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Spitzenspielerin Nina Alibalic reckt die Trophäe nach oben. Mit ihr freuen sich Natascha Sommer (Vorstand Damen), Kim Zahraj, Cora Barber, Trainerin Andrea Weisz, Mannschaftsführerin Carina Brinkmann, Sophie Clößner, Yana Pock, Coach Marcus Schneider und Carina Sommer (von links) über den Hessenmeistertitel für den TEVC Kronberg.

Tennis, Hessenliga

TEVC Kronberg: Unbesiegt zur Überraschung

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Acht Spiele, acht Siege. Warum die jungen und talentierten Hessenmeisterinnen des TEVC Kronberg trotzdem lieber nicht in die Regionalliga aufsteigen wollen.

Kronberg.Man sollte meinen, sie hätten es krachen lassen. Nachdem die blutjunge Mannschaft des TEVC Kronberg in Seeheim auch ihr achtes Spiel in der Hessenliga gewonnen und damit als Aufsteiger unangefochten den Titel geholt hatte, fanden sich die Tennis-Damen im neu gebauten Vereinsheim ein und stießen in gemütlicher Runde auf ihren furiosen Erfolg an. Mit einem Gläschen Sekt. Als ob es das Team um Hessenmeisterin Nina Alibalic immer noch nicht registriert hätte.

"Wir haben beim Nominieren für die Spiele erst einmal geschaut, wo wir auf jeden Fall gewinnen müssen, damit es reicht", sagt Sportwartin Natascha Sommer und meinte damit den Klassenerhalt. "Das es die Meisterschaft wird, damit hatten wir nicht gerechnet." Prompt entschlossen sich die Spielerinnen an jenem gemütlichen Sonntagabend, im nächsten Jahr den Titel zu verteidigen und möglichst ihre beeindruckende Erfolgsserie (seit dem 25. Juni 2017 ohne Niederlage) fortzusetzen. Auch das ist ungewöhnlich, denn sie hätten als Hessenmeister im Aufstiegsspiel gegen den TC Villingen die Chance gehabt, in die Regionalliga aufzusteigen. Vizemeister Tennis 65 Eschborn, als Favorit und Titelverteidiger in die vierwöchige Runde gestartet, nimmt nun daran teil.

"Die Mädels haben entschieden, was das Beste für sie ist", kommentiert Natascha Sommer, "wir vom Vorstand hätten sie auch nach einem weiteren Aufstieg unterstützt." Vollstes Verständnis habe man für das Team-Votum. Der Grund dafür sei, dass die Mannschaft weiterhin so zusammenspielen wolle. Als Regionalligist wäre das schon wegen schulischer Verpflichtungen mehrerer Spielerinnen nicht gegangen. Die Runde findet außerhalb der Ferien im Mai und Juni statt.

Waskes Kontakte

Es ist also gut möglich, dass Emily Appleton auch im kommenden Jahr für den TEVC aufschlagen wird. Die 19-jährige Engländerin, die sich aufgrund guter Kronberger Kontakte zur Tennisakademie von Ex-Davis-Cup-Spieler Alexander Waske für vier Spiele im Taunus aufhielt und als Nummer zwei hinter der Australierin Alibalic (20 Jahre, 8:0 Siege im Einzel, 6:2 im Doppel) ungeschlagen blieb, stand auch am letzten Spieltagswochenende im engen Kontakt mit ihren Mitspielerinnen.

"Sie wollte unbedingt wissen, ob wir es geschafft haben", freut sich Natascha Sommer. Deren 16-jährige Tochter Carina (Bilanz: 4:4/5:3) gehört neben der 21-jährigen Kim Zahraj (3:5/2:6) und der Ukrainerin Yana Pock (31 Jahre, 5:1/6:1) - die zweifache Mutter ist die einzige erfahrene Spielerin im Team von Trainerin Andrea Weisz - zu den Kronberger "Dauerbrennern". Ebenfalls fleißig punkteten Katharina Kley (15, 3:1/4:0), Cora Barber (17, 7:1/4:3) und Sophie Clößner (23, 5:1/5:1). Mannschaftsführerin Carina Brinkmann feierte in Seeheim ihr Saisondebüt und gewann ihr Doppel mit Alibalic.

