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Hessischer Landesfinalsieger Fabian Urban (TV Weißkirchen)

Hessisches Landesturnfest

Die Urban-Brüder trumpfen bei den Hessischen Landesfinals im Turnen auf

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Wer bei den turnenden Breitensportlern Hessens Bester werden möchte, muss erstmal die Aktiven aus Weißkirchen und Kirdorf schlagen. Das bewahrheitet sich wieder beim Landesturnfest an der Bergstraße. 13 Medaillen gehen bei den Hessischen Landesfinals an die Taunus-Starter.

Bei den Hessischen Meisterschaften (Leistungssportler) und den Hessischen Landesfinals (Breitensportler) im Geräteturnen gab es gut ein Dutzend Wettkämpfe und in den anderen Sportarten des Landesturnfestes noch viele mehr, aber die erfolgreichste Familie dürfte im blauen Turner-Trikot des TV Weißkirchen an den Start gegangen sein. Die Brüder Fabian, Marlon und Laurens Urban erturnten sich allesamt Medaillen. Insgesamt schnitt der Turngau Feldberg mit 13 Medaillen, davon acht goldenen, hervorragend ab.

„Mit diesen Ergebnissen bestätigte der Turngau Feldberg seine Führungsrolle im männlichen Gerätturnen in Hessen. Das zeugt von einer guten, kontinuierlichen Arbeit in den zwei leistungsbestimmenden Vereinen, dem TV Weißkirchen und der SGK Bad Homburg“, freute sich Ralf Schwabe (SGK) mit seinen TVW-Trainerkollegen Gerhard Benner und Erich Kalhöfer, der im Wettbewerb der 75- bis 79-Jährigen selbst Silber gewann.

Im Kür-Sechskampf waren Fabian Urban (LK 1, 18 bis 19 Jahre) mit 72,90 Punkten und sein jüngerer Bruder Marlon (LK 1, 16 bis 17 Jahre) mit 69,10 Zählern eine Klasse für sich, TVW-Kollege Patrick Ohl (Jahrgang 2002) gewann zudem mit 60,65 Punkten Bronze. Laurens (Jahrgang 2006/53,20 Punkte), der jüngste im Bunde der Urbans, musste in der LK 2 der 12- und 13-Jährigen nur Laurens Thies vom TV Eschborn (2007/59,05) den Vortritt lassen. Für den TVW holte außerdem ganz überlegen Julian Peters in der Altersklasse 20 Jahre und älter Gold.

Die SGK hatte bei den Wettkämpfen auf Landesebene noch nie so viele Teilnehmer am Start wie in Bensheim und Heppenheim. „Umso erfreulicher, dass alle unsere Turner sich unter den Top 10 platzieren konnten“, sagte Schwabe. Bei den Leistungsturnern setzte sich Davis Pister in der AK 8 mit einem fehlerfreien Programm durch. Sein vereinsinterner Dauerkonkurrent Luis Philipp wurde trotz eines Sturzes am Reck mit großem Kampfgeist noch Vierter – genauso wie sein Vereinskollege Philip Schröder in der AK 10, der verletzungsbedingt nicht an allen Geräten an den Start ging.

Spannung versprach auch der Pflicht-Wettkampf bei den A-Schülern (15 Jahre und jünger): Können die SGK-Turner Julian Rettig und Moritz Meissgeier dem Weißkirchener Titelfavoriten Mika Blohsfeld Paroli bieten? Doch während Blohsfeld souverän seiner Titelverteidigung entgegenstürmte und auf überragende 96,25 Punkte kam, patzte Rettig am Pauschenpferd und Reck – 89,05 Zähler, nur Rang sechs. Meissgeier (88,55) wurde Siebter.

Besser gemacht hat es das Kirdorfer Talent Ben Walter, das sich bei den B-Schülern nur dem Sieger David Ramos Cardoso vom TV Gorxheim geschlagen geben musste, vor allem an den Ringen überzeugte und die Silbermedaille gewann. Otto Luz (SGK) wurde in dieser Wettkampfklasse Neunter, Anton Hinrichsen (TVW) Zwölfter. Unter den 15 C-Schülern (11 Jahre) büßte SGK-Turner Ole Gottschalk trotz eines guten Wettkampfes durch einen Fehler beim Abgang am Pauschenpferd mehr als einen Punkt auf die späteren Medaillengewinner ein und verpasste als Vierter knapp das Treppchen, Carl Maier (TVW) wurde Achter.

„Gewinnen wird immer der, der keine Fehler macht, aber zum Glück sind unsere Jungen ja keine Roboter“, resümierte Schwabe.

Bei den Turnfestwettkämpfen erkämpften sich die Bad Homburger Jaron Rüenbrink und Hagen Dröge unter den B- und C-Schülern jeweils die Goldmedaille, wahrend Philipp Büche hinter Vereinskamerad Dröge Zweiter wurde. Gabriel Etzel belegte Rang acht. Bis zum Finaldurchgang der D-Schüler lag die SGK-Hoffnung Matteo Beck auf Goldkurs, leistete sich dann aber beim Abgang am Barren einen Technikfehler und fiel auf den Bronzerang zurück. Mircea Stan (TVW) wurde Zehnter.

Nicht eingerechnet in die Turngau-Erfolge sind die Hessenmeister Jack Hatch und Daniel Roubo. Die Leistungsturner sind wie Gabor Sutterlüty (Silber) und Jukka Nissinen (Bronze) von der SGK zur SG Eintracht Frankfurt gewechselt und turnen dort in der Nachwuchsbundesliga erfolgreich.

„Turn-Warrior“ erobern das Landesturnfest

Angelehnt an das erfolgreiche TV-Format „Ninja Warrior“ gab es beim Landesturnfest in Bensheim und Heppenheim einen Hindernisparcour, der auf Zeit absolviert werden musste. Die „Warrior“ (englisch: Krieger) sprangen dabei von Plattform zu Plattform, hielten sich auf wackligen Flächen, schwangen sich an Seilen entlang, balancierten und hangelten. Mehr als 1000 Turner meldeten sich für das neue Format an, am Abschlusstag wurden vor großer Kulisse die Sieger ermitteln. Einen größeren Zuspruch hätte sich der Hessische Turnverband (HTV) derweil beim Abendprogramm gewünscht, das um Konzerte und Shows erweitert worden war. So traten zum Beispiel Star-DJ Felix Jaehn und Rocksängerin Christina Stürmer auf. „Wir wollten das Turnfest attraktiver gestalten, aber die Verkaufszahlen insbesondere für die Konzerte sind hinter unseren Erwartungen zurückgeblieben“, resümierte Ulrich Müller vom HTV. Die Atmosphäre in den beiden südhessischen Gemeinden fand er „super. Wir kommen gerne wieder!“ Unter den gut 4000 Teilnehmern befanden sich auch etliche Turner aus dem Hochtaunus.

Quelle: www.turnfest-hessen.de

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