfte es da noch sein, die Höchstzahl von 250 Menschen auf dem Sportgelände (inklusive Mannschaften, Betreuer und Organisatoren) einzuhalten. Kniffliger wird es da schon, dafür zu sorgen, dass die Belegung der Kabinen und der Duschen stets unter Berücksichtigung der Abstandsregel von 1,50 Metern eingehalten wird, dass jeder Besucher ein Anwesenheitsformular ausfüllt, die Maskenpflicht beim Toilettengang gewahrt ist, die Zuschauer zu keiner Zeit das Spielfeld betreten oder Ansammlungen von mehr als zehn Personen tabu bleiben. Auf die Hygiene-Beauftragten kommt einiges zu.

Kreisligen A und C1

Was zu erwarten war, haben die Vereine der Fußball-A-Liga  nun Schwarz auf Weiß bekommen. Nach der am ersten September-Wochenende beginnenden Saison 2020/2021 wird ein Drittel der 18 Clubs die Spielklasse verlassen müssen. Dem Meister dürfte das recht, am anderen Ende der Tabelle der Katzenjammer groß sein. Obwohl der Kreisfußballausschuss nicht der Vorgabe des Verbandes, die Richtzahl innerhalb einer Spielzeit auf 16 Mannschaften zu reduzieren, folgt und diesen Schritt in zwei Etappen gehen wird, dürfte die Maximalzahl von fünf Absteigern erreicht werden. Dieser Fall tritt bereits ein, wenn nur einer der vier Limburg-Weilburger Teams aus der Gruppenliga Wiesbaden absteigt. Hält das Quartett komplett die Klasse, müssen immerhin noch vier A-Ligisten ins Gras beißen. Für Spannung ist also gesorgt. 

Ansonsten hörten die Vereinsvertreter von Kreisfußballwart Jörn Metzler, dem neuen Klassenleiter Manfred Dörr als Nachfolger von Klaus Orschel und Kreislehrwart Jakob Kufert all das, was ihre Kollegen der Kreisoberliga einen Tag zuvor an gleicher Stätte schon erfahren hatten: Anstoß für die A-Liga ist um 15.30 Uhr - auch hier, um Staus in den Umkleidekabinen zu verhindern. 

Auf Anregung von Christof Süss (TuS Obertiefenbach) muss es hingegen nicht mehr dabei bleiben, dass die Mannschaften ihre Anmeldung für die Kreispokalrunde aufrecht erhalten müssen. „Nachdem wir den Spielplan gesehen haben, haben wir das intern noch einmal besprochen und entschieden, dass wir auf eine Teilnahme verzichten wollen“, meinte er beim Blick auf allein vier Wochenspieltage in den nächsten beiden Monaten und ebenso vielen Partien an vier Feiertagen im nächsten Jahr. Auch weil der Cup-Wettbewerb erst im Oktober starten kann, weil vorher die Pokalrunde 20/21 zu Ende gespielt werden muss, konnte Jörn Metzler in seiner Funktion als Pokalspielleiter diese Bedenken nachvollziehen und kündigte an, die Clubs noch einmal schriftlich nach ihrer Teilnahme zu befragen. 

Seine erste Teilnahme an einer Rundenbesprechung erlebte der FC Rojkurd Limburg-Weilburg. Der Verein mit kurdischem Einschlag, der seine Heimstätte beim SV Allendorf gefunden hat, tritt in der Kreisliga C1 an. Dort sind auch die meisten Reserven der A-Ligisten angesiedelt. Kreisfußballwart Metzler warb um Verständnis dafür, dass diese Klasse nur elf Teams umfasst: „Ohne Corona wären das durch die Absteiger aus der B-Liga mehr gewesen. Da müssen wir jetzt durch. In der übernächsten Runde wird es wieder besser aussehen.“ Aber erst einmal müssen die Vereine die kommende Saison hinter sich bringen – am besten ohne erneuten Abbruch. bet

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