Im letzten Heimspiel dieser grandios verlaufenen Saison war der TEVC Kronberg am Samstag gegen den Wiesbadener THC zu einem 5:4-Erfolg gekommen. Drei der sechs Einzel endeten erst nach drei Sätzen, wobei zweimal die Gastgeberinnen die Nase vorn hatten, die nach dem Zwischenstand von 3:3 nach den Einzeln das zweite und dritte Doppel zu ihren Gunsten entscheiden konnten. Hessenmeisterin Nina Alibalic, Cora Barber und Yana Pock waren an je zwei Punkten beteiligt.

TEVC - Wiesbadener THC 5:4 (11:10): Alibalic - Barritza 6:3, 4:6, 6:3; Sommer - Piontek 4:6, 4:6; Zahraj - Schneider 6:2, 3:6, 1:6; Barber - Ellenberg 6:2, 2:6, 6:1; Clößner - Brezinova 3:6, 4:6; Pock - Baumgart 6:0, 6:1; Alibalic/Zahraj - Barritza/Piontek 3:6, 4:6; Sommer/Pock - Ellenberg/Brezinova 7:6, 6:4; Barber/Clößner - Schneider/Baumgart 6:4, 6:4.

TC Seeheim - TEVC 1:8 (3:17): Schulz - Alibalic 0:6, 2:6; Fischer - Sommer 2:6, 1:6; Kastner - Zahraj 1:6, 3:6; Rieg - Bader 2:6, 4:6; Metz - Clößner 0:6, 1:6; Wagener - Brinkmann 6:4, 2:6, 7:6; Schulz/Fischer - Sommer/Clößner 0:6, 0:6; Kastner/Metz - Alibalic/Brinkmann 6:4, 2:6, 8:10; Rieg/Wagener - Zahraj/Puck 3:6, 4:6.

 

TC Bad Homburg schafft Ligaverbleib geradeso

In der Saison 2020 wird es wieder zum Hochtaunus-Derby kommen, da der TC Bad Homburg am Wochenende nach einem 1:8 gegen Eintracht Frankfurt sowie einem 2:7 gegen den TC Olympia Lorsch als Tabellensechster gerade so den Klassenerhalt geschafft hat. "Das war eine schwierige Saison", atmete Ralph Weißenberger, der Sportliche Leiter des TC Bad Homburg, nach der 2:7-Niederlage im Heimspiel gegen den TC Olympia Lorsch tief durch. Erst nachdem die 4:5-Niederlage des Marburger TC gegen Eintracht Frankfurt bekannt wurde, stand nämlich fest, dass der letztjährige Vizemeister den Klassenverbleib geschafft hat, während neben Schlusslicht TC Seeheim der Marburger TC als zweiter Club in die Verbandsliga absteigt. Ohne ihre beiden Spitzenspielerinnen Valeryia Strakhova und Hannah Nagel waren die Bad Homburgerinnen am letzten Doppelspieltag nicht wettbewerbsfähig.

Nur zu einem mageren "Ehrenpunkt" hatte es für die Kurstädterinnen im Heimspiel-Derby gegen die Frankfurter Eintracht gereicht. Für diesen zeichnete Michelle van Lier im Einzel mit einem 7:6 und 6:0 gegen Sandra Labonté verantwortlich. Bei der abschließenden Heimniederlage gegen Lorsch punkteten nur Alexandra Bezmenov (5:7, 6:4, 6:4 gegen Juric) und Lara Scholtze (6:4, 6:2 gegen Renic).

Die Saison-Statistik des TC Bad Homburg in der Damen-Hessenliga: Valeryia Strakhova (1:1 im Einzel/2:0 im Doppel), Hannah Nagel (0:4/1:3), Jennifer Rink (2:6/3:5), Lili Minich (0:7/2:5), Theresa Kleinsteuber (2:5/2:4), Alexandra Bezmenov (5:3/4:4), Michelle van Lier (5:1/2:4), Lara Scholtze (5:3/3:5). (rem/sp)

 

Tennis, Hessenliga, Damen

1. TEVC Kronberg 8 52:20 16:0

2. Tennis 65 Eschborn 8 50:22 12:4

3. TC Olympia Lorsch 8 42:30 10:6

4. Eintracht Frankfurt 8 41:31 10:6

5. Wiesbadener THC 8 37:35 10:6

6. THC Hanau 8 39:33 8:8

7. TC Bad Homburg 8 27:45 4:12

8. Marburger TC 8 25:47 2:14

9. TC Seeheim 8 11:61 0:16

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