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Bornheimer Freude über den Sieg und eine bislang gute Verbandsliga-Runde: Benjamin Beutel (links) und Führungstorschütze Markus Renner.

Fußball-Verbandsliga Süd

Aufsteiger „Speuzer"und Bornheim überzeugen auf der ganzen Linie

Rot-Weiß Walldorf ist Tabellenzweiter, der FFV Sportfreunde spielt schon wieder oben mit, Mitaufsteiger SG Bornheim/Grün-Weiß ist in Sachen Klassenerhalt auf einem guten Weg.

Für anderthalb Tage konnte sich der FFV Sportfreunde nach dem 3:2 beim Mitaufsteiger FC Erlensee am Freitagabend (siehe Extratext) sogar am zweiten Tabellenplatz der Fußball-Verbandsliga Süd erfreuen. „Das ist schon Wahnsinn“, findet auch Trainer Mehmet Somun. Dass die Konkurrenz nachzog und es „nur“ auf Rang vier in die Winterpause geht, können die „Speuzer“ natürlich verkraften.

SG Bornheim/Grün-Weiß – Rot-Weiß Darmstadt 2:0 (0:0). – Die Gäste erarbeiteten sich zunächst Feldvorteile und hatten laut Bornheims Trainer Maik Rudolf im ersten Abschnitt zwei hundertprozentige Chancen: „Da hatten wir Glück und mit Eduard Malsam einen Torwart, der kurzfristig ran musste und ein sehr souveränes Spiel gemacht hat.“ In der 78. Minute segelte der Ball in den Fünfmeterraum und Markus Renner drückte zum 1:0 ein (76.) – in seinem letzten Spiel für Bornheim, denn er zieht studienbedingt nach Marburg. Darmstadt versuchte natürlich weiter alles, doch irgendwie bekamen die Gastgeber immer noch einen Fuß dazwischen. In der zweiten Minute der Nachspielzeit machte Roberto Martins Pereira auf Zuspiel von Aljoscha Richter mit einem Lupfer den Deckel auf ein denkwürdiges Bornheimer Fußballjahr. „Das war noch einmal ein hart erkämpfter Sieg und 29 Punkte sind für alle im Verein eine unfassbare Ausbeute in unserer ersten Verbandsliga-Saison“, sagte Rudolf.

SV FC Sandzak – TS Ober-Roden 1:5 (0:2). – Zwei Mann hatte Sandzak nur auf der Bank und Murat Sejdovic musste noch vor der Pause für Bramont Coelho eingewechselt werden, der nach langer Pause sein drittes Spiel machte und mit den Kräften am Ende war. Da stand es schon 2:0 für die Gäste, für die Mario Gotta getroffen hatte (3./33). „Ober-Roden war richtig stark, hat taktisch und läuferisch unheimlich diszipliniert gespielt und sich auch belohnt“, gab Sandzaks Trainer Edin Softic zu. Sein Team versuchte alles, kam trotz reichlich Ballbesitz aber so gut wie nie zum Abschluss. Mit dem 3:0 durch Tim Kalzu war die Sache erledigt (73.), auch wenn Dino Cakovic per Foulelfmeter noch auf 1:3 stellte (82.). Lucas Sitter machte auf der Gegenseite mit zwei Treffern alles klar (86./89.). „Wir waren engagiert und gar nicht schlecht, aber wir hätten wohl noch drei Tage spielen können, ohne zu Torchancen zu kommen. Auf der anderen Seite war Ober-Roden richtig gut und fokussiert und unser Torhüter hatte noch einige gute Szenen“, fasste Softic zusammen. Hinter seine Tätigkeit bei Sandzak, so der Trainer weiter, habe er nun „gedanklich erst einmal einen Haken gemacht“, zumal im Verein offenbar niemand wisse, ob und wie es weitergehe.

FC Hanau 93 – Rot-Weiss Frankfurt 1:0 (0:0). – Die Frankfurter hielten auf dem holprigen Rasenplatz mit Kampfgeist dagegen und hatte durch Johnson Toko nach einigen brenzligen Situationen selbst die Chance, in Führung zu gehen, doch Hanaus Keeper Jens Westenberger war haarscharf vor dem Stürmer am Ball (54.). In der 78. Minute traf Khaibar Amani nach einer Ecke aber doch per Kopf für den Spitzenreiter. Weil Kahraman Damar kurz darauf einen Foulelfmeter an den Pfosten schoss (82.), blieb es bis zum Ende spannend, eine wirklich Chance bekamen die „Roten“ aber nicht mehr.

Rot-Weiß Walldorf – Eintracht Altwiedermus 3:0 (2:0). – Walldorfs Trainer Max Martin freute sich über die Leistungssteigerung gegen den Mitaufsteiger. „Viel konzentrierter, aggressiver und selbstbewusster“ als zuletzt sei seine Mannschaft aufgetreten. Dass die Heimelf in der Offensive so auftrumpfen würde, war nicht zu erwarten gewesen. Mit dem verletzten Dominik Lewis und dem Gelb-Rot-gesperrten Nils Herdt fielen beide Mittelstürmer aus. Dazu fehlte der quirlige Angreifer Nico Struwe (Patellasehnen-Reizung). Dafür beorderte Martin den großgewachsenen Jan Deumlich in den Angriff. „Ich brauche vorne jemanden, der den Ball festmachen kann“, erläuterte der Trainer. Der Aushilfsstürmer machte aber nicht nur einfach „Bälle fest“, er gab auch den Torjäger. Mit drei Treffern war der 26-Jährige der Mann des Spiels. Er bewegte sich im Strafraum, als ob er nie etwas anderes gemacht hätte. Er traf aus acht Metern (15.), dann spitzelte er eine Flanke von Christopher Nguyen ins Ziel (30.), und schließlich legte er mit einem Heber über Torhüter Philipp Wolf noch nach (57.).

(rst,dirk)

Info: Sportfreunde kommen nach der Pause in Fahrt

FC Erlensee – FFV Sportfreunde 2:3 (1:1). – Die Gastgeber, die genau wie die „Speuzer“ in den letzten beiden Spielzeiten aus der Kreisoberliga bis in die Verbandsliga durchmarschiert sind, legten druckvoll los und gingen durch Sebastian Wagner schnell in Führung (8.). Auch ein höherer Rückstand wäre für die Frankfurter möglich gewesen, doch stattdessen glich Ricardo Vallejo De Una nach einer Ecke aus (18.). Erlensee spielte dann weiter gefährlich nach vorne, aber die Gäste kamen mit zunehmender Spielzeit immer besser in Fahrt. Bei Sebhat Kahsays Freistoß musste Erlensees Schlussmann Tim Kuhl kurz vor der Pause sein ganzes Können aufbieten, um einen Einschlag zu verhindern. Der zur zweiten Halbzeit eingewechselte Okan Ilkiz brachte die Mannschaft von Trainer Mehmet Somun dann auf Zuspiel von Georgios Nasios in Führung (57.). Auch vorne liegend blieben die Frankfurter aktiv, pressten früh und kamen weiter zu Torchancen. Eine davon nutzte Kahsay mit einem Lupfer über Kuhl hinweg zum 3:1 (77.). Erst danach machten Somuns Spieler den einen oder anderen Weg weniger, prompt kamen die Gastgeber wieder besser ins Spiel. Doch Erlensee gelang in der nun ruppiger werdenden Partie zunächst kein Treffer mehr. Erst in der vierten Minute der Nachspielzeit erzielte Wagner das 2:3. Anschließend gab es im Strafraum der Frankfurter noch einmal Großalarm – doch auch der allerletzte Schuss konnte abgeblockt.

(rst)

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